Ärgerliche Niederlage in Genf
Noch viel Sand im Getriebe bei Roger Federer

Die Geneva Open haben ihren Comeback-Superstar, Roger Federer, bereits wieder verloren. Der Schweizer übersteht seine heikle erste Aufgabe nicht, verliert 4:6, 6:4, 4:6 gegen Pablo Andujar (Sp, ATP 75).
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Cécile Klotzbach
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Federer verliert gegen Andujar:«Ich bin enttäuscht»

«Ich bin enttäuscht – es tut im Herzen weh, dass ich nicht mehr Chancen habe, hier zu spielen. Ich habe mich hier drauf gefreut», sagt Federer nach der Niederlage. Beim Comeback auf Sand ist beim Maestro noch viel Sand im Getriebe!

Zumindest in der ersten halben Stunde dieses ersten Matches seit März in Doha. Dem 39-jährigen Schweizer fehlt zu Beginn noch die Präzision, das Timing, er wirkt etwas ungeduldig mit sich selbst. Auf dem Papier ist er seinem heutigen Gegner, dem ebenfalls betagten, 35-jährigen Pablo Andujar unterlegen.

Auf dem Platz aber zunächst keineswegs. Der Spanier, der in seiner Karriere vier Turniere – allesamt auf Sand (2014 auch in Gstaad) – gewonnen hat, geht auf Augenhöhe mit dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger durch den ersten Durchgang. Und schafft sogar das erste Break, das ihm zugleich den Satz sichert: 4:6 – Heimstar Roger in Rücklage.

Steigerungslauf im 2. Satz

In Satz 2 wird dann aber schnell klar, dass sich Federer allmählich fängt. Seine Bewegungen werden flüssiger, er fühlt sich sichtlich wohler in seiner Haut. Und prompt erarbeitet er sich seinen ersten Breakball des Matches (!) – den er verwertet. Das Break lässt sich der Maestro bis zum Satzende nicht mehr nehmen. Nach siebzig Minuten gleicht er die Partie aus. 4:6, 6:4.

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Roger Federer ist zurück auf Sand. Doch in Genf fliegt der Maestro gleich zum Auftakt raus.
Foto: Freshfocus

Und der Steigerungslauf der aktuellen Weltnummer 8 geht weiter. Roger kann sich vor allem auf seinen Service und seine Vorhand verlassen, zaubert sogar hier und da wieder in alter Manier. Auch punkto Fitness wirkt er parat – besser als noch vor drei Monaten in Doha. Da sei es «in zweistündigen Matches prekär» geworden, hat er im Vorfeld des Genfer Turniers erklärt.

Aber wie sieht es heute aus? Nachdem der jetzt eigentlich klar überlegen wirkende Schweizer sich eine 2:1-Führung mit Break-Vorsprung erarbeitet hat, lässt er sich den Vorsprung mit einem verkorksten Aufschlag-Game wieder nehmen. Beim 4:4 steuern die beiden, die sich zum ersten Mal als Gegner auf einem Court treffen, allmählich auf die Zwei-Stunden-Grenze zu...

Dann gerät Federer plötzlich mächtig unter Druck: Bei 4:5 muss er gegen den Matchverlust servieren. Zwei Breakbälle wehrt er ab, den dritten nicht. 4:6 verliert Roger Federer, der nach seiner langen Pause die Matchpraxis so nötig hätte, den dritten Satz und ist raus aus dem Turnier!

«Ich hatte wirklich Mühe meinen Rhythmus zu finden. Im zweiten Satz versuchte ich andere Dinge, nahm den Ball früher, relaxte etwas an der Grundlinie. Aber letztlich fehlte zu viel, obwohl im dritten Satz alle Chancen da waren.», fasst Federer die Partie zusammen. «Vielleicht ist es die Unsicherheit nach der langen Pause. Andujar war der ideale Test, auch wenn ich ihn nicht schlagen konnte. Er war sehr stabil, ich hatte viele Auf und Abs. Immerhin habe ich eineinhalb gute Sätze gespielt – das ist das Positive. Aber ich habe den Sieg sicher nicht verdient.»

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Andujar jubelt nach Matchball:Dieser Fehler besiegelt Federer-Niederlage in Genf

«Das Blatt wendet sich oft schnell»

Die Niederlage ist äusserst ärgerlich, da gegen Ende der Partie eigentlich alles nach einem Schweizer Sieg aussah. Das weiss auch Federer. «Am Ende des Matches dachten alle schon, der Sieg sei klar, und dann war plötzlich alles innert zehn Minuten vorbei. Tennis ist manchmal so, ich weiss nicht, wie ich das anders erklären kann. Das Blatt wendet sich oft so schnell, man ist das von mir halt nur nicht so gewöhnt.»

Er habe mehr von sich erwartet, aber habe sich dabei wohl ein paar kleine Fehler oder Fehlentscheidungen zu viel geleistet. «Aber ich habe noch Zeit bis Wimbledon, Roland Garros ist ja nicht mein Hauptziel. Vor allem wegen des Turniers tut es mir leid, die Leute haben sich gefreut, mich hier zu sehen. Ich hätte gerne noch etwas mehr für sie gespielt», erklärt der Maestro. Er werde nun gemeinsam mit seinem Team besprechen, wie es in den nächsten zehn Tagen weiter geht.

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