Satz verloren und mit dem Schiri diskutiert
Federer kämpft sich in die dritte Runde

Die Schläge und die Stimmung zwischen Roger Federer und Marin Cilic sind geladen! Doch der Schweizer feuert etwas besser: 6:2, 2:6, 7:6, 6:2. Der 39-Jährige steht in Runde 3 der French Open!
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Cécile Klotzbach
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Roger Federer startet brillant in die Partie gegen Marin Cilic.
Foto: keystone-sda.ch

Es ist die elfte Partie zwischen den beiden Tennis-Schwergewichten Roger Federer und Marin Cilic. Die Kräfte sind allerdings eher ungleich verteilt: Hier der 20-fache Grand-Slam-Sieger, 39-jährig und noch die Nummer 8 der Welt. Da der sieben Jahre jüngere Kroate, der den Schweizer bislang nur einmal schlagen konnte. Nämlich 2014 beim US Open, wo er seinen einzigen Major-Titel holte. Mittlerweile ist Cilic auf Platz 47 im Ranking abgerutscht - und gleich zu Beginn der Zweitrundenpartie in Paris wissen wir auch, wieso. Es fehlt ihm zuweilen die Konstanz.

Cilic startet fehlerhaft und teilweise ungelenk in das Match. Nicht einmal auf seinen Monster-Service kann sich der 1,98-Riese heute verlassen – macht er doch Doppelfehler in höchst ungünstigen Momenten. Federer gewinnt den ersten Satz dank zwei Breaks nach 30 Minuten mit dem ersten Satzball 6:2.

Schiri-Zoff im zweiten Satz

Doch so federleicht es bis jetzt aussieht bleibt es nicht. Nur eine Viertelstunde später steht es 0:3 – fast sogar schon 0:4, aber Roger kann zwei weitere Breakbälle abwehren und auf 1:3 verkürzen. Untypisch für ein Match auf Sand: Alles geht sehr schnell, die Ballwechsel sind kurz. Dazu drückt Cilic auf einmal enorm aufs Tempo. Und das Thema Zeit wird auch sonst zum Knackpunkt dieses zweiten Durchgangs...

Was passiert? Der Kroate beschwert sich, dass er mit dem Aufschlag zu lange warten müsse, bis Federer parat sei. Und prompt wird dieser im nächsten Game vom Schiedsrichter verwarnt! Der Schweizer versteht die Welt nicht mehr, ist er doch eher dafür bekannt, zwischen den Ballwechseln zügig parat zu sein. Er beschwert sich, diskutiert, es kommt sogar zum direkten Disput zwischen den Gegnern. Eine ungewöhnliche Szene, zumal sich die beiden eigentlich stets sehr gut verstanden. Nachdem Federer Cilic 2017 eine Final-Packung in Wimbledon verpasst hatte, trafen sich die beiden in den Ferien auf den Malediven und spielten dort sogar zum Spass Tennis. Hier in Paris ist nichts mehr Spass – nachdem er ein zweites Break kassiert, verliert ein genervter Roger den Satz 2:6.

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Nach Zeitüberschreitung:Hier legt sich Federer mit dem Schiri an

Ärgerlich auch, dass er in Durchgang 3 mit 3:1 in Führung geht und dann drei Breakbälle nicht nutzen kann. Stattdessen gleicht Cilic zum 3:3 aus. Bei Federer hapert seit geraumer Zeit die Rückhand, sein Service, vor allem der Zweite, ist für die hammerharten Returns von gegenüber oft zu wenig effektiv. Der Satz wird dennoch im Tiebreak entschieden. Dieser startet wieder mit einer Verwarnung wegen Zeitüberschreitung – diesmal für Cilic beim Service. Und auch sonst ist der fast 40-Jährige flinker – 7:2!

Die Frage lautet nun: Wie lange tragen ihn die Beine noch in diesem Tempo und bei schwülen 27 Grad in Paris? Antwort: Noch eine knappe halbe Stunde, und dies ohne Probleme. Federer strotzt jetzt vor Selbstvertrauen, wirkt frischer als Cilic und zeigt fortan keine Schwäche-Phasen mehr. Mit einem finalen 6:2 zieht er mit mehrheitlich grosser Klasse in die dritte Runde von Roland Garros ein.

«Es ist noch Energie übrig»

«Ich glaube, ich habe einen sehr guten Match gemacht und bin überrascht, wie gut ich von der Fitness her dieses Niveau halten konnte. Ich bin jetzt klarer in meinen Schlägen, anfangs hatte ich noch etwas Mühe in der Defensive, aber das war anfangs wohl normal», sagt er danach äusserst zufrieden. Und: «Es ist sogar noch etwas Energie übrig – das gibt mir Vertrauen.» Das wird als nächstes Dominik Köpfer (ATP 59) zu spüren bekommen. Der 27-jährige Deutsche eliminierte den gesetzten Ami Taylor Fritz. Roger hat eine Ahnung, was ihn erwartet: «Nicht so harte Schläge wie heute, aber er ist ein Linkshänder, das macht sowieso alles anders.»

Das sagt Federer nach dem Spiel

Zu seinem Spiel:

«Ich hatte ein paar Ups and Downs, aber das Gute ist, ich wusste warum, und konnte darauf reagieren. Dass ich das konnte, gibt mir viel Vertrauen. Ich fand einen höheren Gang, er nicht – das war sehr positiv für mich. Eigentlich wollte ich mehr Serve- and Volley spielen, aber Cilic schlug hart und schnell, so entschloss ich, das Ganze etwas besser von hinten zu kontrollieren. Ich habe die Dinge gut gemacht. Und ich bin sehr überrascht, wieviel Energie ich noch habe.»

