Genf-Märchen zu Ende
Das plant Stricker (18) in den nächsten Wochen

Zu gerne hätten wir Dominic Stricker in Genf als Rächer seines Idols Roger Federer erlebt. Doch dazu kommt es nicht. Auch der 18-jährige ATP-Debütant scheitert in drei Sätzen am zähen Spanier Pablo Andujar (ATP 75) – 6:4, 4:6, 4:6.
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Cécile Klotzbach
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Out im Genf-Viertelfinal:Dieser Return-Winner beendet das Stricker-Märchen

Roger Federer hatte es gesagt: Pablo Andujar ist einer dieser stabilen Sandplatzspieler, die man schlagen kann – wenn man sich nicht selbst schlägt. Ihm selbst ist genau das passiert. Macht es Dominic Stricker besser? Dass der 35-jährige Spanier mit Platz 75 der Welt schlechter klassiert ist als seine beiden ersten Gegner Cilic (ATP 46) und Fucsovics (ATP 44), bedeutet auf dieser Unterlage nicht viel. Es braucht eine weitere Top-Leistung des 18-jährigen Berners.

Und die liefert er wie schon fast gewohnt. Zunächst lässt den zum Genfer Liebling emporgestiegenen Junior wieder nicht viel aus der Ruhe bringen. Auch nicht schwächere Phasen, in denen er ein zu Beginn erarbeitetes Break wieder abgibt. Nach 42 Minuten tütet er den ersten Satz 6:4 ein – es ist der 5. Satzgewinn in Serie an diesem Turnier, seinem allerersten auf ATP-Profiebene.

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Dominic Strickers Märchen von Genf ist zu Ende.
Foto: keystone-sda.ch

Zu Null legt Stricker erneut mit einem Break vor, kann die Führung aber erneut nicht halten. Das Match geht auf Augenhöhe bis zum 4:5 weiter, dann sieht er sich plötzlich zwei Break- und Satzbällen gegenüber. Den ersten Satzball wehrt der 18-Jährige wie ein Grosser mit einem Ass ab. Den zweiten verliert er. Erstmals gibt Stricker diese Woche einen Satz ab.

Wie geht er mit dieser neuen Situation um? Zu Beginn des Entscheidungs-Durchgangs wird er geradezu überrumpelt. Schnell steht es 0:3, aber bei 2:4 schafft er das Re-Break und bestätigt es zum 4:4. Es wird der ultimative Nerventest für den Debütanten. Aber wie sein Vater Stephan im Interview mit Blick erklärt: Er hat keinen Druck, muss keine Angst haben, kann unbeschwert aufspielen und nur von der Erfahrung profitieren.

Und diese sieht so aus: Nach zweieinviertel Stunden muss sein Sohn erfahren, wie es sich anfühlt ein knappes ATP-Match zu verlieren. Es gelingt Dominic nicht, in seinem Genfer Märchen ein weiteres Kapitel zu schreiben. 4:6, 6:4, 6:4 für den Schweiz-Schreck Andujar, der bis Mitte des zweiten Durchgangs schon wie der sichere Verlierer aussah – Erinnerungen an das ganz ähnliche Resultat gegen Federer (6:4, 4:6, 6:4) kommen auf...

Dieser bekam das Geschehen übrigens vor Ort mit, weil er parallel trainierte. Als hätte er den Ausgang kommen sehen, relativierte er während der laufenden Partie die Euphorie um den jungen Schweizer. «Er macht das souverän, zieht sein Ding ruhig durch, das ist ihm hoch anzurechnen», sagt er gegenüber SRF. Wichtig sei aber jetzt, dass sein Umfeld und die Medien ihn jetzt nicht zu sehr hypen. «Im Moment sind alle ziemlich fixiert, es ist ja auch unglaublich, was er da schafft. Aber nächste Woche gehts für ihn nicht mehr an einem 250, 500 oder Grand Slam weiter, sondern mit einem Future oder Challenger irgendwo auf einem Platz 3.»

Rogers Tipp an Dominic: Er soll sich freuen über seine Resultate, aber dann wieder darauf fokussieren, sich zu verbessern. «Denn er hat noch grosses Verbesserungspotenzial.»

Verbessert hat sich Stricker auf jeden Fall in der Weltrangliste, wo er neu auf Position 334 zu finden ist. Und er ist um eine tolle Erfahrung reicher, die ihm bestimmt zum weiteren Aufstieg verhelfen wird.

Stricker nach Genf-Out

Nachdem er im Anschluss an sein Einzel auch das Doppel mit Marc-Andrea Hüsler denkbar knapp (9:11 im dritten Satz) verloren hat, zieht Dominic Stricker eine positive Bilanz seiner Woche in Genf

Sie waren dran an Pablo Andujar, was hat zum Sieg gefehlt?
«Ich glaube, auch das war ein guter Match. Es lief zwar nicht alles perfekt, aber es war okay. Ich hätte in gewissen Momenten gegen Ende der letzten beiden Sätze etwas besser spielen müssen, aber da war er halt auch sehr gut.»

