Darum gehts
- Mikaela Shiffrin erhielt Hassnachrichten nach Olympia-Gold im Slalom in Cortina
- Beleidigungen wegen Aussagen zu Frieden, Inklusion und Kritik an Trump-Politik
- Shiffrin hatte die Nachrichten erst nach den Spielen gesehen
Mit einer Goldmedaille im Slalom reiste Mikaela Shiffrin (31) von den Olympischen Spielen in Cortina ab. Rund drei Wochen nach dem Triumph gibt die US-Amerikanerin bekannt, dass sie rund um die Winterspiele online Hassnachrichten erhalten hat. Die 108-fache Weltcupsiegerin teilt auf Instagram einige der erhaltenen Kommentare.
«Es wäre so schade, wenn du dich verletzt und nie wieder Ski fahren kannst», schreibt etwa ein User deutlich ironisch. «Du bist hässlich – innen und aussen», ein anderer. «Du bist ein verdammter Witz, eine Schande für unser Land. Hör auf, unsere Flagge zu tragen, du wertloses Stück Scheisse» und «Schäm dich, du Verräterin», bekam sie im Internet weiter zu hören.
«Bleib in Italien, Schlampe»
In einem der schlimmen Kommentare wird sie gar als «Schlampe» beleidigt: «Bleib in Italien, Schlampe», wünschte sich ein Instagram-Nutzer offenbar, dass die Amerikanerin, die am Freitag ihren 31. Geburtstag feiert, gar nicht aus Italien zurückkehrt.
Der Grund für die Anfeindungen? Shiffrin wurde vor dem Olympia-Start zur aktuellen politischen Situation in den USA befragt. Dabei zitierte die Verlobte des norwegischen Speed-Spezialisten Aleksander Aamodt Kilde (33) unter anderem auch den südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela (†95).
«Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Konflikten. Frieden ist, eine Umgebung zu schaffen, in der wir uns alle entwickeln können. Unabhängig von Hautfarbe, Rasse, Religion, Geschlecht, Klasse oder anderen sozialen Unterschieden», äusserte Shiffrin die Hoffnung, durch den Sport Werte wie «Inklusion, Diversität und Freundlichkeit zu fördern, die ihr wichtig seien.
US-Athleten äusserten sich kritisch zu Trumps Politik
Nicht nur Shiffrin, sondern mehrere US-Athletinnen und -Athleten äusserten sich an Olympia kritisch zur Politik von Donald Trump (79) und dessen Vorgehen gegen Migranten. Freestyle-Skifahrer Hunter Hess (27) betonte etwa, dass er «nicht alles repräsentiere, was in seinem Heimatland passiere».
Vor Ort in Corina hatte Shiffrin übrigens keinen der Hasskommentare gesehen. Denn die Ausnahmeathletin hatte sich während der Spiele von den sozialen Medien ferngehalten, wie ihr Team mitteilt, das die Plattformbetreiber zwischenzeitlich gebeten habe, entsprechende Nachrichten zu löschen. Und das war sicher eine gute Entscheidung, um sich auf die Rennen zu konzentrieren. Mit Gold im Slalom schaffte Shiffrin nämlich die Revanche für die missglückten Winterspiele 2022 in Peking, wo sie ohne Medaille nach Hause zurückkehrte.