Caviezel nach Weltcup-Podest
«Werde heute Nachmittag ein Bier trinken»

Ein Österreicher verhindert einen perfekten Schweizer Super-G-Tag. Marco Odermatt und Gino Caviezel fahren in Courchevel aufs Podest.
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Marcel W. Perren
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Vincent Kriechmayr fährt allen davon und gewinnt den Super-G.
Foto: AFP

Das Podest

1. Vincent Kriechmayr 1:09.43

2. Marco Odermatt + 0.53

3. Gino Caviezel + 0.75

Das Rennen

Österreichs Vincent Kriechmayr legt mit der Startnummer drei eine fantastische Zeit vor. Abfahrts- und Super-G-Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde verliert mit der Nummer fünf 88 Hundertstel auf den Doppel-Weltmeister. Olympiasieger Matthias Mayer kassiert nach einem schweren Patzer im Mittelteil sogar eine Packung von fast zwei Sekunden. Kann Marco Odermatt mit der Nummer neun mit dem Bauernsohn aus der Region Linz mithalten? Bis zur letzten Zwischenzeit liegt der Nidwaldner nur zwölf Hundertstel zurück, doch im Finish ist selbst Super-Odi chancenlos - 53 Hundertstel liegt der Gesamtweltcupsieger in der Endabrechnung zurück. Der 24-Jährige hat trotzdem allen Grund zur Freude, schliesslich ist dieses Ergebnis gleichbedeutend mit seinem 15. Weltcup-Podestplatz in diesem Winter.

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Nach seiner Kamerafahrt:SRF-Experte Berthod verletzt sich bei Sturz in der Mixed Zone

Die weiteren Schweizer

9. Justin Murisier + 1.66

10. Beat Feuz + 1.83

10. Stefan Rogentin + 1.83

Bis zum heutigen Rennen entspricht der neunte Rang in Beaver Creek dem besten Super-G-Ergebnis von Gino Caviezel. Und der Final in Courchevel beginnt für den vier Jahre jüngeren Bruder von Mauro (34) mit einem echten Aufreger: beim Sprung nach der ersten Zwischenzeit wartet Gino mit einem gewaltigen, ungefähr 45 Meter weiten Satz auf! Dennoch erwischt der Bündner das nächste Tor optimal. Mit der Startnummer zwei nutzt der Riesenslalom-Spezialist die günstigen Bedingungen danach bis ins Ziel nahezu optimal und feiert seinen ersten Podestplatz in diesem Winter. Mit Justin Murisier (Rang neun) landet ein weiterer Schweizer aus der Riesenslalom-Gruppe in den Top-Ten, die Speed-Spezialisten Beat Feuz und Stefan Rogentin klassieren sich zeitgleich auf dem zehnten Rang.

Der Sieger

Nach dem umstrittenen Sieg am Lauberhorn, bei der er die Abfahrt nur dank einer Sondergenehmigung der FIS bestreiten durfte, ist Vincent Kreichmayr in ein tiefes Loch gefallen. Bei seinen Heimrennen in Kitzbühel und bei den Olympischen Spielen war der 30-Jährige im Kampf um Podestplätze chancenlos. Doch zum Ende der Saison ist der Mann, der bei der letzten WM in Cortina Gold in der Abfahrt und im Super-G gewonnen hat, wieder voll da. In Courchevel triumphiert er 24. Stunden nach der Abfahrt auch im Super-G.

«Ich habe nach den Olympischen Spielen meine Leistungen genau reflektiert und bin dabei zur Erkenntnis gelangt, dass ich in zu vielen Rennen über den Sommerweg gefahren bin. Anders ausgedrückt: Ich habe mich zu selten voll am Limit bewegt. Jetzt riskiere ich wieder viel mehr. Zudem hat mein Servicemann in den letzten Wochen einen überragenden Job gemacht», so Kriechmayr im ORF.

Die Stimmen

Gino Caviezel zum SRF: «Nachdem mich Odi vom zweiten auf den dritten Rang verdrängt hat, habe ich ihm gesagt, dass ich ihm eins hauen werde, wenn ich wegen ihm vom Podest fliegen sollte. Im Ernst: Odi ist ein Super-Kumpel, es macht extrem viel Spass mit ihm. Es ist mir am Start nicht einfach gefallen, um mich noch einmal zu bewegen. Ich spüre die lange Saison in den Beinen. Und links und recht von der Piste hört man, wie die Musik in den Apres Ski-Lokalen immer lauter werden. In solchen Momenten spürt man den Wunsch, sich selber hinzusetzen und ein Bierchen zu trinken. Genau das werde ich heute Nachmittag auch tun, danach werde ich mich noch einmal voll auf den Riesenslalom vom Samstag fokussieren. »

Marco Odermatt: «Dieser Podestplatz ist für mich doppelt schön, weil ich wie im Oktober 2020 beim Riesenslalom in Sölden mit meinem Kumpel Gino Caviezel auf dem «Stockerl» stehen darf. Genau um solch schöne Emotionen erleben zu dürfen, nimmt man den ganzem Sommer hindurch ein hartes Training auf sich. Weil ich die grosse und die kleine Kugel bereits seit ein paar Tagen auf sicher habe, fahre ich hier in Courchevel besonders locker. Die nötige Konzentration kann ich trotzdem jedes Mal aufbauen. Und aus meiner Sicht ist mir eine perfekte Fahrt geglückt.»

Das gab zu reden

Während der Kugel-Kampf bei der Abfahrt am Mittwoch für mächtig Spannung sorgte, ist die Sache im Super-G bereits vor dem Rennstart gegessen. Aleksander Kilde, der schon die Abfahrts-Kugel in seiner Vitrine stehen hat, führte die Disziplinen-Wertung mit über 100 Punkten Vorsprung an. Damit wird Kjetil Jansrud, dem es als letztes gelungen ist, das Speed-Double zu gewinnen, abgelöst. In der Saison 2014/15 vollbrachte der Norweger dieses Kunststück.

Die Bedingungen

So gehts weiter

Der Freitag steht ganz im Zeichen des Mixed-Team-Events (12.00). Am Wochenende gehen dann die technischen Disziplinen über die Bühne.

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