Russi: «Ich stehe zu meiner Odermatt-Theorie»
5:01
Zu happiges Programm für Star?Russi: «Ich stehe zu meiner Odermatt-Theorie»

Noch führt der Schweizer in der Disziplinenwertung
Was jetzt Odermatts Nachteil im Kugel-Kampf im Riesenslalom ist

Während sich Olympiasieger Loïc Meillard in Slowenien über den 35. Podestplatz in seiner Weltcup-Laufbahn freut, muss Marco Odermatt im Kampf um die kleine Riesenslalom-Kugel einen Rückschlag einstecken.
Kommentieren
1/6
Obwohl sein Trainer vor dem speziellen Riesenslalom in Kranjska Gora einen grossen Vorbehalt anmeldete, liefert Loïc Meillard eine starke Leistung ab.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Riesenslalom in Kranjska Gora: Braathen siegt, Meillard wird Zweiter, Odermatt Fünfter
  • Spektakulärer zweiter Lauf, Zeiten bis neun Sekunden schneller als erster
  • Odermatt führt Riesenslalom-Wertung mit 48 Punkten vor Braathen, hat aber einen Nachteil
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
RMS_Portrait_AUTOR_1182 (1).JPG
Marcel W. PerrenSki-Reporter

Ist dieser Kurssetzer komplett durchgeknallt? Diese Frage stellen sich beim Riesenslalom in Kranjska Gora einige Trainer und Rennfahrer, als sie den zweiten, extrem schnell gesetzten Durchgang vom Norweger Ole Masdal besichtigen.

Besonders gross ist die Verunsicherung im Lager von Loïc Meillard, obwohl der Walliser bei Halbzeit hinter dem Brasil-Norweger Pinheiro Braathen und dem Österreicher Stefan Brennsteiner an dritter Stelle liegt. «Einen so schnellen Riesenslalom haben wir auch im Training noch nie gesetzt, deshalb bin ich nicht sicher, ob Loïc damit zurechtkommt», gesteht Trainer Julien Vuignier, der Meillard schon seit dessen Kindheit betreut.

Dafür steigt im selben Moment die Zuversicht im Clan von Marco Odermatt, der im ersten Lauf als Fünfter fast eine Sekunde auf die Bestzeit von Olympiasieger Braathen eingebüsst hat. Doch dieser spezielle Finallauf, der abschnittsweise an einen Super-G-Lauf erinnert, müsste dem amtierendenden Super-G-Weltmeister aus dem Kanton Nidwalden entgegenkommen. Und tatsächlich werden in diesen Durchgang Zeiten gemessen, die rund neun Sekunden schneller sind als im ersten Lauf!

Am Ende dieses Rennens jubelt dennoch nicht Odermatt, sondern Braathen, der fünf Zehntel Vorsprung auf Meillard ins Ziel bringt. «Für Loïc ist ein zweiter Rang unter diesen Bedingungen wie ein Sieg», jubelt Coach Vuignier. Meillard ist dann beim anschliessenden Interview-Marathon auch wirklich sehr gut gelaunt. «Es ist immer ein sehr schönes Gefühl, wenn man auf dem Podest steht. Vor allem nach diesem besonderen zweiten Durchgang. Zum guten Glück sind nicht alle Riesen-Läufe wie dieser. Aber es wäre ja auch nicht gut, wenn sämtliche Riesenslaloms stark drehen würde.» 

«Ich bin ziemlich ratlos!»

Aber zurück zu Marco Odermatt, der sich auch in der Endabrechnung mit dem fünften Rang begnügen muss. «Ich habe zu viele kleine Fehler begangen. Und ich habe in beiden Läufen den gewünschten Speed nicht richtig zustande gebracht. Ich bin deshalb ziemlich ratlos», sagt der 28-Jährige.

Swiss-Ski-Riesenslalomchef Helmut Krug macht klar, dass er mit seinen Athleten in der Vorbereitung bei anderen Bedingungen trainierte hat, als auf dem von der Frühlingssonne überfluteten «Podkoren» in Kranjska Gora: «Ich muss zugeben, dass wir in dieser Woche auf der Reiteralm auf einer Piste trainiert haben, die im Hinblick auf dieses Rennen ein bisschen zu hart war.»

Krug macht aber auch klar, «dass Marcos Konkurrenz im Riesenslalom ganz einfach stärker geworden ist. Vor drei Jahren hat Marco den einen oder anderen Riesen auch dann gewonnen, obwohl er einen groben Bock geschossen hat. Das ist jetzt nicht mehr möglich.» 

«Wir würden nie zusammen in den Urlaub fahren»

Und deshalb wird Odermatt bis zum Schluss hart um die kleine Riesen-Kugel kämpfen müssen. Vor dem finalen Rennen im norwegischen Hafjell liegt der Stöckli-Pilot in der Riesenslalom-Gesamtwertung noch 48 Punkte vor dem Atomic-Mann Braathen. Das heisst im Klartext: Wenn der in der Region Oslo gross gewordene Braathen auch in seiner alten Heimat gewinnen sollte, muss Odermatt für den Kristallgewinn mindestens Dritter werden.

Odermatts Nachteil: Während er bis zum letzten Riesenslalom noch fünf Speed-Rennen auf dem Programm hat, kann sich Technik-Spezialist Braathen nach dem Kranjska-Gora-Slalom am Sonntag voll auf diesen Kugel-Krimi, bei dem auch noch Meillard (89 Punkte Rückstand) theoretische Chancen hat, konzentrieren.

«Deshalb hätte ich diese Angelegenheit gerne hier in Kranjska Gora erledigt», seufzt Marco. Stellt sich noch eine Frage: Wie ist das Verhältnis zwischen Odermatt und Braathen neben der Piste? «Das ist sehr respektvoll. Aber wir würden nie zusammen in die Ferien fahren», antwortet Odermatt.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen