Die Top 3
1. Petra Vlhova (Svk) 1:57,98
2. Mikaela Shiffrin (USA) +1,31
3. Katharina Liensberger (Ö) +3,49
Elfter Weltcupsieg von Petra Vlhova. Und was für einer! Die Slowakin fährt zweimal Laufbestzeit und nimmt US-Überfliegerin Mikaela Shiffrin mehr als eine Sekunde ab. Vlhova: «Heute habe ich mich schon am Morgen super gefühlt, ich habe keine Fehler gemacht. Ich war hier häufig Zweite, jetzt endlich Erste.»
Die Schweizerinnen
Wendy Holdener: Platz 4 (+3,60). Zur Halbzeit liegt die Schwyzerin trotz des riesigen Rückstands von 1,81 Sekunden auf Podestkurs, sie ist Dritte. Klar, die zwei Ausfälle in den letzten beiden Rennen fahren wohl noch im Kopf mit – doch Holdener macht ihre Sache gut, verliert noch einen Rang und wird Vierte. Im Vergleich zu den Überfliegerinnen Shiffrin und Vlhova kann sie momentan aber bei weitem nicht mithalten. Sie sagt zu SRF: «Die Lockerheit, die Unbeschwertheit hatte ich nicht. Das ist verständlich nach den zwei Ausfällen. Das Ruhige hatte ich heute nicht, das gebe ich zu. Ich habe es versucht, es war sicher zu wenig – aber darauf baue ich auf.»
Aline Danioth: Platz 8 (+4,54). Den ersten Durchgang beendet die Urnerin auf Rang 11, sehr solid. Und siehe da: Im zweiten Lauf verwaltet sie nicht, sondern zündet den Turbo. Der Lohn? Ihre zweitbeste Weltcup-Platzierung überhaupt (nach Platz 7).
Michelle Gisin: Platz 12 (+5,44). Zum ersten Mal überhaupt startet Gisin im Slalom in der ersten Gruppe. Dies, weil sie zuletzt in Lienz (Ö) tolle Dritte wurde. In Zagreb schaut im ersten Durchgang Platz 10 heraus. Gisin wirkt auch im zweiten Lauf etwas verkrampft, sie kann die Handbremse nicht lösen.
Elena Stoffel: Platz 18 (+5,97). Nach Platz 23 in Levi (Fi) gibts für die Walliserin zum zweiten Mal Slalom-Punkte in dieser Saison. Leider schiesst Stoffel im ersten Steilhang des zweiten Laufs einen Bock – sonst wäre noch mehr möglich gewesen. Sie sagt: «Ich hatte grosse Fehler, aber es tut mir gut, wieder einmal in den Punkten zu sein.»
Mélanie Meillard verpasst in ihrem zweiten Rennen nach ihrer langen Verletzungspause als 49. mit fast fünf Sekunden Rückstand den zweiten Lauf deutlich. Teamkollegin Carole Bissig ist im ersten Lauf noch langsamer, wird 53. und Charlotte Chable scheidet aus.
Das gab zu reden
Shiffrin fährt bärenstark, wie fast immer. Doch aus dem fünften Zagreb-Sieg wird nichts, weil Vlhova schlicht sensationell unterwegs ist. Der Rückstand der Dritten, Katharina Liensberger, spricht Bände. Die Österreicherin verliert dreieinhalb Sekunden. Keine Frage: Der Frauen-Slalom ist derzeit eine Zweiklassengesellschaft.
Statistik
Die Schweizerinnen bauen ihren Negativ-Rekord aus. Nach dem Zagreb-Slalom ist klar: Unsere Ski-Frauen sind jetzt seit 60 Rennen ohne Sieg.
Die Bedingungen
Schnee ist am Bärenberg oberhalb von Zagreb nicht vorhanden – zumindest kein Naturschnee. Die Piste wurde schon Mitte Dezember hergerichtet, sie trotzte den folgenden, warmen Wochen. Und tatsächlich: Der Untergrund ist erstaunlich stabil, da wurde gute Arbeit geleistet.
So gehts weiter
Während die Männer morgen durch den Stangenwald von Zagreb sausen, tauschen die Frauen die kurzen für die langen Latten. In einer Woche steht in Altenmarkt-Zauchensee (Ö) eine Abfahrt an, tags darauf am Sonntag gibts eine Kombi (mit Super-G und Slalom).