Gisin und Rast in Killington ebenfalls in den Top 15
Holdener bei Shiffrin-Heimsieg auf dem Podest

Wendy Holdener wird bei Mikaela Shiffrins Heimsieg in Killington Dritte, für die Schweizerin ists der erste Podestplatz in der noch jungen Saison. Michelle Gisin und Camille Rast schaffen es ebenfalls in die Top 15. Mélanie Meillard verpasst diese knapp.
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Mathias GermannReporter Sport
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An Shiffrin gibts in Killington kein Vorbeikommen. Heimsieg für die Amerikanerin.
Foto: keystone-sda.ch

Das Podest

1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:52,02
2. Petra Vlhova (Slk) +0,33
3. Wendy Holdener (Sz) +1,37

Das Rennen

Volksfest in Killington: 15'000 Zuschauer hoffen auf den sechsten Heimsieg von US-Star Shiffrin. Und sie flippen am Ende vor Freude aus. Die Amerikanerin fährt im ersten Lauf schon Bestzeit und ist auch im zweiten Lauf die Schnellste. «Es war so laut, einfach genial. Ich habe den Sieg diesmal verdient, nicht wie beim zweiten Rennen in Levi. Ich hoffe, es war eine gute Show heute», sagt sie. Es ist Shiffrins 90. Weltcupsieg – sie baut ihre Rekordmarke weiter aus.

Die Schweizerinnen

3. Wendy Holdener +1,37
6. Michelle Gisin +2,01
12. Camille Rast +2,41
16. Mélanie Meillard +2,48

Nach einem enttäuschenden Saisonstart zeigt sich Wendy Holdener stark verbessert – wohl auch, weil sie im Gegensatz zu den Slaloms in Levi ohne Schmerzmittel fahren kann. Der Rücken hält. Platz 4 im ersten Lauf. «Ich will weiter nach vorne», sagt sie im SRF keck. Bloss: Der zweite Durchgang ist ein Krampf. Eine Unsicherheit gleich nach dem Start, dann weitere Fehler. Aber: Holdener kämpft, lässt den Kopf nie hängen. Am Ende ist es Rang 3 – der ersehnte Podestplatz! Ihr Jubel im Ziel ist riesig. Es ist ihr 35. Slalom-Podestplatz.

Zehnte ist Michelle Gisin nach dem ersten Lauf – obwohl sie den Start etwas verpennt. Das ist auch am Nachmittag wieder der Fall. Dennoch: Ihre Fahrt im Steilhang ist hervorragend, da hängt sie fast alle anderen ab. Der Lohn am Ende? Das beste Slalom-Resultat seit eineinhalb Jahren – also in jener Disziplin, in der sie im Sommer und Herbst am wenigsten investiert hat.

Mit der Wut im Bauch ist Camille Rast unterwegs – sie fuhr am Samstag im Riesenslalom einen Nuller ein. Und Rast macht es gut. Sowohl im Flachen (normalerweise ihre Schwäche) als auch im Steilen überzeugt sie. «Endlich, ich komme Schritt für Schritt zurück. Bin sehr zufrieden, ich bin auf einem guten Weg und konnte die Resultate von Levi bestätigt», so Rast.

Mélanie Meillard verpatzt den Steilhang im ersten Lauf, wird 25. und nimmt sich viel vor für Durchgang zwei. Und siehe da: Sie zeigt sich stark verbessert. Die Walliserin greift mehr an, steht aber trotzdem sauber auf den Ski. Nach der Pleite am Samstag im Riesenslalom wird ihr dieses Resultat guttun. Sie sagt: «Ich liebe es, wenn es mehr dreht. Habe alles versucht – es war ein cooler zweiter Lauf. Ich habe gespürt, dass ich gut unterwegs war – ich habe die Ski immer gut laufen lassen.»

Drei Schweizerinnen verpassen den zweiten Lauf: Elena Stoffel wird 32. (+2,70 Sekunden), Nicole Good 34. (+2,78), Janine Mächler 45. (+3,87). Aline Höpli scheidet aus.

Die Stimmen

Wendy Holdener gegenüber SRF: «Die letzten zwei Wochen nach dem Saisonstart in Levi waren schwierig. Viele Sachen haben mir Energie geraubt. Dass ich so schnell das Vertrauen wiederfinde, da bin ich extrem froh. Ein grosses Danke an die Personen, die mir immer helfen. Sei es das Team oder die Leute zu Hause. Ich habe heute mehr Tränen vergossen als vor einem Jahr.»

Das will was heissen. Vor einem Jahr in Killington holte Wendy Holdener ihren ersten Slalom-Weltcupsieg (ex aequo mit der Schwedin Anna Swenn-Larsson).

Obwohl Michelle Gisin nicht viel Slalom trainiert hat, fährt sie in Killington auf den starken sechsten Rang. Gisin: «Es ist mega, mega cool. Es hätte nicht besser laufen können. Im zweiten Lauf konnte ich es sehr gut gehen lassen.»

Das gab zu reden

Volksfest in Killington! 15'000 Zuschauer feiern Shiffrin. Sie ist der grosse Superstar auf der Piste mit dem Namen Superstar. Nun hat sie 90 Weltcupsiege auf dem Konto und es stellt sich mehr denn je die Frage: Macht sie in diesem Winter noch die 100 voll?

Die Schweizerinnen zeigen eine gute Reaktion auf die mehrheitlich enttäuschenden Slaloms in Levi. Herausragend: Holdeners Podestplatz. Zum ersten Mal in diesem Winter steht eine andere Schweizerin als Gut-Behrami auf dem Podium.

Die Bedingungen

Sie sind hervorragend. Die Piste ist so gut, dass im ersten Lauf auch mit hohen Nummern locker eine Quali möglich ist. Die Temperaturen sind knapp über null, der Schnee ist hart, aber nicht eisig. Der erste Durchgang ist direkt gesteckt, der zweite viel drehender.

So gehts weiter

Die Technikerinnen bleiben in Nordamerika, wechseln aber das Land: von den USA nach Kanada. Es geht nach Mont-TremBlant in der Nähe von Québec. Am Samstag steht ein Riesenslalom auf dem Programm – der erste Lauf beginnt um 17.00 Uhr, der zweite um 20.15 Uhr. Am Sonntag folgt dann erneut ein Riesenslalom, ehe der Ski-Tross wieder nach Europa übersiedelt für die Speed-Rennen in St. Moritz (8.-10. Dezember).

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