Wieder ein Dreifachsieg!
Nur Monney hält bei Schweizer Festspielen mit Odermat mit

Was für ein Schweizer Auftritt bei der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen. Marco Odermatt gewinnt vor Alexis Monney und Stefan Rogentin. Dreifachsiege werden aus Schweizer Sicht immer regelmässiger.
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Lino DieterleRedaktor Online Sport
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Schweizer Festspiele in Garmisch.
Foto: keystone-sda.ch

Das Podest

1. Marco Odermatt (Sz) 1:47,57
2. Alexis Monney (Sz) +0,04
3. Stefan Rogentin (Sz) +0,98

Das Rennen

Gross waren die Diskussionen vor dem Rennen, ob eine frühe Nummer von Vorteil sein würde. Nun: Mit Marco Odermatt entscheidet jener Spitzenfahrer das Rennen für sich, der mit Startnummer 10 als erster ins Rennen eingegriffen hat. Seine Bestzeit auf eine frühere Startnummer zu reduzieren, würde seinem genialen Lauf aber nicht gerecht werden. Besonders unten erwischt er die Kurven perfekt und nimmt viel Tempo mit, sodass im letzten Abschnitt keiner mit ihm mithalten kann.

Dennoch muss der Abfahrtsdominator der Saison kurz darauf um seinen Sieg zittern: Landsmann Alexis Monney zeigt einmal mehr, dass er Schläge schlucken kann wie kein Zweiter und liegt zwischenzeitlich fast eine halbe Sekunde vor Odermatt, muss seinen Landsmann im Schlussteil aber noch knapp vorbeiziehen lassen. Komplettiert wird das Podest an diesem Schweizer Feiertag von Stefan Rogentin, der mit seiner frühen Startnummer 3 einen fehlerfreien Lauf zeigt. Seinen 3. Platz verteidigt er später auch gegen die Spitzenfahrer Vincent Kriechmayr, Giovanni Franzoni oder Franjo von Allmen.

Kugelkampf

Marco Odermatt wird aller Voraussicht nach zum dritten Mal hintereinander die Abfahrtskugel gewinnen. Mit seinem Sieg steht er nun bei 610 Punkten nach sieben Abfahrten in dieser Saison. Sein erster Verfolger Franjo von Allmen hätte in Garmisch mit der Aufholjagd beginnen sollen, verliert als Sechster aber weitere 60 Punkte auf Odermatt. Die Differenz, die er in den letzten beiden Abfahrten des Winters aufholen müsste: 175 Punkte. Da Odermatts schlechtester Platz in diesem Winter Rang 4 in Crans-Montana ist, scheint das eine Mission Impossible.

Die weiteren Schweizer

6. Franjo von Allmen +1,47
10. Justin Murisier +1,57
15. Lars Rösti +2,41
26. Alessio Miggiano +3,29
DNS Niels Hintermann

Stand nach 30 Fahrern

Nach einem gemächlichen Start dreht Franjo von Allmen im Mittelteil auf und rückt Odermatt auf die Pelle – gerät aber bei der Einfahrt in die Hölle zu tief und verliert viel Tempo. Dadurch verliert der olympische Gold-Gigant im unteren Streckenteil mehr als eine Sekunde auf die Bestzeit und reiht sich auf Platz 6 ein.

Mit Startnummer 2 stellt Murisier kurzzeitig die Bestzeit auf, kriegt dann aber sogleich von Stefan Rogentin vor Augen geführt, das es in jedem Streckenteil etwas schneller gegangen wäre. Mehr möglich wäre auch für Alessio Miggiano gewesen, doch nachdem ihm derselbe Fehler wie von Allmen unterläuft, fällt Miggiano weit zurück. Einen erfreulichen Auftritt zeigt Lars Rösti, der das überragende Schweizer Resultat mit Platz 15 abrundet.

Kurzfristig auf einen Start verzichtet Niels Hintermann. Der Zürcher habe sich laut SRF am Morgen gesundheitlich nicht bereit gefühlt, das Rennen zu bestreiten.

Die Bedingungen

Weil um den Mittag in Garmisch-Partenkirchen Temperaturen von über zehn Grad erwartet werden, wurde das Rennen eine halbe Stunde früher (11.15 statt 11.45 Uhr) gestartet. Die Piste präsentiert sich für die ersten Fahrer in einem überraschend guten Zustand, dennoch ist klar, dass sie unter der Sonneneinstrahlung leiden wird. Trotz weicher werdender Unterlage und sich häufenden Schlägen zeigen die Spitzenfahrer des Winters aber auch mit zweistelligen Nummer Spitzenleistungen – was für die Präparierung der Kandahar spricht.

Das gab zu reden I

Schweizer Dreifachsiege sind keine Seltenheit mehr! In dieser Saison gelang dieses Kunststück bereits im Dezember beim Riesenslalom von Val d'Isère. In der Abfahrt muss man ebenfalls nicht weit zurückschauen: Im letzten Winter standen sowohl in Crans-Montana als auch in Kvitfjell drei Schweizer zuoberst.

Das gab zu reden II

Erstmals seit 2021 findet in Garmisch-Partenkirchen wieder eine Abfahrt statt. Der Klassiker hat wegen seiner tiefen Lage (708 Meter über Meer) einen schweren Stand bei der Organisation der Rennen. Beim letzten Rennen 2021 wurde Marco Odermatt noch Achter. Das war damals sein bestes Abfahrtsergebnis. Franjo von Allmen ist bisher erst im Super-G in Garmisch angetreten. Trotz der hohen Temperaturen war das heutige Rennen aber eine Empfehlung für weitere Abfahrten auf der Kandahar.

So gehts weiter

Am Sonntag geht es auf der Kandahar ab 11.15 Uhr mit einem Super-G weiter. Danach reisen die Techniker nach Slowenien. In Kranjska Gora stehen kommendes Wochenende je ein Riesenslalom und ein Slalom auf dem Programm.

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