Djokovic nach 18. Grand-Slam-Titel
«Die Leute waren unfair – das ist meine Antwort»

Novak Djokovic (33) beendet im Final der Australian Open die 20 Spiele dauernde Siegesserie von Daniil Medwedew (25). Mit 18 Grand-Slam-Titeln fehlen nur noch zwei bis zum Rekord.
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Christian Müller und Stefan Meier
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Ungefährdet zum 9. Titel:So dominiert Djokovic den Australian-Open-Final

Wohnzimmer oder zweites zu Hause: Melbourne ist längst zu dem geworden, was Roland Garros für Rafael Nadal oder Wimbledon für Roger Federer ist.

Die Weltnummer 1 holt sich mit einem dominanten Finalsieg seinen neunten Titel an den Australian Open. Daniil Medwedew ist beim 5:7, 2:6, 2:6 chancenlos. Sieben Breaks muss der Russe gegen den besten Returnspieler hinnehmen. Und dies, obwohl mit zuvor 20 Siegen in Folge Medwedews Form und Selbstvertrauen nicht besser sein könnten. Den Frust lässt die neue Nummer 3 der Welt Ende des zweiten Durchgangs an seinem Schläger aus.

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Ein bekanntes Bild: Novak Djokovic küsst die Trophäe der Australian Open.
Foto: AFP

So leicht es im Final aussieht, so schwierig sei dieser Triumph gewesen, sagt Djokovic. «Dieser Titel ist mit keinem anderen zu vergleichen. Es war nicht einfach, sich einer Quarantäne zu stellen, und emotional war es der schwierigste Grand Slam von allen», gesteht er ein.

Djokovic hinterlässt wie schon in seinen bisherigen acht Finals in der Rod Laver Arena einen bestechenden Eindruck. Von seiner angeblichen Bauchmuskelzerrung, die vielleicht auch nur ein Versprecher war, ist gar nichts mehr zu sehen. Wie vor dem Final angekündigt lässt er keinen Zweifel daran, dass die Wachablösung durch die jüngere Generation noch warten muss.

«Viele Leute waren unfair»

Der ganze Wirbel um die Verletzung, die Simulanten-Vorwürfe und das Misstrauen durch andere Spieler, Medien und Fans haben ihn tief getroffen. Er habe versucht, positiv zu bleiben und sich zu erholen. «Ich musste mental sehr stark sein. Wir haben versucht, die vielen Kommentare über mich nicht zu lesen, aber manchmal ist es schwierig, das zu vermeiden. Es war nicht angenehm, diese Vorwürfe zu hören.»

Er fürchte, dass er nicht das letzte Mal als Buhmann dastehen werden. «Natürlich schmerzt es mich, zu sehen, wie Leute mich offen kritisieren. Ich musste im Laufe der Jahre eine dicke Haut entwickeln», erzählt Djokovic weiter. «Viele Leute waren unfair zu mir. Der Gewinn des Turniers ist meine Antwort an alle, die es getan haben.»

Sein 18. Major-Erfolg bringt Djokovic einen Schritt näher zu seinem ganz grossen Ziel: dem Grand-Slam-Rekord. Noch steht dieser bei 20 und wird von Rafael Nadal und Roger Federer gehalten.

Ab jetzt zählen nur noch die Grand Slams

Ab jetzt gilt Djokovics ganze Konzentration nur noch den Grand Slams, weil er einen grossen Rekord von Federer mit den meisten Wochen als Weltnummer 1 bereits auf Nummer sicher hat. «Zu wissen, dass ich der Spieler mit den meisten Wochen auf Platz 1 der Geschichte sein werde, ist eine Erleichterung für mich. Das ermöglicht mir, mich viel mehr auf Grand Slams zu konzentrieren», verrät Djokovic.

Er werde seinen Zeitplan nun anpassen, auch um körperlichen Beschweren zuvorzukommen. «Von heute bis in die Zukunft ist es mein grosses Ziel, mehr Grand-Slam-Titel zu gewinnen und alle meine Bemühungen werden sich darauf konzentrieren.» Die Jagd auf Federer und Nadal ist in vollem Gang.

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