52 Minuten. Dann heisst es Spiel, Satz und Sieg für Roger Federer. Nach 1090 Tagen Wartezeit auf den europäischen Sandplätzen zeigt sich der 37-jährige Schweizer Superstar seinen ausgehungerten Fans nicht einmal eine Stunde lang. Ein Blitzsieg über Richard Gasquet (ATP 39) – von Sand im Getriebe kann gar keine Rede sein.
Sicher, der fünf Jahre jüngere Gegner Gasquet ist auch nicht gerade ein Angstgegner für Federer. Zwei Niederlagen gegen den Franzosen – beide auf Sand – standen vor dieser Partie 17 Siegen gegenüber. Beim 18. Quickie fühlt sich Roger trotz vieler Fragezeichen, die zwangsläufig nach dreijähriger Absenz auf dem Rutsch-Belag im Raum stehen dürften, sichtlich wohl. Während er seine drei Breakchancen allesamt nutzt, behält er bei eigenem Aufschlag eine reine Weste und fertigt Gasquet, der nach einer Leisten-Operation erst seinen zweiten Match bestreitet, 6:2, 6:3 ab.
Gasquet – der ideale Aufbaugegner
Federer scheint das Selbstvertrauen, das er zuletzt mit dem Titelgewinn in Miami angehäuft hat, in gut dreiwöchigem Training in der Schweiz konserviert zu haben. Ohne jeden Erwartungsdruck wollte er in der spanischen Hauptstadt den Spass ausleben, den er schon in der Kindheit auf seiner ersten Unterlage hatte. Und der in Neuenburg wohnhafte Franzose war der ideale Gegner, um den Plan in die Tat umzusetzen und wieder den Tritt darauf zu finden.
Wie stark er sich noch steigern kann, wird sich wohl am Donnerstag in den Achtelfinals zeigen. Der Ungar Marton Fucsovics (ATP 36) und der Franzose Gaël Monfils (ATP 18) spielen morgen um das Ticket zum Federer-Express. Dieser wird einen Gang höher schalten müssen – hoffentlich abermals ohne Sand im Getriebe.