«Bin dieses Wochenende für sie Ski gefahren»
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Rast widmet Sieg Brand-Opfern:«Bin dieses Wochenende für sie Ski gefahren»

«Dieser Sieg ist für euch»
Kranjska-Gora-Siegerin Rast leidet mit Crans-Montana

Camille Rasts Gedanken sind nach dem Riesenslalom-Sieg bei den Opfern der Tragödie in Crans-Montana. Die Walliserin sagt in Kranjska Gora: «Dieser Sieg ist für euch.»
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Es ist ein emotionaler Sieg für Camille Rast.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Camille Rast gewinnt in Kranjska Gora ihren ersten Riesenslalom
  • Rast widmet ihren Sieg den Opfern der Tragödie in Crans-Montana
  • Die Walliserin jubelt im Ziel verhalten
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Der Skizirkus ist oft eine Blase. Eine bunte Welt aus Hundertstelsekunden, Adrenalin und Show. Doch am Samstag beim Riesenslalom der Frauen ist diese Blase durchlässig. Die Ereignisse in Crans-Montana vom Neujahrstag sind auch im slowenischen Kranjska Gora allgegenwärtig. 

Die Siegerin Camille Rast (26) ist in Vétroz VS nur 20 Autominuten entfernt vom Unglücksort aufgewachsen. Kein Wunder, ist es für die Walliserin unmöglich, den Vorfall auch im Moment des sportlichen Erfolgs auszublenden. 

Gedanken bei den Familien der Brandopfer

Direkt nach dem Rennen ordnet Rast ihre Gefühle im FIS-Interview ein. «Es ist unglaublich», kommentiert sie den Sieg, stellt aber sofort klar, was sie wirklich beschäftigt: «Zuallererst: In meiner Heimat ist ein schlimmer Unfall passiert und ich denke an all die betroffenen Familien. Wir sind dieses Wochenende für sie Ski gefahren.» Die mentale Belastung war der Athletin dabei durchaus anzumerken. Sie räumt ein, dass es schwierig war, die richtige Einstellung zum Rennen zu finden: «Im ersten Lauf war es sehr schwer zu wissen, wie man fahren muss.»

Camille Rasts Reaktion bei der Zieleinfahrt spricht Bände.
Foto: keystone-sda.ch

Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – zeigt die Walliserin eine Leistung, die von absoluter Weltklasse zeugt. Erstmals in ihrer Karriere startet sie in der Top-Gruppe der besten sieben, trägt die Startnummer eins. Sie nutzt ihr zuletzt eingefahrenes Selbstvertrauen und führt zur Halbzeit. 

Camille Rast triumphiert erstmals in einem Riesenslalom
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Nervenstärke im 2. Lauf:Camille Rast triumphiert erstmals in einem Riesenslalom

«Ich hoffe, ich konnte mit dem Sieg für das ein oder andere Lächeln sorgen.»

Im zweiten Durchgang ist der Druck riesig. Die Österreicherin Julia Scheib legt vor und greift nach ihrem vierten Saisonsieg. Was folgt, ist jedoch kein Sicherheitslauf von Rast. Es ist eine Demonstration von Willenskraft. 

Die Walliserin wählt im Mittelteil die direkte Linie, riskiert und kämpft. «Der zweite Lauf hat Spass gemacht – war aber alles andere als einfach», analysiert sie später im SRF-Interview. 

Als sie die Ziellinie überquert, leuchtet die Zeit grün. 20 Hundertstel Vorsprung auf Scheib (27), 47 auf Paula Moltzan (31, USA). Der erste Riesen-Sieg ist vollbracht, doch die Geste im Ziel spricht Bände. Rast jubelt verhalten und greift zum Trauerflor. 

Sie weiss, für wen sie heute gefahren ist. Auf Instagram schreibt sie wenig später die Worte, die den Tag zusammenfassen: «Heute bin ich mit ganzem Herzen für alle gefahren, die von der Tragödie in Crans-Montana betroffen sind – die Opfer, ihre Angehörigen und die ganze Gemeinschaft. Dieser Sieg ist für euch.» Sie hofft, mit ihrem Erfolg für «das ein oder andere Lächeln» in einer dunklen Zeit gesorgt zu haben.

Ein Team in Trauer vereint

Rast ist nicht allein. Alle Schweizer Athletinnen und Athleten tragen heute ein Trauerflor in diversen Wettkämpfen. Es ist ein stilles Zeichen der Solidarität, das weit über den Sport hinausgeht. Auch wenn es sportlich für die anderen Eidgenossinnen nicht für ganz vorne reicht, ist der Zusammenhalt spürbar. 

Am Sonntag geht es in Kranjska Gora weiter. Auf demselben Hang steht noch ein Slalom an. Auch Camille Rast wird bei dieser Gelegenheit wieder «mit der gleichen Energie und den gleichen Gedanken» um den Sieg kämpfen, kündigt sie an.

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