Darum gehts
- Dokumentarfilm über Swiss-Ski-Speedchef Reto Nydegger zeigt Arbeit hinter Erfolgen
- Film beleuchtet auch schwierige Themen wie Matteo Franzosos Unfall in Chile
- Der Erfolgstrainer wurde einst fast Surflehrer
Erfolge im Ski-Weltcup entstehen nicht nur zwischen Start und Ziel. Im Gegenteil. Hinter den Kulissen geschieht die grosse Arbeit. Genau dort setzt ein neuer Dokumentarfilm an.
Der Berner Oberländer Sven Allenbach (54) hat seinen Freund Reto Nydegger (51), Chef der Weltcup-Speed-Gruppe von Swiss-Ski und der Mann hinter den Erfolgen von Franjo von Allmen und Co., über Monate hinweg bei der «Arbeit, die hinter den Medaillen und Podestplätzen steckt», begleitet und dabei einen Blick hinter die Kulissen eingefangen, wie man ihn als TV-Zuschauen sonst nicht bekommt.
Training fast wie im Skiclub – ist es das Geheimnis?
Die kleine Film-Crew war dafür mit ihren Kameras auch in den stilleren Momenten dabei. Unter anderem bekommt man einen Einblick in das Herbst-Trainingslager, welches das Speed-Team nach Valle Nevado führte. Dort mit dabei ist auch der vierfache Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt.
Die Bilder aus diesem Chile-Lager helfen zu verstehen, warum das Schweizer Teamgefüge derzeit so stark ist und wie wichtig solche Trainingscamps sind. Abseits des Rummels, der in der Schweiz rund um die Ski-Stars herrscht, kann die Mannschaft dort verblüffend ruhig trainieren.
Beim Zuschauen kommt es einem plötzlich fast so vor, als ob man bei einem Training eines kleinen Skiclubs dabei ist. Dank der Bodenständigkeit aller Beteiligten vergisst man komplett, dass das die besten Skifahrer der Welt sind, die gerade ihre Trainingsläufe bewältigen.
Die Stimmung ist gelassen und der Fokus liegt auf qualitativ gutem Training und dem Teamspirit. Die eingeschworene Truppe aus Athleten und Trainer sitzt nach dem Training gerne auch mal gemütlich zusammen und diskutiert über Gott und die Welt. Der Dokumentarfilm spart aber auch schwierige Themen nicht aus. Die Aufnahmen zeigen, wie das Team mit dem Tod des italienischen Skifahrers Matteo Franzoso (†25) umgeht, der während der Dreharbeiten in Südamerika im benachbarten Skigebiet in La Parva verunglückte.
Im Vergleich zum Renngeschehen ist das ein extremer Kontrast. Im Dok sieht man auch, was Nydegger an einem Rennwochenende wie in Wengen oder Beaver Creek zu tun hat.
Schweizer Ski-Profis gingen mit Nydegger zur Filmpremiere
Die Premiere des Films war für den Protagonisten Nydegger ein spezieller Moment. Wenige Tage, bevor Odermatt in Wengen zum vierten Mal in Folge die Abfahrt gewann und einen weiteren Beweis erbrachte, wofür er und sein Team auch vor diesem Olympia-Winter wieder so hart gearbeitet haben, schaute sich die gesamte Mannschaft gemeinsam mit Nydegger den Film im Kino an.
Auf Grossleinwänden läuft der Film insgesamt aber nur sechsmal. Nach Wengen und Adelboden gibt es weitere Chancen auf eine Kino-Vorstellung am 8. und 11. Februar in Interlaken.
Wegen der grossen Nachfrage gibt es am 8. Februar in Adelboden noch eine Zusatzvorstellung. Im TV ist der Film erstmals am 8. Februar, um 22.40 Uhr (SRF 1) in einer leicht gekürzten Variante zu sehen. Ungeduldige können die Dokumentation bereits jetzt auf Play SRF streamen.