Das Podest
1. Marco Odermatt (Sz) 2:30,68
2. Henrik Kristoffersen (No) +0,73
3. Loïc Meillard (Sz) +1,66
Das Rennen
Nach dem 1. Lauf ist alles angerichtet für eine Schweizer Ski-Party in Adelboden. Marco Odermatt führt, Loïc Meillard und Gino Caviezel lauern auf den Rängen 3 und 6.
Die Fans, die im Zielraum mitfiebern, werden nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Odermatt zeigt nach der ersten auch eine sackstarke zweite Fahrt. Er geht voll ans Limit, ist mehrfach ganz nah am Ausscheiden und fährt den Sieg letztlich doch souverän nach Hause – mit zweimal Laufbestzeit. Damit ist er der zweite Schweizer, der zwei Adelboden-Riesen in Serie gewinnt – Pirmin Zurbriggen gelang dies 1987 innert einer Woche. Insgesamt ist es inklusive Olympia Odermatts 14. Riesen-Podestplatz in Serie. Wahnsinn!
Aber nicht nur Odermatt zeichnet sich für die Schweizer Ski-Party verantwortlich. Wäre Henrik Kristoffersen nicht, hätte es dank Meillard einen Doppelsieg gegeben. Sein dritter Platz ist ebenfalls ein starkes Resultat. Nicht zu vergessen ist Caviezel, der als Achter ebenfalls in die Top 10 fährt.
Beeindruckend ist indes auch die Leistung von Aleksander Aamodt Kilde. Der Norweger startet wohl auch mit Gedanken an den Gesamtweltcup im Adelboden-Riesen. Und klassiert sich als Neunter mitten in den besten Fahrern. Damit verhindert er, dass Odermatt um weitere 100 Punkte davonziehen kann.
Die anderen Schweizer
8. Gino Caviezel +2,77
19. Thomas Tumler +4,58
23. Daniele Sette +5,25
26. Fadri Janutin +5,67
DNF 1. Lauf
Justin Murisier
Semyel Bissig
DNQ 2. Lauf
45. Livio Simonet +5,16
Gino Caviezel zeigt einen starken 1. Lauf. Ein Fehler im Zielhang wirft ihn etwas zurück. Weil die Zeitabstände gross sind, liegt er damit zur Halbzeit trotzdem auf Rang 6. Den Angriff nach vorne gibts am Nachmittag nicht. Er verpasst die zwischenzeitliche Führung und fällt noch zwei Positionen zurück.
Mit der hohen Startnummer 45 geht Thomas Tumler ins Rennen. Er beweist, dass die Piste hält und stellt die 17. Zeit auf. Ein Resultat, das ihm guttut, nachdem er zuletzt zweimal 31. wurde und die Entscheidung verpasst hatte. Der 2. Lauf gelingt ihm nicht mehr ganz so gut, er büsst einige Positionen ein. Aber im siebten Anlauf klappts endlich mit Punkten am Chuenisbärgli.
Riesenslalom-Weltcup (nach 5 von 10 Rennen)
1. Marco Odermatt (Sz) 460 Punkte
2. Henrik Kristoffersen (No) 345 Punkte
3. Zan Kranjec (Slo) 290 Punkte
4. Loïc Meillard (Sz) 196 Punkte
5. Lucas Braathen (No) 179 Punkte
Gesamtweltcup (nach 16 von 38 Rennen)
1. Marco Odermatt (Sz) 1046 Punkte
2. Aleksander Aamodt Kilde (No) 646 Punkte
3. Henrik Kristoffersen (No) 565 Punkte
4. Vincent Kriechmayr (Ö) 432 Punkte
5. Alexis Pinturault (Fr) 375 Punkte
Nationencup (nach 33 von 76 Rennen)
1. Schweiz 4832 Punkte
2. Österreich 3874 Punkte
3. Norwegen 2863 Punkte
Riesenslalom-Weltcup (nach 5 von 10 Rennen)
1. Marco Odermatt (Sz) 460 Punkte
2. Henrik Kristoffersen (No) 345 Punkte
3. Zan Kranjec (Slo) 290 Punkte
4. Loïc Meillard (Sz) 196 Punkte
5. Lucas Braathen (No) 179 Punkte
Gesamtweltcup (nach 16 von 38 Rennen)
1. Marco Odermatt (Sz) 1046 Punkte
2. Aleksander Aamodt Kilde (No) 646 Punkte
3. Henrik Kristoffersen (No) 565 Punkte
4. Vincent Kriechmayr (Ö) 432 Punkte
5. Alexis Pinturault (Fr) 375 Punkte
Nationencup (nach 33 von 76 Rennen)
1. Schweiz 4832 Punkte
2. Österreich 3874 Punkte
3. Norwegen 2863 Punkte
Der zweite Auftritt von Daniele Sette ist ein wilder Ritt. Als 27. vom Morgen profitiert er von einer tiefen Startnummer, was er nicht auszunutzen vermag. Er verpasst die zwischenzeitliche Führung, darf sich aber zum zweiten Mal in Folge über Weltcuppunkte freuen.
Für Fadri Janutin ist es im Weltcup die Heim-Premiere. Im 1. Lauf fährt er auf den guten 17. Platz. Am Nachmittag kann er das nicht ganz bestätigen. Er freut sich trotzdem, dass es beim ersten Adelboden-Rennen gleich für Punkte gereicht hat.
Justin Murisier hat Mühe, in den drehenden Lauf zu kommen, handelt sich bereits oben einen grossen Rückstand ein. Dann findet er in den Rhythmus, wird von den Fans mit tosendem Lärm im Zielhang in Empfang genommen. Und sorgt dafür, dass es kurzzeitig ganz ruhig wird. Er hängt an, wird ausgehebelt und scheidet aus. Auch Semyel Bissig bringt den Lauf am Morgen nicht ins Ziel. Livio Simonet büsst zu viel Zeit ein und verpasst den 2. Lauf.
