Noel neuer König von Zagreb
Zenhäusern fährt im Slalom hauchdünn am Sieg vorbei

Ramon Zenhäusern hält dem Druck aus dem ersten Lauf stand und schafft in Zagreb den Sprung aufs Podest. Er wird nur knapp von Clement Noel geschlagen. Für eine kleine Sensation sorgt der Belgier Armand Marchant. Er legt im zweiten Lauf eine unglaubliche Aufholjagd hin.
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Nur Noel ist schneller:Zenhäusern rast im Slalom von Zagreb aufs Podest

Das Podest

1. Clement Noel (Fr) 1:57,14
2. Ramon Zenhäusern (Sz) +0,07
3. Alex Vinatzer (It) +0,29

Die Schweizer

24. Tanguy Nef +1,62
27. Daniel Yule +2,10
38. Loic Meillard
Out im 1. Lauf: Reto Schmidiger
Out im 1. Lauf: Sandro Simonet
Out im 1. Lauf: Luca Aerni

Die Hoffnungen auf den ersten Schweizer Sieg in Zagreb lasten vor dem zweiten Lauf voll und ganz auf den Schultern von Ramon Zenhäusern. Kein Wunder: Schliesslich hat er im ersten Durchgang die Bestzeit aufgestellt. Und der Schweizer Doppelmeter liefert auch im zweiten Lauf ab. Als letzter verlässt er das Starthaus und liefert sich einen enges Duell mit dem Franzosen Clement Noel. Am Ende ist Noel einen Tick schneller. Dennoch kann Zenhäusern jubeln. Er fährt in Zagreb zum ersten Mal in dieser Saison aufs Podest.

Daniel Yule erlebt einen Rückschlag. Er kommt in keinem der beiden Durchgänge wirklich auf Touren und verliert viel Zeit. Am Ende fällt er sogar noch hinter seinen Teamkollegen Tanguy Nef zurück.

Die Mehrheit der Eidgenossen scheitert jedoch bereits im ersten Durchgang. Loic Meillard verliert über zwei Sekunden auf die Bestzeit von Zenhäusern und qualifiziert sich als 38. nicht für den zweiten Lauf. Schmidiger, Simonet und Aerni müssen ihre Hoffnungen auf Punkte nach einem Sturz begraben.

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Ramon Zenhäusern verpasst den Sieg knapp. Dennoch reicht es für den ersten Podestplatz der Saison.
Foto: keystone-sda.ch

Das Rennen

Der neue König von Zagreb heisst Clement Noel. Der Franzose greift im zweiten Lauf als viertletzter an und lässt alle hinter sich. Ramon Zenhäusern ist der einzige der schnellsten Drei aus dem ersten Lauf, der den Sprung aufs Podest schafft. Der Deutsche Linus Strasser fällt auf den 7. Rang zurück und Michael Matt versagen die Nerven. Der Österreicher scheidet aus.

Der Überraschungsmann von Zagreb ist zweifelsohne Armand Marchant. Der «Wunder-Belgier» legt im zweiten Durchgang einen sensationellen Lauf hin. Dessen ist sich auch Marchant bewusst, als er die Ziellinie überquert. Er lässt sich ausgiebig von den kroatischen Fans feiern. Und tatsächlich: Ein Fahrer nach dem anderen beisst sich an Marchants Bestzeit die Zähne aus. Lange darf er auf dem Leaderthron sitzen bleiben. 15 Plätze macht Marchant gut und klassiert sich am Ende auf dem 5. Platz. Sein mit Abstand bestes Weltcup-Resultat!

Eine herbe Enttäuschung erlebt derweilen der Leader im Slalom-Weltcup Henrik Kristoffersen. Nach einem verhaltenen ersten Lauf startet er relativ früh in den zweiten Lauf. Eine Aufholjagd à la Val d'Isère bleibt dieses Mal aber aus. Am Ende klassiert sich der Norweger auf dem 19. Platz.

Das gab zu reden

Alexis Pinturault kann sich im ersten Lauf über die heimtückische Wegüberquerung im letzten Moment noch retten. Das Ziel erreicht er mit über einer Sekunde Rückstand auf Zenhäusern. Kurze Zeit später wird er von der Rennleitung jedoch disqualifiziert. Pinturault soll bei seiner Rettungsaktion eingefädelt haben. Aber die TV-Bilder zeigen: Es lief alles regelkonfrom ab. Trotzdem muss der Franzose lange zittern, bis er wieder im Klassement aufgeführt wird. Der Wirbel um Pinturaults vermeintliche Disqualifikation sorgte bei den Franzosen für rote Köpfe.

Die Stimmen (zu SRF)

Ramon Zenhäusern zu seinem starken Rennen: «Es ist eine riesige Genugtuung hier in Zagreb auf dem Podest zu sein. Ich habe dieses Rennen schon immer gemocht und es war ein super Lauf. Es wäre deshalb vermessen sich über diese sieben Hundertstel zu beklagen. Ein Podestplatz auf diesem Niveau tut unglaublich gut.»

Über die Wichtigkeit des Podestplatzes: «Es ist ein sehr wichtiges Ergebnis für mich, da ich in Val d'Isère eingefädelt habe, nachdem ich super unterwegs war. Jetzt kann der Januar so richtig losgehen.»

Tanguy Nef zu seiner Leistung: «Ich hatte eigentlich ein gutes Gefühl. Es war ein bisschen windig im Mittelteil und habe dadurch viel Speed verloren. Aber schlussendlich bin ich sehr zufrieden. Denn ich konnte Anfangs Monat nicht gut trainieren und das gibt mit nun wieder mehr Selbstvertrauen.»

Daniel Yule: «Es ist mir überhaupt nicht nach Wunsch gelaufen. Ich weiss nicht, woran es lag. Das Timing hat nie wirklich gestimmt und ich konnte nie beschleunigen. Und dann reicht es bei diesem hohen Niveau einfach nicht für einen Spitzenplatz.»

Die Bedingungen

Es herrschen perfekte Bedingungen in Zagreb. Der erste Lauf findet unter strahlend blauem Himmel statt. Die Piste präsentiert sich zudem in beiden Durchgängen in einem sehr guten Zustand. Die Slalom-Cracks können sich definitiv nicht beklagen.

So gehts weiter

Die Erholungszeit ist kurz. Am Mittwoch, dem 8. Januar, werden die Technik-Spezialisten gleich wieder gefordert. Dann findet der Slalom von Madonna di Campiglio (It) statt.

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