Manser nach Silber im Super-G bei Team-Kombi im Pech
Schweizer verpassen WM-Medaille in der Team-Kombi hauchdünn

An den Junioren-Ski-WM in Narvik wiederholt sich für die Schweiz die Geschichte vom Vortag: In der Team-Kombination reicht es trotz guter Ausgangslage knapp nicht fürs Podest. Zuvor sorgt Sandro Manser dank Silber im Super-G jedoch für die erste Schweizer Medaille.
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Sandro Manser auf seiner Fahrt zu WM-Silber.
Foto: Screenshot FIS TV
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

An den Ski-Juniorenweltmeisterschaften in Narvik (No) dürfen am Montag endlich auch die Männer mit dem Super-G erstmals ins Geschehen eingegriffen, nachdem die Abfahrt am Samstag noch abgesagt wurde. Und aus Schweizer Sicht gibts grossen Grund zum jubeln: Sandro Manser gewinnt Silber.

Auf der kurzen, aber ruppigen Strecke wird den Athleten einiges abverlangt. Der erste Schweizer im Rennen, Aurelio Wyrsch (20), hat mit der Startnummer 2 entsprechend zu kämpfen. Der Stöckli-Pilot gerät auf der unruhigen Piste kurzzeitig aus der Balance und liegt beinahe mit dem ganzen Körper auf dem Schnee. Zwar kann er einen Sturz gerade noch verhindern, doch für eine konkurrenzfähige Zeit ist der Zeitverlust zu gross.

Viel besser läuft es wenig später Sandro Manser (20). Der Schwyzer mit Startnummer 5 kommt bei der Schlüsselpassage weit oben auf der Strecke gut durch und kann so das Tempo in den flacheren Schlussabschnitt mitnehmen. Das Resultat: Manser darf auf dem Leadersessel Platz nehmen.

Franzose fängt Manser ab

Kurz darauf ist Mansers Bestzeit jedoch bereits wieder in Gefahr. Der deutsche Topfavorit und Titelverteidiger Benno Brandis (19) liegt bei der Einfahrt in die Schlüsselstelle neun Hundertstel vor Manser. Dort verliert er aber im entscheidenden Moment den Bodenkontakt und verpasst das nächste Tor. Auch der zweite deutsche Hoffnungsträger Felix Rösle (21) kann Manser nicht verdrängen und verliert bis ins Ziel sieben Zehntel. 

Manser kann somit weiter von Gold träumen. Mit der Nummer neun kommt dann aber der Franzose Victor Haghighat. Mit einer mutigen, aber kontrollierten Fahrt ist der erst 18-Jährige vor allem im Steilhang sehr schnell und liegt somit bei der letzten Zwischenzeit zwei Zehntel vor Manser. Im Schlussabschnitt ist der Schweizer zwar schneller, doch Haghighat rettet drei Hundertstel Vorsprung ins Ziel und feiert bei seinem ersten Start an einer Junioren-WM gleich den Titel.

Zweite Silbermedaille für Manser

Manser bleibt damit auf dem zweiten Rang – und wiederholt seinen Silbererfolg im Super-G aus dem Vorjahr. Das Podest komplettiert der Kanadier Jake Kertesz-Knight, der das Rennen eröffnete.

Noch einmal zittern müssen die Podestfahrer allerdings wegen Jeremy Nolting. Der US-Amerikaner greift mit Startnummer 24 ins Geschehen ein und liegt zwischenzeitlich sogar in Führung. Ein Fehler kurz vor dem Ziel kostet ihn jedoch entscheidend Zeit. Nolting wird Vierter – und ärgert sich im Ziel entsprechend.

Manser und Fux verpassen die Medaille in der Team-Kombination hauchdünn

Wie bereits bei den Frauen zählt der Super-G gleichzeitig auch für die Team-Kombination. Sandro Manser und sein Slalom-Kollege Giuliano Fux (20) starten deshalb mit einer ausgezeichneten Ausgangslage. Fux zeigt eine solide Fahrt, verliert im Ziel jedoch acht Hundertstel und liegt zeitgleich mit dem spanischen Team (im Slalom 24 Plätze gutgemacht) auf dem dritten Zwischenrang.

Somit muss das Schweizer Duo zittern. Kurz darauf herrscht aber Gewissheit: Die Geschichte vom Vortag wiederholt sich. Frankreich sichert sich dank einer schnellen Fahrt von Nash Huot-Marchand den Sieg und Victor Haghighat gewinnt bereits seine zweite Goldmedaille in Narvik. Die Schweiz muss sich erneut mit Rang vier begnügen. Manser und Fux fehlen nur mikrige vier Hundertstel auf das Podest. Für Manser, der am Mittag bereits den Super-G-Titel hauchdünn verpasste, ist das besonders bitter.

Das Podest der Team-Kombination komplettieren neben Frankreich ein US-amerikanisches und ein norwegisches Duo.

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