«Es ist ein schönes Problem»
Schweizer Ski-Stars kämpfen um letzte Olympia-Tickets

Der Slalom in Kitzbühel wird am Sonntag zum Schicksalsort für die Schweizer Ski-Männer. Yule und Zenhäusern kämpfen um Olympia-Tickets im Slalom, während auf der Speedseite ein Überangebot an Top-Fahrern für Spannung sorgt.
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Welche Athleten empfiehlt das Swiss-Ski-Team um Herren-Cheftrainer Tom Stauffer für die Olympischen Spiele?
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

  • Beim Slalom in Kitzbühel entscheidet sich die Olympia-Selektion der Schweizer Männer
  • Yule und Zenhäusern brauchen Top-15-Platzierung für Olympia-Ticket
  • Sieben Schweizer Abfahrer erfüllen Kriterien, einer muss sicher zu Hause bleiben
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Beim Slalom in Kitzbühel fällt die grosse Entscheidung für die Olympia-Selektion bei den Schweizer Ski-Männern. Diese ist in diesem Jahr besonders kompliziert, da die Schweizer Qualitäten ungleich auf Technik- und Speed-Disziplinen aufgeteilt sind.

Während Swiss Olympic in Abfahrt und Super-G die Qual der Wahl hat, wurden im Slalom die Selektionskriterien erst von drei Athleten (Meillard, Nef und Iten) erfüllt – obwohl in Bormio vier Stangenkünstler am Start stehen dürfen.

Yule und Zenhäusern sind in Pole-Position

Swiss-Ski-Alpindirektor Hans Flatscher will vor dem zweitletzten Slalom vor Olympia deshalb noch keine endgültigen Antworten liefern. Ob am Ende vier Slalomfahrer nach Bormio reisen oder ob auf der Speedseite ein Name mehr ins Aufgebot rutscht, lässt er wenig überraschend offen. Klar ist für ihn nur: «Wenn morgen noch ein Slalomfahrer die Kriterien noch vollständig erfüllt, dann gibt es einen vierten Slalomfahrer.»

Damit rücken Yule und Zenhäusern in den Fokus. Beide besitzen seit dem Slalom in Adelboden die halben Selektionskriterien und beide brauchen am Ganslernhang ein Top-15-Ergebnis für die vollständige Erfüllung dieser Vorgaben. Gelingt dies einem von ihnen, dürfte er das Olympia-Ticket also auf sicher haben. Bleiben jedoch beide ohne die nötige Platzierung, könnte die Schweizer Slalom-Delegation theoretisch mit dem Trio aus Loïc Meillard, Tanguy Nef und Matthias Iten nach Italien reisen.

Dank Luca Aerni, der über den Riesenslalom qualifiziert ist und auch in diesem Jahr noch viel Slalom trainierte, könnten die Schweizer die Team-Kombination dann trotzdem zu viert bestreiten.

Ein Abfahrer muss trotz Erfüllung der Selektionskriterien zu Hause bleiben

Auf der Speedseite ist die Situation umgekehrt: Dort ist die Leistungsdichte so gross, dass mindestens ein Fahrer trotz erfüllter Kriterien zu Hause bleiben muss. In der Königsdisziplin haben nämlich gleich sieben Abfahrer die Selektionskriterien erfüllt.

Neben Odermatt, von Allmen, Hintermann, Monney und Rogentin sind es auch Alessio Miggiano und Marco Kohler, welche mindestens ein Top-7- oder zwei Top-15-Resultate herausfahren konnten. Wenn Aerni und Tumler ihre Startplätze via Riesenslalom erwartungsgemäss bekommen, dürfte das letzte Ticket deshalb zwischen den vier Herren Yule, Zenhäusern, Kohler und Miggiano entschieden werden.

Wenn sich die Befürchtungen über einen Kreuzbandriss bei Marco Kohler bestätigen, dürfte jedoch ein Kandidat auf unglücklichste Art und Weise aus der Entscheidung fallen.

Fis-Boss Lehmann spricht von einem «schönen Problem»

Fis-Boss Urs Lehmann, als Swiss-Ski-Präsident bis ins letzte Jahr noch hautnah an solchen Entscheiden, verfolgt die Diskussion mittlerweile aus der Distanz: «Es ist nicht einfach, aber das war es in der Vergangenheit auch nicht. Aber es ist ja ein schönes Problem», sagt er zu Blick. Und Niels Hintermann meint nach seiner starken Abfahrt trocken: «Zum Glück muss ich die Selektionen nicht machen.»

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