Spektakel-Pleite in Shanghai
Federer knöpft sich bei Viertelfinal-Out den Schiri vor

Zuerst fünf Matchbälle abgewehrt, mit den Schiri gestritten – und dann doch ausgeschieden: Roger Federer (38) scheitert im Shanghai-Viertelfinal an Alexander Zverev in drei Sätzen mit 3:6, 7:6 und 6:3.
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Nach Punktstrafe gegen Zverev:Federer legt sich mit dem Schiri an

So emotional erlebt man Roger Federer (38) selten! Im Viertelfinal des ATP-1000-Turniers in Shanghai gegen Alexander Zverev legt sich der Schweizer im entscheidenden dritten Satz mit dem Stuhl-Schiri an.

Plötzlich kommt in ein bis dato «normales» Match etwas Gehässigkeit. Was ist passiert? Federer kassiert ein Break zum 0:2, ist angesäuert, schlägt einen Ball leicht ins Publikum. Beim Seitenwechsel nach dem 0:3 diskutiert Roger heftig mit dem spanischen Stuhl-Schiri Nacho Forcadell.

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Roger Federer mit gesenktem Haupt in Shanghai.
Foto: AFP

Roger beschwert sich, weil er seiner Meinung nach nicht genug informiert werde, wenn es neue Bälle gibt – und so rechtzeitig das Racket wechseln kann. «Ich möchte nicht wie ein Dummkopf aussehen», meint er in Richtung Schiri.

Zum Eklat kommts im anschliessenden Game. Nach einem Fehler schiesst Federer erneut einen Ball in Richtung der Ränge. Schiri Forcadell wirds zu bunt und er verdonnert Federer regelkonform – weil er ihn schon zuvor einmal verwarnt hat – zu einem Strafpunkt, der gleichbedeutend mit einem Breakpunkt ist (15:40). Roger legt sich mit ihm verbal an. Doch die Entscheidung ist fix. Federer gelingt es aber das Game noch zu gewinnen, spöttisch blickt er zum Ref.

Fünf Matchbälle im zweiten Satz abgewehrt

Die Wende im entscheidenden Satz gelingt ihm aber nicht mehr. Zverev holt sich den Durchgang mit 6:3 und gewinnt so den Viertelfinal in etwas mehr als zwei Stunden. Dass es überhaupt in einen dritten Satz ging, ist Federers starkem Kampfwillen zu verdanken.

Im zweiten Satz wehrt er insgesamt fünf (!) Matchbälle ab. Drei davon in Serie vom 0:40 zum Einstand bei 5:6. Den Satz schnappt sich Federer danach im Tiebreak.

«Nächste Frage»

Auch nach dem Match ist er noch sauer. Entgegen seiner Art an Pressekonferenzen will Federer nichts zu den Szenen mit dem Ref sagen. Er weciht Fragen dazu aus, zuckt mit den Schultern und schiesst mit Worten gegen einen Reporter zurück: «Damit du etwas auf Twitter schreiben kannst, oder? Nächste Frage.»

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Nervenstärke gegen Zverev:Federer wehrt drei Matchbälle in Folge ab

Wie schon im letzten Aufeinander-Treffen an den ATP Finals im vergangenen November zieht Federer erneut den Kürzeren. Im Direktvergleich liegt er nun mit 3:4 zurück. Auffallend: Ausser gegen Zverev hat Federer nur noch gegen Nadal (16:24) und Djokovic (22:26) eine negative Bilanz gegen Spieler, mit denen er sich mindestens sieben Mal duelliert hat.

Zverevs Gegner im Halbfinal ist am Samstag Matteo Berrettini. Den anderen Halbfinal bestreiten Tsitsipas und Medwedew. Für Federer gehts nun ab dem 21. Oktober mit dem Heimauftritt an den Swiss Indoors in Basel weiter.

Das meint BLICK: Schiri will sich profilieren

Auf und neben dem Court gilt Roger Federer als Gentleman. Er verliert nie die Nerven, zertrümmert keine Rackets. Eine Verwarnung ist das höchste aller Strafen. Doch nun passiert das Unfassbare: Federer kassiert einen Strafpunkt. Seine Rage ist verständlich. Denn man kann den Strafpunkt zwar regeltechnisch korrekt geben, muss ihn mit ein bisschen Fingerspitzengefühl aber nicht. Für ähnliche Vergehen gabs auch schon keine Verwarnung.

Viel eher muss man den Verdacht hegen, dass sich Ref Forcadell als Federer-Bestrafer und Mann ohne Respekt vor grossen Namen profilieren möchte. Immer wieder taucht nämlich auch aus Spielerkreisen der Vorwurf auf, dass die Stars wie Federer, Nadal oder Djokovic Privilegien geniessen, wenn es um gewisse Regel-Entscheide geht. Mit dem rigorosen Durchgreifen gegen Roger hat Forcadell mindestens vorläufig das Gegenteil bewiesen – und Federer auf die Palme gebracht. (rib)

Auf und neben dem Court gilt Roger Federer als Gentleman. Er verliert nie die Nerven, zertrümmert keine Rackets. Eine Verwarnung ist das höchste aller Strafen. Doch nun passiert das Unfassbare: Federer kassiert einen Strafpunkt. Seine Rage ist verständlich. Denn man kann den Strafpunkt zwar regeltechnisch korrekt geben, muss ihn mit ein bisschen Fingerspitzengefühl aber nicht. Für ähnliche Vergehen gabs auch schon keine Verwarnung.

Viel eher muss man den Verdacht hegen, dass sich Ref Forcadell als Federer-Bestrafer und Mann ohne Respekt vor grossen Namen profilieren möchte. Immer wieder taucht nämlich auch aus Spielerkreisen der Vorwurf auf, dass die Stars wie Federer, Nadal oder Djokovic Privilegien geniessen, wenn es um gewisse Regel-Entscheide geht. Mit dem rigorosen Durchgreifen gegen Roger hat Forcadell mindestens vorläufig das Gegenteil bewiesen – und Federer auf die Palme gebracht. (rib)

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Roger Federers Titel in Bildern. Klick dich durch die Galerie! Mailand 2001 – Der erste Titel für das grosse Talent. Im dritten Endspiel seiner Karriere bezwingt Federer Julien Boutter mit 6:4, 6:7 und 6:4.
Foto: Keystone
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