Vlhova im Slalom überragend
Meillard strahlt, Holdener mit schlechtestem Ergebnis seit 8 Jahren

Zum sechsten Mal gewinnt Petra Vlhova in Levi. Sie deklassiert die Konkurrenz. Auch die Schweizerinnen kommen nicht in ihre Nähe: Mélanie Meillard (7.) darf sich freuen, Wendy Holdener (12.) gibt Rätsel auf.
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Mit einer Machtdemonstration holt sich Petra Vlhova ihren sechsten Levi-Sieg.
Foto: keystone-sda.ch
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Mathias GermannReporter Sport

Das Podest

1. Petra Vlhova (Slk) 1:50,59
2. Lena Dürr (De) +1,41
3. Katharina Liensberger (Ö) +1,55

Das Rennen

Es gibt Petra Vlhova – und den Rest. Die Slowakin deklassiert die Konkurrenz, fährt fast eineinhalb Sekunden schneller als die Zweitplatzierte Dürr. Dabei überzeugt sie sowohl in der Fläche (ganz oben und ganz unten) als auch im Steilhang. Zweimal Laufbestzeit und der 20. Slalom-Weltcupsieg. Zum sechsten Mal gewinnt Vlhova, die vom Tessiner Mauro Pini trainiert wird, ein Rentier in Levi.

Die Schweizerinnen

7. Mélanie Meillard +2,99
12. Wendy Holdener +3,49
18. Camille Rast +3,98
21. Michelle Gisin +4,20
Nicht für 2. Lauf qualifiziert
33. Elena Stoffel
43. Lorina Zelger
45. Selina Egloff
53. Nicole Good

Wer hätte das gedacht? Mélanie Meillard ist nicht nur die beste Schweizerin, sondern macht im Slalom genau da weiter, wo sie in der letzten Saison aufgehört hat: Sie schafft es – wie im März in Are (Sd) – erneut auf den 7. Platz. Die Walliserin scheint die schwierigen Jahre nach ihren zwei Knieoperationen überstanden zu haben – nun ist sie schon fast wieder die Alte. Im SRF meint sie: «Es ist richtig cool, einen solchen Saisonstart zu haben. Das hätte ich nie geglaubt. Ich nehme das gerne mit. Dieses Resultat kann mir helfen, auch in Sölden fuhr ich gut. Meine Vorbereitung war gut, jetzt habe ich gezeigt: Ich bin da. Jetzt ist mein Kopf frei für morgen, das hilft.»

Wendy Holdener trägt die Nummer 1, fährt aber nicht so! Nur Rang 17 nach dem ersten Lauf. Im zweiten Lauf wird es etwas besser, viel aber nicht: Platz 12. So schlecht klassiert war sie (mit Ausnahme von Ausfällen) seit acht Jahren nicht mehr (20. in Aspen). Was beunruhigt: Holdener macht in Levi keine offensichtlichen Fehler. Stimmte die Materialabstimmung nicht? Waren die Auswirkungen ihrer Erkältung vor einigen Tagen doch grösser, als sie gemeint hatte? Oder hatten die Verspannungen im Rücken doch einen negativen Effekt? Sie sagt nur: «Ich hatte einige Rutscher, weil ich mich nicht überall getraut habe, alles durchzuziehen. Aber ich nehme den Schritt nach vorne im zweiten Lauf mit.»

Levi und Camille Rast? Nein, das ist keine Liebesbeziehung. Rast gibt das auch offen zu. Die Walliserin, nach einem missratenen Wechsel zurück auf Head-Ski, fährt ansprechend. Rang 18.

Anders als Holdener setzt Michelle Gisin in diesem Winter die Priorität auf die schnellen Disziplinen. Entsprechend wenig Slalom-Tore hat sie in den Beinen. Angesichts dieser Voraussetzungen ist ihr 21. Platz solide.

Bereits im ersten Lauf müssen die anderen Schweizerinnen die Segel streichen: Elena Stoffel (33., +3,00 Sekunden), Lorina Zelger (43., +3,62), Selina Egloff (45., +3,69) und Nicole Good (53., +4,51).

Die Bedingungen

Klirrende Kälte (minus 8 Grad), perfekte Sicht (dank Flutlicht) und eine harte, zuweilen ruppige Piste. So präsentiert sich die Levi Black an diesem Samstag.

Das gab zu reden

Seit 2014 und Tina Maze haben nur zwei Fahrerinnen in Levi gewonnen: Shiffrin und Vlhova – Shiffrin sechsmal, Vlhova nun ebenfalls zum sechsten Mal. Verrückt. Übrigens: Maze ist längst zurückgetreten, hat eine fünfjährige Tochter und ist Ski-Expertin bei Eurosport.

Aufatmen bei Liensberger! Die tief gefallene Österreicherin, immerhin Slalom-Weltmeisterin 2021, kann nach einer langen Durststrecke wieder aufatmen. Vor allem im Steilhang fährt die Vorarlbergerin bärenstark – Österreich kann jubeln.

Zweites Rennen, zum zweiten Mal das Podest verpasst: Shiffrin ist noch nicht da, wo sie normalerweise Anfang November ist. Ein Problem? Nein. Der US-Star weiss, dass der Winter noch lang ist.

So gehts weiter

Schon am Sonntag gibts die Chance zur Revanche. Der erste Lauf in Levi steigt um 10 Uhr, der zweite beginnt um 13 Uhr.

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