Es kostet Millionen!
Fix! Ski-Schweiz bekommt weiteres Weltcuprennen

Die Ski-Schweiz wird schon bald ein weiteres Weltcuprennen erhalten. Zermatt fungiert im provisorischen Kalender der FIS – die Walliser investieren für die Rückkehr auf die grosse Bühne Millionen.
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Am Fusse des Matterhorns soll eine neue Weltcup-Abfahrt lanciert werden.
Foto: Gabriel Perren
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Marcel W. PerrenReporter Sport

Es ist die grösste Niederlage in der sonst so erfolgreichen Karriere von Franz Julen (68, langjähriger CEO von Intersport International). Im Frühling 2024 schmeisst die FIS die vom Zermatter initiierte Zweiländerabfahrt auf der Gran Becca (Start in der Schweiz, Ziel in Italien) trotz weiterlaufendem Vertrag aus dem Weltcup-Kalender. In der Folge bewahrheitet sich allerdings genau das, was Trainerlegende Karl Frehsner einst im Gespräch mit Blick gesagt hat: «Wer sich mit Franz Julen anlegt, läuft gegen eine Granitwand!»

Der ältere Bruder von Riesenslalom-Olympiasieger Max Julen (65) lässt die alpine Weltspitze ins Leere laufen, indem er unmittelbar nach dem Weltcup-Out seiner Gran Becca ein Sommertrainingsverbot für sämtliche Elite-Ski-Teams in Zermatt ausspricht. Resultat: Der damalige FIS-Präsident Johan Eliasch und die Führung von Swiss-Ski gehen danach vor Julen auf die Knie.

Nachdem er ein Jahr lang auf stur geschaltet hat, überträgt der gewiefte Vermarkter die Verwaltungsrechte des Thedoul-Gletschers Swiss-Ski für einen zweistelligen Millionenbetrag. Und Eliasch gibt Julen schriftlich, dass Zermatt ab dem Winter 2027/28 in der zweiten Märzhälfte im Weltcup-Kalender fungieren wird. Aber nicht mit der Gran Becca, sondern mit der umgebauten Gornergrat-Abfahrt.

Mega-Summe für den Streckenumbau

Während Eliasch im vergangenen Juni beim FIS-Kongress als Präsident abgewählt und durch den Liechtensteiner Alexander Ospelt ersetzt wurde, wird in Zermatt unter der Leitung von Julen hochtourig an der Rückkehr in den Weltcup gearbeitet.

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In den Umbau der Gornergrat-Piste, auf der bis 1967 internationale Skirennen ausgetragen wurden und die auch den Gästen zur Verfügung steht, investieren die Zermatter rund 13 Millionen Franken. Im Unterschied zu Jean-Daniel Dätwylers Triumphfahrt 1967 wird die Strecke künftig nicht mehr 6, sondern 3,2 Kilometer umfassen. Abfahrts-Olympiasieger Didier Défago (48) hat die altehrwürdige Piste unter Mithilfe von Pirmin Zurbriggen (63) neu designt.

Der verrückte Sprung

Die rund 300 Meter lange Fahrt auf dem Dach der Galerie der Gornergratbahn mit anschliessendem Sprung dürfte zum grossen Knaller der neuen Abfahrt avancieren. «Die TV-Kameras können hier genau so aufgebaut werden, dass neben den spektakulären Sprüngen der Rennfahrer auch das Matterhorn zu sehen sein wird. Diese Bilder würden um die Welt gehen, sie wären beste Werbung für unseren Sport», glaubt der vierfache Gesamtweltcupsieger Zurbriggen, der bei diesem Projekt als Berater und Botschafter fungiert. Zurbriggens ältester Sohn, Elia, bekleidet die Rolle des Pistenchefs.

Feedback von Odermatt und von Allmen

Die Swiss-Ski-Stars wissen schon jetzt ziemlich genau, was in Zukunft in Zermatt auf sie zukommen wird. Julen hat im August Odermatt, von Allmen und Co. den revolutionären Abfahrtsplan präsentiert. «Wenn die Zermatter diesen genau so umsetzen können, werden wir im März 2028 ein richtig spektakuläres Rennen erleben», freut sich der dreifache Olympiasieger Franjo von Allmen (25). Äusserst angetan von der Präsentation ist auch der fünffache Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt: «Es ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich, dass Leute für die Lancierung eines Weltcuprennens einen derart gigantischen Aufwand betreiben, wie dies die Zermatter aktuell tun. Ich bin enorm dankbar dafür und freue mich auf ein weiteres Weltcuprennen in der Schweiz.»

Ex-Weltmeister möchte längere Testphase

Aktuell spricht alles dafür, dass die Weltcup-Männer-Abfahrt am Gornergrat erstmals im März 2028 gestartet wird. Gemäss Blick-Informationen fungiert Zermatt im provisorischen Kalender der Saison 2027/28. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2027 abgeschlossen werden. Für den Januar 2028 sind die ersten Trainings geplant, vier Wochen danach soll in Form einer Europacup-Abfahrt die Hauptprobe für den Weltcup durchgeführt werden.

Ein Hochkaräter hat sich bei den letzten Meetings allerdings dafür ausgesprochen, die Gornergrat-Abfahrt erst 2029 zu lancieren. Die Rede ist vom Österreicher Hannes Trinkl (Abfahrtsweltmeister 2001), der bei der FIS als Speed-Chef der Männer tätig ist. Trinkl hat in internen Meetings durchblicken lassen, dass er vermehrte Tests für dieses Projekt als sinnvoll erachtet. Die Zermatter sind aber, genau wie Swiss-Ski, davon überzeugt, dass die Testphase im Januar und Februar 2028 ausreicht und Zermatt im März 2028 bereit sein wird.

Wie denkt FIS-CEO Urs Lehmann (57) darüber? «Bei uns hat wirklich jeder das enorme Potenzial der Gornergrat-Abfahrt erkannt. Aber auch mir ist wichtig, dass wir keinen Schnellschuss begehen, sondern dass alles richtig gemacht wird. Wenn es jemanden gibt, welcher den hohen Anforderungen bis 2028 gerecht werden kann, dann ist das Franz Julens Zermatter-Crew im Zusammenspiel mit Swiss-Ski.»

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