Die Vergangenheit zeigt es
Ein Schweizer Slalomsieg in Wengen wäre eine Sensation

Es geht Schlag auf Schlag in Wengen. Mit dem Slalom folgt bereits das nächste Highlight. Und der hat es in sich. Denn: «Vom Hang her ist es der schwierigste Slalom im Weltcup», sagt Tanguy Nef – und weist damit auf die tückischen Wellen und steilen Passagen hin.
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Die Norweger triumphierten in Wengen 2025 mit einem Dreifachsieg gross auf.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • 36'000 Zuschauer besuchten die Lauberhorn-Abfahrt am 17. Januar 2026
  • Schweizer Slalomfahrer erzielten in Wengen bei 46 Rennen nur zehn Podestplätze
  • Tanguy Nef trainierte in den letzten Jahren oft auf dem Slalomhang in Wengen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

In Wengen geht es von der Abfahrts-Euphorie in die Slalom-Realität. Am Samstag sorgte Marco Odermatt für das 42. Schweizer Podest in der Lauberhornabfahrt seit der Einführung des Weltcups 1967. Bei 53 Austragungen und 159 möglichen Podestplätzen gingen damit über ein Viertel dieser begehrten Rangierungen an Schweizer Fahrer. 16 Mal stand sogar ein Lokalmatador ganz oben. Zahlen, die unterstreichen: Die Schweiz ist eine Abfahrernation.

Denn im Slalom sieht die Bilanz in Wengen drastisch schlechter aus. Im steilen Stangenwald auf der Piste Männlichen und Jungfrau, gleich neben der Abfahrtsstrecke gelingt den Schweizern in 46 Austragungen nur zehnmal ein Podest. Darunter auch zwei Siege, wobei der letzte jedoch satte 39 Jahre zurückliegt. Damals gewann der Walliser «Mozart auf Ski», Joël Gaspoz (63). Mit 58 Jahren noch länger her ist der Triumph vom mittlerweile 84-Jährigen Dumeng Giovanoli. Es zeigt: Der Slalom in Wengen ist für die Schweizer, die sich nie als Slalom-Nation abstempeln konnten, oft ein undankbares Terrain.

Auch in der Abfahrt gab es schwierige Jahre

Zwar erlebt auch die Abfahrt zwischen 1995 und 2002 magere Jahre. Während Strobl, Eberharter und Maier dominieren, schauen Schweizer im Slalom wie in der Abfahrt vergeblich nach ganz oben auf das Treppchen.

«Am Fernseher hatten wir zwar immer gute Einschaltquoten, aber hier vor Ort interessierten sich damals nur noch wenige für die Rennen», erinnert sich Urs Näpflin, heutiger OK-Präsident der Lauberhornrennen. Um Kulisse zu schaffen, liess man die Fans gar gratis aufs Gelände, «damit es nicht nach einem Regionalrennen aussah».

Heute ist das kaum vorstellbar. Dank starker Resultate in den letzten Jahren – inklusive Slalom-Podeste durch Daniel Yule (2022) und Loïc Meillard (2023) – platzte Wengen am Samstag bei der Abfahrt aus allen Nähten: 36'000 Zuschauer waren vor Ort. 

Nef sieht anderen Grund für die wenigen Erfolge

Für Tanguy Nef (29), neben Loïc Meillard (29) die grösste Schweizer Hoffnung auf einen Podestplatz, ist der Trubel im Schatten der Jungfrau jedoch kein Problem. «In Adelboden ist es für mich zwar manchmal schwierig, schnell zu sein mit dem ganzen Rummel. Aber in Wengen ist das weniger.»

Sehr selektiv ist dafür der Hang. «Es ist sicher einer der schwierigsten Slaloms im Weltcup», sagt Nef. Für den ehemaligen Informatikstudenten, der diesen Hang aber «sehr gerne mag», ist das deshalb überhaupt kein Manko. Der Genfer konnte in den letzten Jahren nämlich oft auf dieser Piste trainieren. «Ich kenne die Piste gut. Ich weiss, wo man Gas geben kann und wo man mit Köpfchen fahren muss.» 

Also kommt endlich das längstens verdiente erste Weltcup-Podest? Nef bremst: «Es gibt viele Fahrer, die auf das Podest fahren können. Es muss wirklich alles passen.» 

Damit spricht er die vielen Favoriten für das Rennen am Sonntag an. Mit dem Franzosen Paco Rassat (27) schaffte es in dieser Saison bisher nur ein Rennfahrer, mehr als einen Slalom zu gewinnen. Nachziehen können mit Braathen, Haugan, McGrath und Noël deshalb gleich vier Fahrer – aber aufgepasst: Im Slalom rechnen sich so manche Fahrer Chancen auf den Sieg aus.

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