So geben Von Allmen und Odermatt in Chile Gas
0:40
Formcheck vor Saisonstart:So geben Von Allmen und Odermatt in Chile Gas

Speed-Asse beim Schneetraining in Südamerika
Von Allmen lässt es krachen, Odermatt noch mit Rückstand

Wie läuft es bei Marco Odermatt nach seinem Verletzungs-Rückschlag im August? Und welcher Schweizer hat im Trainingslager in Chile serienweise Bestzeiten aufgestellt? Die Antworten erhalten Sie hier.
Kommentieren
1/6
Franjo von Allmen blickt dem WM-Winter mit grosser Zuversicht entgegen.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marco Odermatt trainierte trotz Verletzung erfolgreich in Chile für die Ski-Saison
  • Er absolvierte neun Trainingseinheiten in Riesenslalom, Abfahrt und Super-G
  • Saisonstart in Sölden in vier Wochen, Schneelage in Europa unsicher
RMS_Portrait_AUTOR_1182 (1).JPG
Marcel W. PerrenSki-Reporter

Der Countdown für den alpinen WM-Winter läuft. Es bleiben nur noch vier Wochen bis zum Weltcup-Opening in Sölden (Ö). Superstar Marco Odermatt (28), welcher drei der vier letzten Sölden-Riesen gewonnen hat, verbrachte den grössten Teil des Septembers in Südamerika. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen hat der fünffache Gesamtweltcupsieger auf chilenischem Schnee trainiert.

Für den erfolgreichsten Athleten in der Swiss-Ski-Geschichte stand dieses Camp anfänglich unter keinem guten Stern. Weil er sich Ende August im Trockentraining eine leichte Muskelverletzung zugezogen hatte, konnte der Nidwaldner erst eine Woche später als geplant in die Anden reisen. Dennoch war Odermatt positiv gestimmt, als er diese Woche in Santiago de Chile die Rückreise in die Heimat antrat. «Ich hatte hier ein paar richtig gute Trainingstage. Auf meine drei Disziplinen verteilt, habe ich in diesem Chile-Camp neun Einheiten absolviert», resümiert Odermatt im Telefongespräch mit Blick.

Cheftrainer Tom Stauffer freut sich über die Tatsache, «dass Marco trotz der verspäteten Anreise in Südamerika neben dem Riesenslalom auch Abfahrt und Super-G trainieren konnte. Dadurch konnte eine gute Grundlage geschaffen werden. Gleichzeitig hatten wir mit Marco zu wenig Einheiten, um richtig spezifisch arbeiten zu können.» Zu Beginn der kommenden Woche wird Odermatt wie die anderen Swiss-Ski-Stars den Werbeverpflichtungen gegenüber den Verbandssponsoren nachkommen. Aufgrund der dünnen Schneedecken auf den europäischen Gletschern steht derzeit nicht fest, wo die Schweizer Riesen-Cracks bis Sölden trainieren werden. 

«Nicht so gut wie im Vorjahr»

Die Speed-Spezialisten gaben zuletzt unweit der Riesenslalom-Equipe im chilenischen Valle Nevado Vollgas. Speed-Chef Reto Nydegger macht aber klar, dass die Verhältnisse diesmal nicht so gut waren wie auch schon: «Im Vorjahr konnten wir in Chile jeden Tag bei schönstem Wetter trainieren. Diesmal waren die Verhältnisse unterschiedlich. Anfänglich war es ein wenig zu weich, danach sind wir in den Genuss von Top-Tagen gekommen, ehe es zuletzt zu warm war.»

Für Erfolgstrainer Nydegger ist das aber kein grosses Problem: «Es ist gar nicht schlecht, wenn die Bedingungen in der Saisonvorbereitung nicht immer gleich gut sind. Im Winter müssen wir ja auch bei unterschiedlichen Verhältnissen abliefern.»

Bestechender von Allmen

Konstant stark abgeliefert hat in Chile Olympiasieger und Weltmeister Franjo von Allmen (25) – der Überflieger aus dem Berner Oberland hat in den teaminternen Trainingsläufen eine Bestzeit nach der anderen aufgestellt. «Franjo hat sich noch einmal enorm gesteigert! Es ist nicht lange her, als er zu wenig stabil war. Doch jetzt fährt er wirklich enorm konstant. Er ist in den letzten Wochen nur ein- oder zweimal ausgeschieden», schwärmt Nydegger.

Und der Rest der Mannschaft? «Es ist nicht so, dass Franjo allen anderen im Training meilenweit davongefahren ist, der Rest des Teams ist zeitmässig nicht weit weg.» Mit internationalen Athleten konnten sich die Schweizer in den letzten Wochen hingegen nicht vergleichen. «Ursprünglich hatten wir geplant, dass wir an unseren beiden letzten Chile-Tagen mit Italiens Dominik Paris trainieren. Aber dieses Vorhaben ist wegen der zu hohen Temperaturen gescheitert.»

Aufgrund des fehlenden internationalen Trainingsvergleichs stellt Nydegger augenzwinkernd folgende Frage: «Waren in den letzten Wochen alle Schweizer so schnell oder alle so langsam?» Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass Ersteres zutrifft.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen