Oft wird der Team-Event an Grossanlässen belächelt. Zu Recht? Fakt ist: Es geht um Medaillen. Auch für die Schweiz, die zu den Top-Favoriten gehört.
Wie 2018 beim Olympiasieg ist Wendy Holdener (25) so eine Art Teamleaderin. Einerseits wegen ihrer Klasse, anderseits aufgrund ihrer Erfahrung in dieser speziellen Disziplin. Sie sagt: «Ich fahre nicht nur, weil es Medaillen gibt. Sondern auch, um das Schweizer Team zu unterstützen.»
Dass ihre grossen Riesenslalom- und Slalom-Konkurrentinnen Petra Vlhova (Slk) und Mikaela Shiffrin (USA) nicht dabei sind, bereitet der Schwyzerin kein Kopfzerbrechen. «Sie sparen Energie, klar. Aber ich mag den Team-Event, er macht Spass und schweisst zusammen.»
Doch wer ist ausser Holdener noch mit dabei? Die Kombi-Doppelweltmeisterin stellt sie vor.
Daniel Yule (25) – der Coole
Schon bei den Winterspielen in Pyeongchang holte er mit Holdener Olympia-Gold. «Mit Dani hat man immer sehr viel Spass, er ist wirklich cool», sagt Wendy. Sie findet vor allem seine Einstellung zum Sport super. «Ich habe ihn mal gefragt, ob er nie Angst vor einem Rennen habe. Er meinte nur: ‹Nein, der Wettkampf ist doch das Geilste!›» Schon vor seinem ersten WM-Rennen sorgte Yule mit seiner Kritik an FIS-Präsident Gian Franco Kasper für Schlagzeilen. Holdener: «Ich hoffe, dass er Athletensprecher wird. Denn Dani weiss und überlegt sich viel. Er könnte viele wichtige Inputs liefern.»
Aline Danioth (21) – das Küken
Das Talent aus Andermatt UR setzte sich in der teaminternen Ausscheidung gegen Andrea Ellenberger durch. «Sie kann sehr schnelle Zeiten fahren», sagt Holdener. Das bewies Danioth bereits am Neujahrstag in Oslo (No), als sie beim City-Event Fünfzehnte wurde. Noch hat die passionierte Tiefschneefahrerin keine Erfahrung mit Team-Events. «Wenn sie Hilfe braucht, darf mich Aline immer fragen», sagt Holdener. Sie wolle ihr aber nicht dreinreden.
Ramon Zenhäusern (26) – der Gutmütige
Seine Brunftschreie am Start des Slaloms in Schladming (Ö) sorgten auch international für Verwunderung. Und für Schmunzler. «Da hat mir Ramon fast leidgetan. Aber er hat es im Interview danach gut erklärt», findet Holdener. Sowieso ist sie sehr gerne mit dem Walliser Doppelmeter zusammen: «Ramon ist so lieb, ich glaube, er könnte keiner Fliege etwas zuleide tun. Ein sehr offener, guter Typ.»
Andrea Ellenberger (25) – die Kämpferin
«Früher war sie die Stärkste», erinnert sich Holdener an ihre gemeinsamen JO-Zeiten. Dann begann jedoch Ellenbergers Leidensgeschichte, die in einer Versteifung eines Rückenwirbels gipfelte. Sie flog aus allen Swiss-Ski-Kadern und kämpfte sich auf eigene Faust zurück. Holdener: «Ich bewundere ihren Durchhaltewillen und gönne es ihr von Herzen, dass sie es doch noch geschafft hat.» Ellenberger ist Reservefahrerin.
Sandro Simonet (23) – der Unbekannte
Der Bündner vom Skiklub Lenzerheide-Valbella ist im Team-Event Reservefahrer. Holdener: «Ich kenne ihn nicht wirklich gut. Einmal beim Essen haben wir einige Worte miteinander gesprochen – er machte einen flotten Eindruck. Ich freue mich, dass er im Team ist.»
Vom 4. bis 17. Februar 2019 findet in Are (Schweden) die alpine Skiweltmeisterschaft statt. Wer sind die Schweizer Favoriten? In welchen Disziplinen wird wann gefahren? Wo kann man Tickets kaufen? Und welche Schweizer brachten bereits Goldmedaillen nach Hause?
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