Darum gehts
- Loïc Meillard holt den zweiten Platz beim Kitzbühel-Slalom am Ganslernhang
- Meillard erklärt: «Ich habe den richtigen Schlüssel für den Schnee gefunden»
- Tanguy Nef erreicht Rang sechs und steht nun auf Platz elf der Slalomwertung
«Ich tippe auf einen Sieg für Hallberg, Meillard wird Zweiter», sagt Bastian Schweinsteiger kurz vor der Entscheidung im Kitzbühel-Slalom. Mit letzterer Behauptung soll der Fussball-Weltmeister von 2014, der für Blick kurzzeitig zum Ski-Propheten wird, leider recht behalten. Mit seinem finnischen Siegertipp Eduard «Edi» Hallberg (22), die grosse Slalom-Entdeckung dieser Saison, jedoch nicht.
Denn das Siegerbild mit Ösi-Triumphator Manuel Feller (33), dem zweitplatzierten Loïc Meillard (29) und dem Deutschen Linus Strasser (33) auf Platz drei erinnert schlussendlich viel mehr an vergangene Zeiten. Gut möglich, dass es dieses Podest so schon vor fünf Jahren hätte geben können.
Dann jedoch wohl eher bei einem anderen Rennen. Zuletzt war der «Ganslernhang», der die Slalom-Cracks mit seinen tückischen Übergängen immer wieder herausfordert, nämlich nicht das Terrain von Meillard, der nun stolzer Besitzer einer silbernen Gams ist. Meillards bestes Slalom-Resultat in Kitzbühel war bis gestern ein sechster Platz, den er 2023 beim zweiten Kitz-Triumph von Daniel Yule (32) herausgefahren hatte.
«Habe den richtigen Schlüssel gefunden»
Heuer aber fährt der Romand im ersten Lauf gar makellos und führt vor dem zweiten Durchgang. Es braucht die Laufbestzeit von Feller, um den Romand im zweiten Lauf noch abzufangen. Meillard erklärt seine starke Leistung nach dem Rennen so: «Der Schnee hat mir heute gefallen. Manchmal eisig, manchmal aggressiv. Dafür habe ich den richtigen Schlüssel gefunden.»
Warum es im Finaldurchgang nicht ganz gereicht hat, den Vorsprung über die Ziellinie zu bringen, kann Meillard nach dem Rennen noch nicht ganz genau sagen. Ausser dass «der Kurs vom Stil her im zweiten Lauf ganz anders war als noch im ersten», habe sich nicht viel verändert zwischen den beiden Durchgängen.
Nef liebäugelte mit dem Podest
Auch Tanguy Nef sorgt für Schweizer Freude. Der 29-jährige Genfer rast nach dem Einfädler in Wengen auf Rang sechs und zeigt damit einmal mehr, dass er in seiner aktuellen Form im Kampf um die Spitzenplätze mitreden kann.
Vollends zufrieden ist er dennoch nicht, wie er Blick verrät. «Ich hatte das Gefühl, der Lauf ist für mich gesetzt. Mein Plan war es, im zweiten Lauf voll zu attackieren für ein Podest. Beim Fahren hat mir dann aber ein bisschen der Mut gefehlt», sagt Nef, der nun den elften Platz in der Slalomwertung innehat.
Für Sieger Feller erfüllt sich derweil ein lang ersehnter Traum. Denn in zehn Kitzbühel-Auftritten zuvor hatte er es nie aufs Treppchen geschafft. Seine Erleichterung ist nach dem Rennen deutlich zu spüren: «Über die Jahre habe ich mich Stück für Stück angenähert – so bedeutet es noch mal mehr. Wenn etwas schwer geht, ist die Genugtuung grösser. Ich habe sehr lange darum gekämpft, ums Podium, um den Sieg. Mir hätte jede Gams gereicht, dass es die Goldene ist, ist einfach unglaublich.»