Das Podest
1. Lara Gut-Behrami (Sz) 1:14,95
2. Cornelia Hütter (Ö) +0,25
3. Mirjam Puchner (Ö) +0,26
Das Rennen
Was für eine Fahrt von Lara Gut-Behrami! Am Freitag sagte sie nach dem dritten Platz noch: «Am Ende hat mir der Speed gefehlt. Im Super-G fahre ich noch nicht frech genug.» Am Sonntag hat sie diesen Speed und gewinnt ihren ersten Super-G der Saison. Die Tessinerin fährt die Linie im Mittel- und Schlussteil perfekt, distanziert die Zweitplatzierte Hütter dort um mehrere Hundertstel. Der Jubelschrei im Ziel ist pure Erlösung.
Gut-Behrami vermiest den Österreicherinnen den zweiten Doppelsieg an diesem Wochenende in Zauchensee. Trotzdem dürfen sich die Heimfans über zwei Podestplätze freuen: Mirjam Puchner wird Dritte.
Das Rennen war extrem eng. So trennen Siegerin Gut-Behrami und die 19. Delia Durrer nur knapp eine Sekunde. Eine Überraschung gibt es im italienischen Team, während die erfahrenen Fahrerinnen Sofia Goggia (Platz 8) und Federica Brignone (Platz 11) nicht überzeugen, fährt Roberta Melesi auf den starken 6. Platz.
Die Schweizerinnen
5. Michelle Gisin +0,35
13. Corinne Suter +0,68
16. Jasmina Suter +0,76
20. Delia Durrer +1,05
23. Priska Nufer +1,31
25. Joana Hählen +1,34
33. Stephanie Jenal +1,63
DNF: Jasmine Flury
Schrecksekunde früh im Rennen: Jasmine Flury startet mit der Nummer drei, ist gut unterwegs und distanziert in allen Zwischenzeiten die zu dieser Zeit führende Laura Gauché. In einer Linkskurve verliert die Abfahrtsweltmeisterin aber den rechten Aussenski, Flury fliegt heftig ins Auffangnetz. Zum Glück steht die Bündnerin kurze Zeit später wieder auf den Beinen und gibt Entwarnung.
Starker Auftritt von Michelle Gisin! Im oberen Teil verliert sie zwar einiges an Zeit, gibt dann nach der Panoramakurve aber richtig Gas und übernimmt zwischenzeitlich die Führung – am Schluss ists der fünfte Platz.
Joana Hählen fährt solide, verliert aber in einer Rechtskurve den Aussenski. Der Fehler kostet Zeit, ist sie oben noch im grünen Bereich, verliert sie viel Zeit im unteren Teil.
Corinne Suter kommt super aus dem Starthaus, verliert aber immer mehr Zeit. Man merkt, dass sie während der Vorbereitung angeschlagen war. Es ist am Ende trotzdem die beste Leistung ihres Wochenendes in Zauchensee. Zufrieden wird sie kaum sein.
Nach der starken Leistung in der Abfahrt am Samstag von Stephanie Jenal (Rang 12) kann die Bündnerin im Super-G nicht ganz so überzeugen. Am Schluss verpasst sie die Top 30.
Die Fahrt von Jasmina Suter kann sich sehen lassen. Die Schweizerin fährt mit einer hohen Startnummer noch in die Top 20 und platziert sich nur +0,76 hinter Siegerin Gut-Behrami.
Und auch Delia Durrer liefert ab. Auch Durrer fährt in die Top 20 und beschert der Schweiz einen starken Super-G-Tag.
Die Stimmen gegenüber SRF
Siegerin Lara Gut-Behrami: «Es ist cool. Ich bin stolz. Ich bin so gefahren, wie ich es wollte und konnte liefern, was ich im Kopf hatte. Ich habe das Gefühl, dass ich von oben bis unten gut gefahren bin und aufs Gaspedal drücken konnte. Es hat mir geholfen, dass wir vier Tage auf dieser Piste gefahren sind, so konnte ich mich auch steigern. Super-G ist die Disziplin, bei der ich Selbstvertrauen aufbauen kann.»
Corinne Suter nach dem Super-G: «Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Mir fehlen jetzt halt noch die Rennkilometer, im Training funktioniert es eigentlich recht gut. Es ist, glaube ich, nicht viel, einfach das gewisse Etwas, das noch nicht zusammenstimmt. Jetzt gilt es, weiterzuarbeiten, weiterzukämpfen und dass mir von oben bis unten wieder eine gute Fahrt gelingt. Es war ein etwas schwieriger Start in die Saison. Ich hatte meine gesundheitlichen Probleme und darum haben mir viele Trainings gefehlt. Ich habe ein wenig Substanz verloren und das geht dann nicht von heute auf morgen. Das braucht jetzt Zeit, was nicht ganz einfach für mich ist, weil ich nicht so eine geduldige Person bin. Irgendwie geht es dann schon.»
Die Bedingungen
Wäre der Wind nicht, würde man in Zauchensee von «Kaiserwetter» sprechen: blauer Himmel mit vereinzelten Schleierwolken, tiefe Temperaturen und eine perfekt präparierte Piste.
Das gab zu reden
Der Wind macht den Veranstaltern in Zauchensee zu schaffen. Im oberen Abschnitt ziehen starke Böen über die Piste, darum entscheidet sich die Rennleitung am Morgen, den Start nach unten zu versetzten. Die Fahrerinnen starten neu von der Gamskogel-Hütte.
So gehts weiter
Als Nächstes steht bei den Frauen am Dienstag ein Slalom in Flachau (Ö) auf dem Programm. Anschliessend geht es ins slowakische Jasna, wo nächstes Wochenende ein Riesenslalom (Samstag) und ein Slalom (Sonntag) anstehen.