Welches Gefühl überwiegt nach den Tagen in Genf jetzt bei Ihnen?
«Ich habe diese Woche sehr genossen und es war mega, dass ich meine Wildcard so ausnützen konnte. Die Aufregung war gross und ich habe viel gelernt. Es war grossartig zu sehen, dass ich mit den anderen Jungs mithalten kann und auch körperlich die drei Matches gut durchspielen konnte. Es gibt klar einen Unterschied zwischen einem solchen und den kleineren Turnieren, die ich sonst spiele. Hier muss man um jeden Punkt fighten, niemand macht dir Geschenke. Und ich werde weiter hart daran arbeiten, dass ich selbst weniger verschenke und so knappe Matches wie heute auf meine Seite drehen kann. Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg.»

Was nimmst Du von hier mit?

«Dass es nicht passieren sollte, solche Löcher zu haben wie heute am Anfang des dritten Satzes, wo ich gleich mit Break zurücklag.»

Haben Sie selbst Ihre Erwartungen übertroffen?

«Dass mein Tennis hier so gut klappt, dass ich zwei Spieler schlagen und mit dem dritten gut mithalten kann, habe ich nicht gedacht. Ist super, jetzt ein paar Plätze gut zu machen, auch um ein paar Turniere der höheren Qualität zu spielen zu dürfen.»

Ist jetzt ein weiteres ATP-Turnier oder sind gar die French Open geplant?

«Nein, in Paris werde ich dieses mal nicht sein. Wir haben nach einer Wildcard für das Qualifikationsfeld gefragt, aber das hat leider nicht geklappt – schade, es wäre cool gewesen. Aber früher oder später werde ich hoffentlich mal ohne Wildcards dabei sein können, wenn ich erfolgreich bei kleineren Turnieren spiele. Bezüglich ATP-Turnier weiss ich auch noch nichts, aber ich hoffe es! Nun reise ich erstmal nach Bosnien, um nächste Woche ein 25K-Turnier zu spielen.»

Wie schwierig wird es jetzt von diesem Level wieder auf der gewohnten Tour weiterzumachen?

«Sicher, das ist wieder komplett was anderes. Aber es gehört dazu, dass man diesen Weg machen muss. Ich werde auch dort alles geben, damit ich so schnell wie möglich wieder auf das höhere Level zurückkehren kann. Dass ich jetzt einige Plätze im Ranking gut gemacht habe, hilft mir schon mal dabei.»

Nachdem er im Anschluss an sein Einzel auch das Doppel mit Marc-Andrea Hüsler denkbar knapp (9:11 im dritten Satz) verloren hat, zieht Dominic Stricker eine positive Bilanz seiner Woche in Genf

Sie waren dran an Pablo Andujar, was hat zum Sieg gefehlt?
«Ich glaube, auch das war ein guter Match. Es lief zwar nicht alles perfekt, aber es war okay. Ich hätte in gewissen Momenten gegen Ende der letzten beiden Sätze etwas besser spielen müssen, aber da war er halt auch sehr gut.»

Welches Gefühl überwiegt nach den Tagen in Genf jetzt bei Ihnen?
«Ich habe diese Woche sehr genossen und es war mega, dass ich meine Wildcard so ausnützen konnte. Die Aufregung war gross und ich habe viel gelernt. Es war grossartig zu sehen, dass ich mit den anderen Jungs mithalten kann und auch körperlich die drei Matches gut durchspielen konnte. Es gibt klar einen Unterschied zwischen einem solchen und den kleineren Turnieren, die ich sonst spiele. Hier muss man um jeden Punkt fighten, niemand macht dir Geschenke. Und ich werde weiter hart daran arbeiten, dass ich selbst weniger verschenke und so knappe Matches wie heute auf meine Seite drehen kann. Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg.»

Was nimmst Du von hier mit?

«Dass es nicht passieren sollte, solche Löcher zu haben wie heute am Anfang des dritten Satzes, wo ich gleich mit Break zurücklag.»

Haben Sie selbst Ihre Erwartungen übertroffen?

«Dass mein Tennis hier so gut klappt, dass ich zwei Spieler schlagen und mit dem dritten gut mithalten kann, habe ich nicht gedacht. Ist super, jetzt ein paar Plätze gut zu machen, auch um ein paar Turniere der höheren Qualität zu spielen zu dürfen.»

Ist jetzt ein weiteres ATP-Turnier oder sind gar die French Open geplant?

«Nein, in Paris werde ich dieses mal nicht sein. Wir haben nach einer Wildcard für das Qualifikationsfeld gefragt, aber das hat leider nicht geklappt – schade, es wäre cool gewesen. Aber früher oder später werde ich hoffentlich mal ohne Wildcards dabei sein können, wenn ich erfolgreich bei kleineren Turnieren spiele. Bezüglich ATP-Turnier weiss ich auch noch nichts, aber ich hoffe es! Nun reise ich erstmal nach Bosnien, um nächste Woche ein 25K-Turnier zu spielen.»

Wie schwierig wird es jetzt von diesem Level wieder auf der gewohnten Tour weiterzumachen?

«Sicher, das ist wieder komplett was anderes. Aber es gehört dazu, dass man diesen Weg machen muss. Ich werde auch dort alles geben, damit ich so schnell wie möglich wieder auf das höhere Level zurückkehren kann. Dass ich jetzt einige Plätze im Ranking gut gemacht habe, hilft mir schon mal dabei.»

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