Die Slalompiste in Zagreb sorgt wieder für Diskussionen. Bereits bei den Frauen zeigte sich der Bärenberg von seiner hässlichen Seite. Laubblätter und heftige Böen sorgten für eine herbstliche Atmosphäre – im Januar! Während das Rennen am Dienstag durchgeboxt wurde, müssen die Männer ihren Wettkampf nach einigen Athleten beenden.
Der Kampf gegen die hohen Temperaturen geht verloren. Und für einen ist das besonders brutal: Ramon Zenhäusern (29). Der Schweizer Doppelmeter glänzt zum ersten Mal in dieser Saison mit einer grandiosen Fahrt und kurvt auf Platz zwei. Ein Podestplatz und die definitive Olympia-Qualifikation liegen in Griffweite. Es sollte anders kommen. Der Walliser profitierte natürlich auch von seiner Startnummer. Als Dritter durfte er noch einen einigermassen anständige Piste befahren. Vor ihm klassierte sich nur Sebastian Foss-Solevaag (30). Der Norweger eröffnete das Rennen.
Die Vernunft hat gesiegt
Im Interview mit SRF zeigte sich der Führende verwundert über die Schneeverhältnisse: «Im Steilhang ist der Schnee praktisch weg.» Noch deutlicher wird Luca Aerni (28): «Die Piste ist unfahrbar! Ich finde es schade, wenn man so unsere Saison aufs Spiel setzt.»
Nach mehreren Unterbrechungen und Verbesserungsversuchen der Piste fällt letztlich der einzig vernünftige Entscheid: Das Slalomrennen in Zagreb kann auch am Donnerstag nicht durchgeführt werden!
Für die Fahrer und Serviceleute bleibt nicht viel Zeit, um diesen Entscheid zu verdauen. Es folgt sogleich der Transfer in Richtung Adelboden – Luftlinie 652,52 Kilometer! Dort stehen am Wochenende die Rennen am Chuenisbärgli auf dem Programm. Es geht Schlag auf Schlag.
Einer wird im Berner Oberland nicht am Start stehen. Der Franzose Victor Muffat Jeandet (32) stürzt in Zagreb. Wie sein Team am späten Nachmittag mitteilt, mit unschönen Folgen. Er hat sich dabei den rechten Knöchel gebrochen. (nab)