Norwegen jubelt doppelt
Meillard mit fast perfektem Saisonabschluss

Zum Saisonabschluss gibts noch einmal Schweizer Podestjubel. Loïc Meillard wird im Slalom Zweiter. Der Sieg geht an Norwegen, ebenso die kleine Kugel.
Kommentieren
1/13
Knapp reichts Loïc Meillard nicht für den Sieg.
Foto: SVEN THOMANN

Das Podest

1. Timon Haugan (No) 2:03,75
2. Loïc Meillard (Sz) +0,44
3. Eduard Hallberg (Fi) +1,03

Das Rennen

Loïc Meillard fährt am Morgen mit Startnummer 2 allen davon. Sein erster Verfolger ist Henrik Kristoffersen. Und der Lokalmatador liegt fast sieben Zehntel zurück. Ein schönes Polster, das der Olympiasieger und Weltmeister mit in die Entscheidung nimmt. Weil Kristoffersen die Führung verpasst, ist es sogar noch ein paar Hundertstel grösser. Am Ende reichts dennoch nicht ganz für den Sieg. Meillard hat früh mit Problemen zu kämpfen, rettet sich und bleibt im Rennen. Aber der Vorsprung schmilzt – und wird letztlich zu gut vier Zehnteln Rückstand. Damit bleibt Meillard in diesem Winter ohne Slalom-Sieg im Weltcup, Olympia-Gold dürfte ihn darüber hinwegtrösten.

Der Sieg im letzten Rennen geht an Timon Haugan. Ein emotionaler Moment für den Norweger, der ein paar Freudentränen vergiesst. Komplettiert wird das Podest vom Finnen Eduard Hallberg.

Die Schweizer

6. Tanguy Nef +1,67
15. Daniel Yule +2,95
DNF1 Giuliano Fux

Tanguy Nef kann im ersten Lauf bei weitem nicht mit Loïc Meillard mithalten. Im Vergleich mit der Bestzeit seines Landsmannes büsst er über zwei Sekunden ein. Dafür dreht er am Nachmittag auf. Er stellt eine deutliche Bestzeit auf. Auch wenn diese nicht lange hält, macht er am Ende einige Positionen gut.

Auch Daniel Yule handelt sich schon am Morgen einen grossen Rückstand ein. Das ermöglicht ihm eine tiefe Startnummer in der Entscheidung. Er greift voll an, ist oben auf Kurs Richtung Bestzeit. Aber dann folgen im zweiten Teil mehrere Anhänger, die ihn etwas ausbremsen. So verpasst er die zwischenzeitliche Führung. Weil danach die Konkurrenz patzt, verbessert sich Yule dennoch in der Rangliste.

Giuliano Fux hat sich vor zehn Tagen zum Junioren-Weltmeister im Slalom gekrönt. Dank dieser Goldmedaille kommt der 20-Jährige zu seinem Weltcup-Debüt. Er zeigt einen soliden Auftritt, der viel zu früh endet. Mit einem Einfädler scheidet er aus.

Die Stimmen gegenüber SRF

Loïc Meillard: «Ich bin enttäuscht, weil ich nicht mein bestes Skifahren gezeigt habe. Im zweiten Lauf bin ich nicht in den Rhythmus gekommen und musste den ganzen Weg kämpfen. Ich bin enttäuscht, kann ich die Saison nicht mit einem perfekten Lauf beenden. Kein Sieg ausser bei Olympia – das wichtigste Rennen des Winters habe ich gewonnen. Viermal auszuscheiden ist am Ende zu viel, um um die Kugel zu kämpfen. Auch wenn ich da jeweils schnell war. Daran muss ich arbeiten.»

Daniel Yule: «Es ist ein bisschen enttäuschend. Aber im zweiten Lauf waren ein paar gute Schwünge dabei. Ich muss schauen, dass ich auf dem aufbaue. Technisch waren es keine schlechten Fahrten. Nun muss ich über den Sommer den Speed und das Vertrauen wieder aufbauen.»

Loïc Meillard nach dem 1. Lauf: «Ich bin locker drauf und habe von der frühen Startnummer und dem Kurs profitiert. Am Start war ich mit einem guten Gefühl und der Lust, Vollgas zu geben.»

Das gab zu reden

Hafjell und Loïc Meillard – das passt irgendwie. Vor einem Jahr hat er hier innert 24 Stunden den Slalom und den Riesenslalom gewonnen und auch bei der Rückkehr steht er zweimal auf dem Podest. Im Riesenslalom wird er am Dienstag Zweiter, im Slalom führt er zur Halbzeit und wird am Ende erneut Zweiter.

Das gab zu reden II

Die Slalom-Kugel ist vor dem Rennen noch nicht vergeben. In der Pole-Position ist Atle Lie McGrath, der 41 Punkte Vorsprung auf seinen Jugendfreund Lucas Braathen mit auf die Piste nimmt. Zur Halbzeit liegt er als Sechster eine Position hinter dem Brasilianer. Als er am Nachmittag ins Ziel kommt, ärgert sich der Norweger. Nur Platz 4 leuchtet auf – das öffnet die Tür für Braathen. Doch er kanns nicht ausnutzen. Denn nach wenigen Toren fädelt der Brasilianer ein und der Kristall-Kampf ist entschieden. Mit der Kugel gibts für McGraths Saison voller Ups and Downs ein Happy End. Die Höhepunkte neben dem Sieg in der Disziplinenwertung: Er gewinnt die Slaloms in Alta Badia (It), Wengen BE sowie Kranjska Gora (Sln) und singt mit dem Berner Oberländer Publikum die «W.Nuss vo Bümpliz». Die Olympischen Spiele werden dann zum Tiefpunkt. Am Tag der Eröffnungsfeier stirbt sein geliebter Grossvater und im Slalom scheidet er als Halbzeitführender aus.

Wengen-Sieger singt mit dem Publikum «W. Nuss vo Bümpliz»
0:54
Nicht die erste Gesangseinlage:Wengen-Sieger singt mit dem Publikum «W. Nuss vo Bümpliz»

Die Bedingungen

Am letzten Tag des Weltcupfinals ist der Himmel über Hafjell bewölkt. Die Sonne kämpft gegen die Wolken an, kann aber nicht richtig durchdrücken. Der Wind, der am Dienstag noch teils heftig über die Piste gefegt ist, bleibt dieses Mal still. In der Pause wird die Piste mit Salz bearbeitet.

So gehts weiter

Die Weltcup-Saison der Männer ist beendet. Nationale Meisterschaften oder Materialtests dürften beim einen oder anderen Athleten noch in der Agenda stehen, bevor es in die wohlverdienten Ferien geht. Der nächste Slalom im Weltcup findet Mitte November in Levi (Fi) statt.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen