Das Podest
1. Henrik Kristoffersen (No) 1:52,66
2. Dave Ryding (Gb) +0,35
3. Linus Strasser (De) +0,47
Das Rennen
«Ich habe noch selten einen Slalomfahrer gesehen, der auf Eis derart geniale Schwünge ausgepackt hat, wie das Loïc Meillard heute Morgen getan hat», schwärmt Österreichs Slalom-Legende Thomas Sykora (9 Weltcupsiege, Olympia-Bronze 1998) in seiner Analyse im ORF. Fünf Zehntel liegt der Unterwalliser nach dem ersten Lauf vor seinem Oberwalliser Kumpel Ramon Zenhäusern, der zeitgleich mit Österreichs Kombi-Olympiasieger Johannes Strolz an zweiter Stelle liegt. Zenhäusern und Strolz fallen im zweiten Lauf aus! Aber trotz, oder treffender gesagt wegen der überragenden Bestzeit im ersten Lauf, muss auch Loïc Meillard vor dem Final gegen einen Fluch ankämpfen. In diesem Winter ist nämlich der Halbzeit-Leader bei sechs Slaloms ausgeschieden! Und Meillard? Es tut so weh: Auch der gebürtige Neuenburger rutscht nach wenigen Toren weg! Damit ist der Bündner Weltcup-Debütant Fadri Janutin (22) als 17. der einzige Schweizer in den Punkterängen.
Der Sieger
Henrik Kristoffersen verbucht in Garmisch-Partenkirchen den 2 Sieg innerhalb von 24. Stunden. Der Norweger, der vom Walliser Jörg Roten trainiert wird, war nach dem ersten Lauf nur auf Rang 8. Kristoffersen, der bei den Olympischen Spielen in China keine Medaille gewinnen konnte, löst damit auch seinen Landsmann Lucas Braathen als Leader in der Slalom-Gesamtwertung ab. Vor den zwei letzten Rennen beträgt der Vorsprung des 27-Jährigen 49 Punkte.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Fadri Janutin: Es ist ein richtig schöner Tag für mich. Der Start des 2. Laufs war schwierig, es ist extrem drehend. Aber ich hab bis ins Ziel gefightet.»
Henrik Kristoffersen: «Es tut mir Leid für Loöic, der im ersten Lauf wirklich genial gefahren ist. Aber so ist der Rennsport. Und der zweite Lauf war bezüglich der Kurssetzung nicht für Jungs, sondern für echte Männer. Ich habe vor diesem Wochenende auf zwei Podestplätze gehofft, aber mit zwei Siegen habe ich wirklich nicht gerechnet.»
Das gab zu reden
Der Bündner Sandro Simonet gehörte im letzten Winter zu den Aufsteigern im Swiss-Ski-Team – beim Slalom in Chamonix feierte er als Dritter seinen ersten Podestplatz im Weltcup. In diesem Winter muss der 1,95-Meter-Mann aber ganz übel unten durch. In Garmisch bleibt er in beiden Rennen auf der Strecke. Somit hat der Sohn eines Bus-Chauffeurs heuer in acht Slaloms nur einmal im Ziel abgeschwungen. In Schladming klassierte sich Sandro auf Platz 21. Ähnlich unglücklich kämpft Tanguy Nef. Der Genfer, der am Vortag als Halbzeit-Führender ausgeschieden ist, fädelt nach Rang 10 im ersten Akt im zweiten Durchgang erneut ein. Unmittelbar vor Nef hat es auch Daniel Yule erwischt.
Die Bedingungen
Eine klare Nacht verändert die Piste am Partenkirchner Gudiberg komplett. Während sich die Strecke beim ersten Slalom am Samstag wie beim Skifahren im Frühling angefühlt hat, ist der Schnee diesmal pickelhart!
So gehts weiter
Nach den Technikern sind nächstes Wochenende wieder die Speed-Cracks gefordert. Im norwegischen Kvitfjell stehen von Freitag bis Sonntag zwei Abfahrten und ein Super-G auf dem Programm.