Gutes Schweizer Resultat
Hirscher siegt beim Saisonauftakt – Zenhäusern verpasst das Podest knapp

Hirscher gewinnt den Saison-Auftakt in Levi. Ramon Zenhäusern verpasst das Podest mit Platz 4 nur knapp. Die Überraschung des Tages heisst Tanguy Nef, der Neuling fährt sensationell auf Platz 11.
Kommentieren
Emanuel Gisi
Ski-Teaser-BKW.jpg
1:00
Hirscher siegt beim Saisonauftakt in Levi:Zenhäusern verpasst das Podest knapp – Nef überrascht!

Die Top 3:

1. Marcel Hirscher 54.27 Sekunden
2. Henrik Kristoffersen (No) +0,09
3. Andre Myhrer (Sd) +1,41
4. Ramon Zenhäusern (Sz) +1,45

Die Schweizer: Fünf unserer Slalom-Trümpfe fahren in die Top 16! Loïc Meillard (25. nach dem ersten Durchgang) zeigt einen ausgezeichneten 2. Lauf, lässt Gegner um Gegner hinter sich und kämpft sich auf Platz 14. Luca Aerni (1. Lauf: 19.), letztes Jahr hier Vierter, zeigt eine wilde Fahrt, verliert trotz mehrerer Schnitzer im unteren Teil erstaunlich wenig Zeit. Er wird 16. Ramon Zenhäusern gelingt ein neues Levi-Bestresultat. Das Finnland-Rennen mag nicht sein Lieblings-Slalom sein, der beste Schweizer ist er dennoch. Gegner um Gegner fällt hinter ihn zurück. Am Ende schaut Platz 4 für ihn heraus – um vier Hundertstel verpasst er das Podest! Allzu unglücklich dürfte der Walliser darob allerdings nicht sein. Anders die Gefühlslage bei Daniel Yule: Der beste Schweizer nach dem 1. Lauf (7.) verliert an Terrain, dank den Schwächen der Gegner wird er immerhin noch Sechster.

Der Überraschungsmann: Tanguy Wer? Der Genfer Tanguy Nef (21) studiert in den USA, bestritt in der letzten Saison hauptsächlich Rennen auf der Nor-Am-Tour und auf Universitäts-Ebene, wo er fleissig Punkte sammelte. In Levi fährt er im 1. Durchgang mit Startnummer 40 auf Platz 15. Und auch im 2. Lauf behält er die Nerven, gewinnt in der Schlussabrechnung sogar noch an Terrain und wird 11.! Eine Riesen-Überraschung, ihn hatte vor dem Rennen niemand auf dem Zettel. Er sichert damit dem Schweizer Team einen weiteren Startplatz fürs nächste Rennen.

So lief der 2. Lauf: Erst Jean-Baptiste Grange (Fra), 18. nach Durchgang 1, kann Meillards Aufholjagd stoppen. Der Franzose hält sich seinerseits lange an der Spitze, bis ihn Doppelmeter Ramon Zenhäusern an der Spitze ablöst. Der muss sich Myhrer geschlagen geben, aber sonst scheitert einer nach dem anderen – bis die Top 3 kommen. Der junge Franzose Clement Noel ist stark unterwegs, bis er kurz vor Schluss ausscheidet. Dann zeigen die grossen Zwei, wer die Chefs im Ring sind: Henrik Kristoffersen und Marcel Hirscher sind eine Klasse für sich. Am Ende behält wieder einmal Hirscher hauchdünn das bessere Ende für sich.

Die Stimmen: Loïc Meillard zu SRF: «Jetzt sind wir in die Saison gestartet und können die nächsten Rennen noch mehr geben. Das erste Rennen ist immer schwierig. Man weiss nicht, wo man steht, es gibt immer positive Dinge, die man mitnehmen kann.»

Luca Aerni: «Letztes Jahr war für mich als Vierter sicher besser als dieses Jahr. Aber es gibt noch viele Rennen. Jetzt muss ich an der Lockerheit arbeiten.»

Ramon Zenhäusern: «Ich darf mich nicht beklagen mit dem Fehler, den ich im unteren Teil gemacht habe. Dieses Resultat nehme ich mehr als gerne.»

Tanguy Nef: «Es ist unglaublich. Das Gefühl auf der Strecke war super. Morgen feiere ich meinen 22. Geburtstag, das ist ein super Geschenk für mich. Vor dem ersten Lauf war ich nervös, ich habe gedacht: Mach, was du kannst. Auf der Strecke war das Gefühl dann solid.»

So geht’s weiter: Für die Männer beginnt nächste Woche in den kanadischen Rockies die Speed-Saison mit einem Super-G und einer Abfahrt in Lake Louise. Für die Techniker geht es am 2. Dezember mit dem Riesenslalom von Beaver Creek (USA) weiter.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen