«Wir waren immer Rivalen»
Superstar Djokovic blickt in Basel auf Federer-Zeit zurück

Novak Djokovic äussert sich vor seinem Comeback-Auftritt in Basel zu seinen zwei grossen Schweizer Karriere-Weggefährten – und zur politischen Lage in seiner serbischen Heimat.
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Novak Djokovic redet vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Mediensaal in Basel.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Novak Djokovic gibt sein Comeback in Basel
  • Wie er über Federer und Wawrinka denkt
  • Was die Serbien-Wahlen in ihm ausgelöst haben
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Marco PescioReporter Sport

Ganze 15 Jahre ist es her, seit Novak Djokovic (39) das letzte Mal in der Basler St. Jakobshalle aufgeschlagen hat. Damals, bei seiner dritten Teilnahme, war er im Halbfinal ausgeschieden. Zuvor aber verstrickte er Roger Federer (45) in zwei umkämpfte Finalspiele – und knöpfte dem Lokalmatadoren und späteren Rekordsieger im Jahr 2009 einen Heim-Titel ab.

Für Djokovic war es damals der 15. Turniersieg seiner Laufbahn. In der Zwischenzeit ist «einiges passiert», wie er scherzt. Mittlerweile steht der Serbe bei 102 Titeln und damit nur noch einen einzigen hinter Federer. Ausgerechnet in Basel also könnte der Superstar die Marke seines grossen Rivalen egalisieren. Doch längst nicht nur diese Jagd ist Thema bei der aus allen Nähten platzenden Pressekonferenz im Bauch der Arena. Um kurz vor 15.00 Uhr betritt Djokovic im lässigen, hellen Sportanzug den Saal – und spricht einen Tag vor seinem Erstrundenspiel gegen Ugo Humbert (28) über …

… sein Basel-Comeback

«Ich freue mich, zurück zu sein und mag die Schweiz überhaupt sehr: Ich hatte zuletzt gute Jahre in Genf und natürlich ist die Schweiz über all die Jahre auch zu einem der wichtigsten Länder auf der Tenniskarte geworden – durch Namen wie Federer, Stan Wawrinka oder Martina Hingis. Basel war zunächst allerdings nicht in meiner Agenda. Als sich dann aber meine Pläne änderten (wegen der Absage des Six Kings Slam in Riad, d. Red.), habe ich mich dennoch entschieden, hierherzukommen.

… über sein Verhältnis zu Roger Federer

«Wir hatten stets eine sehr professionelle Beziehung. Doch ein Verhältnis neben dem Platz gab es bei uns eigentlich nie. Wir waren immer Rivalen. Roger hat allerdings immer meinen grossen Respekt gehabt. Er hat enorm viel für unseren Sport getan, hat jüngeren Spielern den Weg geebnet – und dafür bin ich ihm sehr dankbar.»

… seine Erinnerungen an Stan Wawrinka

«Wir hatten ein paar grossartige Kämpfe auf unserem gemeinsamen Weg. Dass er immer noch auf diesem Level dabei ist, ist beeindruckend. Alle sprechen immer über mein Alter – aber was ist mit dem 41-jährigen Stan? Für mich sind die letzten vier, fünf Jahre, die Stan auf der Tour erlebte, herausragend. Warum? Weil er sich in dieser Zeit nicht zu schade war, Challengers zu spielen und sich dort unten wirklich voll reinzuhängen, damit er wieder Rankingpunkte bekommt. Das ist nicht selbstverständlich mit dem Status, den er zuvor als dreifacher Grand-Slam-Champion schon hatte. Es ist ein Beweis für seine Bescheidenheit und seine Leidenschaft. Ich hatte immer eine wunderbare Bindung zu ihm.»

… die Balance zwischen Familie und Titeljagd

«Im letzten Jahr ging es für mich in erster Linie darum, mich körperlich gut zu fühlen. Natürlich: Ich kämpfe nach wie vor um Turniersiege – auch um einen weiteren Grand-Slam-Titel. Aber meine Karriere ist so weit fortgeschritten, dass mir auch eine gute Balance zwischen Familie und Tennis wichtig ist. Ich habe eine Frau und zwei Kinder. Und ich möchte nicht wie früher, als ich auf der Tour noch mehr eingespannt war, viele der wichtigen Termine innerhalb unserer Familie verpassen.»

… die kürzlichen Wahlen in Serbien, bei denen Aleksandar Vucic die Macht verlor

«Ich bin sehr happy darüber. Ich spreche den Studenten, die sich dafür eingesetzt haben, meinen tiefsten Respekt aus. Sie haben unglaubliche Widerstandsfähigkeit gezeigt und verdienen deshalb meine grösste Bewunderung. Wir dürfen stolz sein und hoffen, dass unser Land eine blühende Zukunft haben wird.»

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