Darum gehts
- Am Donnerstag ging das zweite Training für die Abfahrt am Lauberhorn über die Bühne
- Dominik Paris humpelt aus dem Ziel. Ob er am Rennen startet ist noch unsicher
- Franjo von Allmen wird von einem Stein auf der Piste ausgebremst
Jetzt geht es in die heisse Phase der Lauberhornrennen. Nach dem abgesagten Training am Mittwoch durften die 63 Starter – darunter wiederum satte zehn Schweizer – am Donnerstagnachmittag ein zweites Mal die legendäre Strecke nach Innerwengen runterbrettern.
Und siehe da: Die Wengener Pisten-Crew hat den trainingsfreien Tag und die klaren Nächte genutzt. Nachdem die Athleten beim ersten Training von weichen Bedingungen in der zweiten Streckenhälfte gesprochen haben, fällt das Feedback an die Piste heute schon komplett anders aus. Justin Murisier (34) sagt: «Ich glaube, die Piste ist jetzt wirklich perfekt.»
Offenbar hat sich irgendwo im Schnee der Panoramakurve dennoch ein Steinchen versteckt. Dieser kleine Gegner jeder Skikante suchte sich seinen Platz genau auf der Linie von Franjo von Allmen (24) aus. Der amtierende Abfahrtsweltmeister verliert auf die Bestzeit (2:27,37 Minuten, wieder vom Italiener Giovanni Franzoni aufgestellt) deshalb im Ziel über fünf Sekunden.
Den grossen Rückstand hat er sich vor allem bei einer Schlüsselstelle eingefahren. Von Allmen erklärt verständlich: «Wenn man nicht weiss, wie viel Grip man hat, wird es einem schon etwas mulmig, wenn man mit hohem Tempo auf das Brüggli-S zufährt.»
Paris «schaut mal», ob ein Start möglich ist
Das Sorgenkind nach dem Training ist aber Routinier Dominik Paris (36), der 2009 in Wengen sein Abfahrtsdebüt auf höchster Stufe feierte.
Nach seiner Fahrt humpelt der Südtiroler aus dem Zielraum. Paris entwarnt danach nur teilweise: «Es geht schon. Schön ist es aber nicht.» Doch warum humpelt denn «Domme» überhaupt aus dem Zielraum? Blick erklärt er: «Es ist eine alte Verletzung am Sprunggelenk. Weil es unruhiger und eisiger war als sonst in dieser Saison, spüre ich es jetzt wieder mehr.»
Ob er die beiden kommenden Rennen trotzdem bestreitet? «Ja, ich denke schon, aber mal schauen, wie es geht.» Damit gibt sich Paris zwar optimistisch, doch die Fans lässt er trotzdem mit einem Fragezeichen zurück.
Für einen weiteren heiklen Moment sorgt der letztjährige Podestfahrer Miha Hrobat (30). Kurz vor dem Hundschopf rettet sich der Slowene gerade noch so davor, nicht in den Fangnetzen zu landen.
Schweizer kämpfen mit dem ersten Abschnitt
Der schnellste Schweizer im Training war als 13. wieder Marco Odermatt (28). Die meiste Zeit hat der Nidwaldner im flachen ersten Sektor verloren. Komischerweise erging es den meisten Schweizern so. Ob das eine teaminterne Taktik der «Skigenossen» war? Murisier dementiert ganz locker und selbstbewusst: «Es ist immer noch ein Einzelsport. Jeder macht, was er will. Ich glaube, am Samstag wird es schon passen. Alle tricksen im Training etwas. Die Zeiten von heute sind nicht so wichtig.»