Der Parallel-Slalom von St. Moritz wird von den Organisatoren als «Weltpremiere» angepriesen. Das ist reichlich übertrieben, schliesslich fand schon letztes Jahr in Courchevel (Fr) ein Rennen mit dem gleichen Ablauf statt. Einzig die Setzliste nach der Quali ist anders: Neu sind die gefahrenen Zeiten für die Paarungen in den K.o.-Duellen entscheidend. Im Sechzehntelfinal gibt es dann zwei Läufe, ab dem Achtelfinal nur noch einen. Die Schnellste in der Quali darf dabei immer wählen, auf welchem Kurs (rot oder blau) sie starten möchte.
Soweit, so gut. Es gibt aber auch Kritik am Modus der Parallel-Rennen. Michelle Gisin (25) sagt klipp und klar: «Ich finde es nicht richtig, dass es zum Slalom-Weltcup gehört.» Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Für viele Athletinnen sind die Parallel-Rennen (in dieser Saison 4 Rennen) eine eigene Disziplin. Sprich: Die Resultate sollten auch eine eigene Wertung (inklusive Kristallkugel) haben.
Dann aber mit mehr als vier Rennen. Das Dilemma: Der Rennkalender ist, solange die aussterbende Kombination noch auf dem Programm ist, schon so prall gefüllt. Wendy Holdener (25) meint: «Es ist nicht gut, wie es läuft. Sie haben noch keine Lösung, wie sie es wollen und wohin es gehen soll. Es muss noch einiges passieren.»