Das Podest
1. Matthias Mayer (Ö) 1:47.74
2. Vincent Kriechmayr (Ö) +0,23
3. Beat Feuz (Sz) +0,35
Das Rennen
Erstes Speed-Rennen, erster Schweizer Podestjubel! Wie bei der letzten Abfahrt in Lake Louise vor zwei Jahren wird Beat Feuz Dritter. Einzig ein Ösi-Duo steht ihm vor der Sonne. Seinen Platz auf dem Treppchen verdankt der Schangnauer vor allem einem starken Schlussspurt, mit dem er Landsmann Marco Odermatt noch abfangen kann. Der Nidwaldner zeigt eine freche, angriffige Fahrt und verpasst das Podest als Vierter nur um fünf Hundertstel.
Der 24-Jährige hat trotzdem sehr viel Grund zum Lachen, schliesslich entspricht dieses Ergebnis «Odis» bester Klassierung bei einer Weltcup-Abfahrt. Und das, obwohl der Riesenslalom-Superstar in der Saisonvorbereitung nur vier Tage mit den Abfahrts-Latten trainiert hat. Zudem haben im Vorfeld viele Experten geglaubt, dass die Piste in Lake Louise für den Edel-Techniker aus Buochs zu viele Gleitstücke beinhaltet. «Mir persönlich haben die Flachstücke aber nie wirklich Sorgen bereitet, weil ich ja gewusst habe, dass mein Ausrüster Stöckli pfeilschnelle Ski produziert hat und dass mein Servicemann Chris zu den besten seiner Zunft gehört», hält «Odi» mit einem breiten Grinser fest. Tatsächlich war Marco im flachen Schlussabschnitt der Schnellste von allen.
Die Österreicher feiern dank Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr einen Doppelsieg. Und können kurzzeitig sogar von einem Dreifach-Triumph träumen. Denn mit Startnummer 15 ist Max Franz lange auf Podest-Kurs. Nur kann er im Schlussteil nicht mehr mit Feuz und Odermatt mithalten. Er reiht sich hinter den beiden auf Rang 5 ein.
Die anderen Schweizer
Der Bündner Stefan Rogentin, der im ersten Training mit der sechstschnellsten Zeit verblüffte, realisiert als 17. das zweitbeste Ergebnis in seiner Weltcup-Karriere.
Niels Hintermann fährt vor allem oben und unten ganz stark. Als Lohn gibts den 12. Platz.
Gilles Roulin kommt überhaupt nicht auf Touren. Er verpasst die Punkte als 35. (+2,53) genauso wie Lars Rösti, der mit knapp viereinhalb Sekunden Rückstand nur 57. wird.
Zu seinem Debüt im Weltcup kommt Yannick Chabloz. Der 22-Jährige zeigt eine solide Fahrt, büsst 2,68 Sekunden ein und wird 40.
Justin Murisier zeigt mit der hohen Startnummer 61 einen ganz starken Auftritt und reiht sich an 37. Position ein.
Das gab zu reden
Beat Feuz sorgt mit seinem dritten Platz gleich für zwei Bestmarken. Zum einen egalisiert er den Podest-Rekord von Peter Müller und Franz Klammer. «Ein cooler Meilenstein», sagt er dazu, dass er nun wie die beiden Legenden zum 41. Mal in der Abfahrt aufs Treppchen steigt. Zum anderen klassiert er sich zum 34. Mal in Serie in einer Abfahrt in den Top 10. Das ist zuvor erst jemandem gelungen: Der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Beat Feuz: «Die Bodensicht war die grosse Herausforderung. Man sieht nichts am Boden, es ist diffuses Licht und das hat es für alle Athleten sehr schwer gemacht. Auch weil es zwei Tage geschneit hat und die Piste doch anders war als im Training. Für den weiteren Saisonverlauf ist es eine coole Hilfe, wenn man im ersten Rennen direkt aufs Podest fährt. Jeder ist vor dem ersten Rennen angespannt und weiss nicht, wo man steht. Es ist schön, wenn man am Anfang gleich wieder vorne mitmischen kann.»
Marco Odermatt: «Die Startpassage müssen wir den Österreichern noch etwas abschauen, aber ich bin sehr, sehr zufrieden mit meiner Fahrt. Ich glaube, ich bin schon vor zwei Jahren hier nicht so schlecht Ski gefahren, deshalb habe ich mir etwas vorgenommen. In den Trainings bin ich zwar nicht so auf Touren gekommen. Aber ich finde es sehr cool, dass ich mich in den Rennen steigern kann.»
So geht es weiter
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Am Sonntagabend (20.15 Uhr) steht an gleicher Stätte der erste Super-G der Saison auf dem Programm. Die erste Lake Louise-Abfahrt, die am Freitag abgesagt werden musste, wird am Sonntag in Beaver Creek nachgeholten. Der erste von zwei Super-G auf der Birds of Prey wird deshalb vom Freitag auf den Donnerstag vorgeschoben. Das Programm sieht im Detail so aus: Mittwoch Abfahrts-Training. Donnerstag und Freitag; Super-G. Samstag und Sonntag Abfahrt.
Die Ski-Saison 2021/2022 geht in die Schlussphase und somit auch die «Blick Ski Trophy»: Beantworte Fragen, tippe Ski-Rennen und kröne dich zum Ski-Champion. Es warten zahlreiche Preise.
Um an der «Blick Ski Trophy» teilzunehmen, achte dich auf der Mobile- und Desktop-Version auf das Trophy-Icon oder gehe direkt auf skitrophy.ws.blick.ch.
Viel Spass und Erfolg!
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