Darum gehts
- Franjo von Allmen kritisiert seinen Super-G-Lauf in Wengen am Freitag
- Marco Odermatt erklärt seinen Fehler beim «Brüggli-S», der ihn das Podest kostet
- Beat Feuz drosselt Erwartungen an das Schweizer Team
«Ich Trottel!» Als Franjo von Allmen (24) in Wengen das Ziel im Super-G erreicht, greift er sich sofort an den Kopf. Jeder Zuschauer weiss genau warum: Der Fehler nach dem Hundschopf stösst dem Berner Oberländer sauer auf.
Nicht weniger selbstkritisch kommt von Allmen dann auch zum Interview. «Heute bin ich einen Seich zusammengefahren», sagt er. Frust ist in von Allmens Stimme dennoch nicht herauszuhören. Nur kurze Zeit später muss er eingestehen: «Ein Podest ist nie selbstverständlich. Gerade hier in Wengen ist das schon sehr speziell. Von dem her bin ich sehr zufrieden.»
Dass es nach diesem Fehler überhaupt noch fürs Podium reicht, ist der «Aggressivität im Bauch» zu verdanken, wie von Allmen selbst vermutet. «Der Ausritt beim Canadian Corner wäre nicht nötig gewesen. Das fährt dann halt irgendwo mit und darum möchte man es auch kompensieren», sagt der vierfache Weltcup-Sieger.
Odermatt wollte beim Brüggli-S noch schneller sein als sonst
Knapp neben dem Podest landet der Sieger des Wengener Super-G von 2022. Marco Odermatt (28) versucht beim Brüggli-S noch direkter und schneller zu sein, als er in den letzten Jahren schon war. Obwohl diese Stelle auf den Führenden im Gesamtweltcup wie zugeschnitten ist, gelingt sie ihm am Freitagnachmittag nicht wunschgemäss. Odermatt kriegt die Kurve etwas zu spät.
Blick erklärt er: «Ich habe viel Risiko genommen und wollte noch länger warten. Aber wenn man dort auch nur zwei Hundertstel zu lange wartet, passt dann halt die Linie nicht mehr.»
Feuz drosselt Erwartungen an die Schweizer
Der dreifache Lauberhornsieger Beat Feuz (38) ist sich dennoch sicher, dass das den ebenfalls Dreifach-Triumphator dieser Abfahrt am Samstag nicht daran hindern wird, wieder schnell zu fahren.
Etwas nachdenklich macht ihn hingegen die Fahrt von Alexis Monney (26). «Er ist heute einfach wirklich nicht gut gefahren», sagt Feuz. Mit Schlussrang 19 ist natürlich auch Monney selbst nicht zufrieden. Einzelne Fehler sucht er schon gar nicht, denn die ganze Fahrt war «von oben bis unten ein grosser Fehler», sagt der Mann aus dem Kanton Freiburg.
Während einige Fans den Zielraum leicht enttäuscht verlassen, findet Beat Feuz trotzdem, dass das eine gute Leistung der Schweizer war. «Schliesslich sind ja dank Stefan Rogentin (31) doch drei Schweizer unter den besten Sieben. «Und wenn Rogi diese zwei kleinen Fehler nicht macht, ist er sofort noch einige Plätze weiter vorne», sagt der SRF-Experte zu Blick.
Die Schweizer mit den höheren Startnummern nimmt Feuz gar etwas in Schutz. Denn «für sie war es einfach schwierig, weil das Licht zunehmend schlechter wurde.»
Der Abfahrtsweltmeister von 2017 fügt zudem noch an: «Manchmal muss man die Erwartungen auch etwas bremsen. Eine solche Saison wie die letzte kann man nicht einfach so toppen. Die Gegner schlafen halt nicht, wie man heute gesehen hat.»
Ausserdem haben ja unsere Ski-Stars schon bei der Abfahrt am Samstag die nächste Chance auf schnelle Zeiten. Franjo von Allmen sieht es deshalb pragmatisch und sagt abschliessend: «Ich probiere, den Seich, den ich heute zusammengefahren bin, morgen besser zu machen, und die guten Sachen versuche ich mitzunehmen.»