Das gab zu reden I
Beschert Odermatt der Schweiz regelmässig Siege im Riesenslalom, sieht es bei den Österreichern anders aus. Den letzten Riesen-Triumph gabs für sie vor vier Jahren in Adelboden – damals gewann der 2019 zurückgetretene Marcel Hirscher. Seither hat keiner mehr das oberste Treppchen erklommen.
Auch Stefan Brennsteiner nicht – als Halbzeit-Elfter wird er am Ende 13. Und das, obwohl er an diesem Samstag beflügelt an den Start gegangen ist. Vor wenigen Tagen wurde er Vater eines Sohnes, wie er am Freitagabend auf Instagram mitteilte. «Es ist einfach ein Wunder. Willkommen auf der Welt, kleiner Mann», schreibt er zu einem süssen Baby-Schnappschuss.
Das gab zu reden II
Der Andorraner Joan Verdu sorgt im 1. Lauf für einen Schreckmoment. Er stürzt und verschwindet zwischen den Luftkissen. Mehr zu seinem kuriosen Sturz gibts hier.
Im 2. Lauf hängt der Franzose Victor Muffat-Jeandet nach wenigen Sekunden an einem Tor an und stürzt. Er knallt heftig auf die Piste und landet in den Fangnetzen. Bevor die schnellsten Sechs des 1. Laufs starten können, gibts deshalb einen etwas längeren Unterbruch. Laut ersten Informationen soll sich Muffat-Jeandet eine blutende Nase und eine Wunde an der Hand sowie eine Gehirnerschütterung zugezogen haben. Er wurde ins Spital nach Bern geflogen.
Die Stimmen (gegenüber SRF)
Marco Odermatt nach dem 2. Lauf: «Es ist unglaublich geil, hat es wieder geklappt. Es war u huerä am Limit, hätte auch zwei, dreimal anders kommen können. Aber ich wusste, Henrik darf ich nicht gewinnen lassen, jetzt muss ich einfach Gas geben. Ich muss die Fahrt einmal anschauen, aber es war glaube ich schon über dem Limit. Zehnmal geht das auch nicht gut, aber muss es zum Glück auch nicht.»
Loïc Meillard nach dem 2. Lauf: «Es ist ganz cool, wieder auf dem Riesen-Podest zu sein. Während dem Fahren denkt man nicht, ich muss voll ans Limit gehen. Aber es ist super, wenn es funktioniert. Anfang Januar hatte ich noch nie so viele Podestplätze. Es ist schön, dass ich zeigen kann, dass ich so gut fahren kann.»
Gino Caviezel nach dem 2. Lauf: «Ganz zufrieden bin ich nicht. Aber meine Riesen-Saison war bisher nicht die beste. Heute hatte ich das erste Mal wieder Spass. Im Zweiten hab ich im Zielhang nicht mehr alles riskiert, ich wollte das Resultat einfahren. Es ist unglaublich mit Odi und Loïc im Team. Ich gehe mit Platz 8 fast ein bisschen unter.»
Fadri Janutin nach dem 2. Lauf: «Es war mega. Ich nerve mich, dass es im 2. Lauf nicht mehr so gut gelaufen ist wie am Morgen. Aber am Abend werde ich mich freuen. Das erste Mal zu Hause ein Rennen fahren, ist schon mega.»
Thomas Tumler nach dem 2. Lauf: «Es wurde Zeit, endlich ein paar Punkte zu gewinnen am Chuenisbärgli. Ich war schon oft nah dran, aber habs nie ins Ziel gebracht. Ich hab gelernt, mehr mit Kopf zu fahren. Ich war wegen der Zuschauer immer übermotiviert.»
Daniele Sette nach dem 2. Lauf: «Hier im 2. Lauf zu fahren ist mega. Es gibt sehr viel Motivation, es ist wunderbar.»
Marco Odermatt nach dem 1. Lauf: «Ich fühle mich wie im siebten Himmel. Schon beim Fahren habe ich gemerkt, dass es gut war. Ich kann es viel mehr geniessen als vor einem Jahr, da war der Druck enorm gross. Klar, am Start ist man nervös, aber so wie jetzt konnte ich es letztes Mal nach dem 1. Lauf nicht schon aufsaugen.»
Loïc Meillard nach dem 1. Lauf: «Es war ein guter Lauf. Ich mag, wenn es so stark dreht, das Problem ist einfach, dass es sehr langsam ist. Die Kulisse ist unglaublich. Wenn wir die Leute vom Skilift aus sehen, auch am Start oben hören wir sie – es ist unbeschreiblich. Das bekommen wir sonst nirgends.»
Die Bedingungen
Die Organisatoren in Adelboden haben alles gegeben. Mit viel Aufwand und vor allem Unmengen Salz haben sie eine Piste ans sonst grüne Chuenisbärgli gezaubert, die ein Weltcuprennen zulässt. Diese präsentiert sich dank zuletzt zwei klaren, kalten Nächten in gutem Zustand. Und das Wichtigste: Sie hält auch bei strahlend blauem Himmel und frühlingshaftem Sonnenschein. Der Beweis: Einige hohe Startnummern wie etwa die 58 und die 61 qualifizieren sich für den 2. Lauf.
So gehts weiter
Nach dem Riesenslalom ist vor dem Slalom am Chuenisbärgli. Dieser steigt am Sonntag. Der Start ist auf 10.30 Uhr angesetzt, der 2. Lauf wird um 13.30 Uhr anfangen.