Kilde siegt und holt kleine Kugel
Herbe Enttäuschung für Odermatt im Super-G

Obwohl ein Schweizer Trainer den Kurs ausflaggen darf, endet der Super-G in Kvitfjell vor allem für Marco Odermatt mit einer herben Enttäuschung.
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Marcel W. Perren
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Marco Odermatt verpasst die Top 20 in Kvitfjell klar.
Foto: keystone-sda.ch

Das Podest

1. Aleksander Aamodt Kilde (No) 1:25,91
2. James Crawford (Ka) +0,07
3. Matthias Mayer (Ö) +0,12

Das Rennen

Der Österreicher Manfred Widauer leistet als Trainer seit Jahren herausragende Arbeit im Schweizer Abfahrts-Team. An den Erfolgen von Beat Feuz hat er einen besonders grossen Anteil. In Kvitfjell wird er als Kurssetzer für den Super-G ausgelost und auch in dieser Funktion agiert Widauer eher für die Abfahrer als für die Techniker. «Die Kurssetzung des Schweizer Trainers finde ich schon ein bisschen speziell, wenn man bedenkt, dass Marco Odermatt um die Super-G-Kugel fährt. Ein Odermatt bräuchte als begnadeter Techniker meines Erachtens ein paar Kurven mehr», sagt ZDF-Experte Marco Büchel nach der Besichtigung.

Hat der Triumphator vom Kitzbühel Super-G 2008 recht? Fakt ist: Odermatt missglückt der Flug über den Russi-Sprung und wird dann auf dem direkt gesetzten Kurs auch noch von starkem Gegenwind gebremst wird. Der Nidwaldner landet auch wegen einem missglückten Flug über den Russi-Sprung mit einem Rückstand von 1,68 auf seinen grossen Widersacher Aleksander Aamodt Kilde auf Platz 28. Der Norweger hat damit die kleine Super-G-Kugel auf sicher und macht auch im Kampf um die grosse Kugel ordentlich Boden gut. Die einzigen Schweizer, die in diesem in einem Super-G verpackte Abfahrt mit den besten mithalten sind Abfahrts-König Beat Feuz und Justin Muriser. Der Emmentaler wird Fünfter, der Walliser fährt mit der Nummer 28 auf Rang 6!

Die weiteren Schweizer

Niels Hintermann schlägt sich nach seinen Abfahrts-Galas (Sieg und Dritter) auch im Super-G sehr beachtlich und landet auf dem neunten Schlussrang. Für den Zürcher ist dies das beste Super-G-Ergebnis im Weltcup. Ordentlich Punkte sammelt auch der Bündner Stefan Rogentin als 13, Ralph Weber klassiert sich als 27.

Die Stimmen

Marco Odermatt (ORF): «Ich bin schon ziemlich enttäuscht, obwohl ich vor dem Start gewusst habe, dass ich im Kampf um die Super-G Kugel die 61 Punkte Rückstand auf Kilde nur schwer werde aufholen können. Ich habe dann auch gemerkt, dass ich auf der Fläche extrem Gegenwind habe. Ich habe gesehen, dass sich die Torflaggen vor mir regelrecht biegen. Ich muss aber auch sagen, dass der Lauf sicher nicht für mich gesteckt war.»

Aleksander Aamodt Kilde (ORF): «Obwohl ich im Gesamtweltcup nur noch 189 Punkte Rückstand habe, kann ich Marco eigentlich schon jetzt zur grossen Kugel gratulieren. Ich werde wahrscheinlich nur noch die Abfahrt, den Super-G und den Riesen beim Finale in Courchevel bestreiten, auf die beiden Riesenslaloms in Kranjska Gora werde ich voraussichtlich verzichten. Darum wird Marco wohl nächste Woche in Slowenien alles klar machen.»

Beat Feuz (SRF): «Sehr knapp bis ganz nach vorne, so nah dran war ich schon lange nicht mehr. Der Lauf war gut, das Gelände kommt mir entgegen.

Das gab zu reden

Die Kanadier kämpfen seit vielen Jahren mit enormen finanziellen Problemen. Trotzdem ist es Trainer John Kucera (Abfahrtsweltmeister von 2009) gelungen, mit geringsten Mitteln eine schlagkräftige Speed-Equipe aufzubauen. Nach dem Sieg von Cameron Alexander in der ersten Abfahrt, steht in diesem Super-G mit James Crawford erneut einer der neuen «Crazy Canucks» auf dem Podest.

So gehts weiter

Als nächstes stehen die Techniker wieder im Einsatz. Am Mittwoch wird der abgesagte Zagreb-Slalom in Flachau nachgeholt, ehe am kommenden Wochenende zwei Riesenslaloms in Kranjska Gora über die Bühne gehen.

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