SRF-Moderatorin Fetscherin über Pferde, den Tod und Tränen
«Ich verabscheue negative und manipulative Menschen»

Seit vielen Jahren ist Annette Fetscherin fester Bestandteil von SRF Sport. Aktuell moderiert sie im Studio zur Fussball-WM. Die Thurgauerin über Pferde, Kugelschreiber und To-do-Listen.
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Ob Ski, Schwingen oder Eishockey: Seit 2017 ist die Thurgauerin bei SRF Sport tätig. Am 14. Juni moderiert sie das Fussball-WM-Spiel Niederlande gegen Japan.
Foto: Linda Käsbohrer
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Andrea Germann
Schweizer Illustrierte

Was denken andere über Sie, das vielleicht gar nicht stimmt?
Annette Fetscherin:
Dass ich es liebe, im Mittelpunkt zu stehen und die Leute zu unterhalten. Aber ich bin eigentlich überhaupt nicht so. Auch in der Schule war ich nie diejenige, die gern vorne stand und vor der Klasse präsentierte.

Was wären Sie als Kind gern geworden?
Buchautorin, weil ich seit meiner Kindheit gern frei erfundene Geschichten geschrieben habe. Ich würde eigentlich auch heute gern ein Buch schreiben über eigene Erfahrungen. Gleichzeitig würde das sehr persönlich werden, was mir unangenehm wäre. Ein Dilemma also (lacht).

Als Sie 16 waren, wie sah Ihr Zimmer aus?
Es war voller Rössli-Poster. Typische Boygroup-Fotos, wie sie wohl bei den meisten Teenies an den Wänden hingen, hatte ich keine.

Mein Ausgleich: Schon als Kind habe ich das Reiten für mich entdeckt. Seit acht Jahren spiele ich Polo – mein Ausgleich zum turbulenten Alltag. Hier bin ich mit meiner Lieblingsstute Paloma zu sehen.
Foto: ZVG

Für wen haben Sie als Teenager geschwärmt?
Für Michael Jackson. Meine allererste CD war von ihm. Und ein bisschen für den Schauspieler Keanu Reeves – «Gefährliche Brandung» war mein absoluter Lieblingsfilm. Auch heute wirkt er als Schauspieler und als Mensch sehr reflektiert.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Haben Sie einen Tick?
Während meiner Sendungen spiele ich oft mit einem Kugelschreiber. Ich versuche, ihn zwischendurch bewusst wegzulegen, damit es nicht zu auffällig ist. Das mache ich übrigens nicht, wenn ich nervös bin. Aber ich fühle mich einfach wohler, wenn ich etwas in der Hand habe.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Nach dem Sieg der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gegen Deutschland an der WM habe ich eine Träne verdrückt, als die Fans «W. Nuss von Bümpliz» anstimmten.

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ich bin sehr chaotisch. Ich vergesse Dinge schnell und muss mir alles auf To-do-Listen schreiben. Das kann manchmal ziemlich stressig sein.

Meine Lektüre: Ich mag philosophische und psychologische Bücher. Etwa «Mitte des Lebens» von Barbara Bleisch.
Foto: ZVG

Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für meine zwei Pferde. Jeder, der selbst Pferde hat, weiss, dass man für seine Lieblinge bereit ist, das letzte Hemd zu geben.

Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit einem freien Abend mit Freunden oder meiner Familie, dazu ein gutes Essen und ein Glas Wein. Einfach die Zeit geniessen. Materielle Dinge spielen für mich weniger eine Rolle.

Welches ist Ihr Lieblingsspiel?
Jassen.

Welches Kompliment haben Sie kürzlich erhalten?
Dass ich im Fernsehen genauso wirke wie im echten Leben. Das ist mir wichtig. Besonders wenn es von Menschen kommt, die mich persönlich kennen.

Welche Gegenstände kommen mit auf eine einsame Insel?
Mein Handy – um Hilfe zu holen. Und für den Fall, dass es keinen Empfang hat, nehme ich noch ein spannendes Buch mit. Im Notfall könnte man damit sogar Feuer machen (lacht).

Wie möchten Sie sterben?
Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich bin froh, es nicht zu wissen.

Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen?
Danke für alles!

Haben Sie schon mal eine Therapie gemacht?
Nein. Aber ich höre Podcasts und lese Bücher zur Persönlichkeitsentwicklung. Ich finde die menschliche Psyche extrem spannend.

Mein Hobby: Seit Herbst 2025 male ich gern Bilder. Als Sujet wähle ich oft mich selbst mit meinen Polo-Pferden.
Foto: ZVG

Wie viel sind Sie wert – in Franken?
Ich bin mir selbst sehr wertvoll, aber eine genaue Zahl kann und möchte ich hier nicht nennen.

Was machen Sie als Letztes, bevor Sie ins Bett gehen?
Ich höre ein Hörbuch. Gerade ist das «The Inner Game of Tennis». Meistens schlafe ich dabei aber schnell ein und höre das Ende gar nicht mehr (lacht).

Was darf in Ihrem Haushalt nicht fehlen?
Meine selbst gemalten Bilder. Ich male vor allem Szenen über den Polo-Sport. Es ist für mich ein schöner Ausgleich zum Alltag.

Was verabscheuen Sie am meisten?
Negative und manipulative Menschen. Die saugen mich wahnsinnig aus. Ich mags gern unkompliziert.

Wofür haben Sie zuletzt gebetet?
Ich bin nicht besonders religiös, aber wenn es Menschen in meinem Umfeld nicht gut geht, bete ich schon auch mal für sie.

Mit wem würden Sie gern im Lift stecken bleiben?
Mit einer guten Freundin. Dann wird es auch nicht langweilig, selbst wenn man länger feststeckt.

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