Zum Formstand:
«Ich fühle mich besser und besser, auch in der Beinarbeit. Die Leute denken, Sand ist langsam. Stimmt nicht, oftmals ist es sogar schneller als auf Hartcourts, wenn die Bedingungen so warm wie heute sind. Aber es gibt natürlich Unterschiede bei den Bewegungen, beim Rutschen. Wir werden sehen, wie mein Knie reagiert. So oder so bin ich happy, dass ich in Paris gestartet bin – es hat sich schon gelohnt. Jeder Match, der vorbei geht, gibt mir mehr Informationen. Vieles passiert ja auch in der Antizipation. An all das muss ich mich erst wieder gewöhnen. Ich geniesse es sogar, vor dem Match mit dem Team viel über die Taktik zu diskutieren. Das gefällt mir besser, als immer nur über mein Knie oder mich selbst im Training zu reden.»

Zur Verwarnung wegen Zeitüberschreitung:

«Ich verstand zuerst nicht, was abging. Dann versuchte ich zu verstehen, warum? Einmal schlug Cilic sogar auf, obwohl ich gar noch nicht parat war. Erst nach der Verwarnung realisierte ich, dass er schon länger unzufrieden mit mir war. Abgesehen davon droppt er den Ball vor seinem Service ca. 10 Mal ... Aber okay, Marin wollte es schneller, und ich habe verstanden, dass ich vor dem Return nicht mehr zum Handtuch gehen soll. Das ist neu auf dieser neuen Tour – etwas komisch, aber sehr interessant. Und letztlich gut für mich, weil ich mich beherrschen konnte. Wenn ich mit dem Schiedsrichter rede, darf es mich danach nicht zu sehr beschäftigen. Es muss lässig sein, nicht zu emotional, als möchtest du den Mann vom Stuhl runterholen. Das stört dann auch niemanden – nicht die Zuschauer, nicht die Medien, höchstens Cilic, aber der war wahrscheinlich zufrieden, dass ich die Warning bekam. Egal, es gab dem Match noch etwas Energie, das mag ich.»

Zu Gegner Dominik Köpfer:

«Ich kenne Köpfer ehrlich gesagt nicht so gut. Ich habe mir ein paar Bälle gegen Taylor Fritz angesehen, es hat mich nicht sehr erstaunt, dass Köpfer gewonnen hat. Er spielt völlig anders als Cilic – ist also genau der richtige Gegner für mich, um mich hier weiter gut einzuspielen und Informationen zu sammeln.»

Zu seinem Spiel:

«Ich hatte ein paar Ups and Downs, aber das Gute ist, ich wusste warum, und konnte darauf reagieren. Dass ich das konnte, gibt mir viel Vertrauen. Ich fand einen höheren Gang, er nicht – das war sehr positiv für mich. Eigentlich wollte ich mehr Serve- and Volley spielen, aber Cilic schlug hart und schnell, so entschloss ich, das Ganze etwas besser von hinten zu kontrollieren. Ich habe die Dinge gut gemacht. Und ich bin sehr überrascht, wieviel Energie ich noch habe.»

Zum Formstand:
«Ich fühle mich besser und besser, auch in der Beinarbeit. Die Leute denken, Sand ist langsam. Stimmt nicht, oftmals ist es sogar schneller als auf Hartcourts, wenn die Bedingungen so warm wie heute sind. Aber es gibt natürlich Unterschiede bei den Bewegungen, beim Rutschen. Wir werden sehen, wie mein Knie reagiert. So oder so bin ich happy, dass ich in Paris gestartet bin – es hat sich schon gelohnt. Jeder Match, der vorbei geht, gibt mir mehr Informationen. Vieles passiert ja auch in der Antizipation. An all das muss ich mich erst wieder gewöhnen. Ich geniesse es sogar, vor dem Match mit dem Team viel über die Taktik zu diskutieren. Das gefällt mir besser, als immer nur über mein Knie oder mich selbst im Training zu reden.»

Zur Verwarnung wegen Zeitüberschreitung:

«Ich verstand zuerst nicht, was abging. Dann versuchte ich zu verstehen, warum? Einmal schlug Cilic sogar auf, obwohl ich gar noch nicht parat war. Erst nach der Verwarnung realisierte ich, dass er schon länger unzufrieden mit mir war. Abgesehen davon droppt er den Ball vor seinem Service ca. 10 Mal ... Aber okay, Marin wollte es schneller, und ich habe verstanden, dass ich vor dem Return nicht mehr zum Handtuch gehen soll. Das ist neu auf dieser neuen Tour – etwas komisch, aber sehr interessant. Und letztlich gut für mich, weil ich mich beherrschen konnte. Wenn ich mit dem Schiedsrichter rede, darf es mich danach nicht zu sehr beschäftigen. Es muss lässig sein, nicht zu emotional, als möchtest du den Mann vom Stuhl runterholen. Das stört dann auch niemanden – nicht die Zuschauer, nicht die Medien, höchstens Cilic, aber der war wahrscheinlich zufrieden, dass ich die Warning bekam. Egal, es gab dem Match noch etwas Energie, das mag ich.»

Zu Gegner Dominik Köpfer:

«Ich kenne Köpfer ehrlich gesagt nicht so gut. Ich habe mir ein paar Bälle gegen Taylor Fritz angesehen, es hat mich nicht sehr erstaunt, dass Köpfer gewonnen hat. Er spielt völlig anders als Cilic – ist also genau der richtige Gegner für mich, um mich hier weiter gut einzuspielen und Informationen zu sammeln.»

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