Darum gehts
- Corinne Suter holt zwei Podestplätze in Andorra am Wochenende
- 13 Monate nach Verletzung schafft sie beeindruckendes Comeback im Super-G
- Fünf von zehn Österreicherinnen scheiden an kritischer Stelle aus
Am Freitag erlöst Corinne Suter (31) die Schweizer-Speedfrauen in der Abfahrt und sorgt mit ihrem Sieg in Andorra für die Podestpremiere in diesem Winter. 24 Stunden später doppelt die Schwyzerin nach. Im Super-G von Soldeu reichts zwar nicht ganz für den Sieg, aber sie fährt als Dritte erneut aufs Podest.
«Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht damit gerechnet», sagt sie ins SRF-Mikrofon. Bisher hat sie im Super-G in diesem Winter nicht überzeugt. Aber einen beeindruckenden Steigerungslauf hingelegt. Nach den Rängen 24 und 23 im Weltcup fuhr sie an den Olympischen Spielen auf den 11. Platz. Nun schafft sie den Sprung aufs Podest. 13 Monate ist es her, seit ihr das letztmals gelungen ist. 13 Monate, in denen sie hart für den Olympia-Winter trainiert hat und kurz vor dem Saisonstart durch einen Trainingssturz ausgebremst wurde.
Nach dem Comeback wirkt sie in ihren Fahrten oft gehemmt. Anders in Andorra. Dort fährt Suter schon in den Trainings stark. Und kann das in den Rennen umsetzen.
Nun winkt erneut der Hattrick
«Ich fahre nach der Verletzung nicht anders Ski. Aber das Vertrauen ist zurück und ich habe keine Schmerzen mehr im Körper», so Suter. Dadurch traue man sich automatisch mehr. Überrascht ist sie vom Podestplatz trotzdem – auch weil sie das Rennen mit der Nummer 1 eröffnet. Das bezeichnet sie als «eine Challenge», die sie gut meistert. Nur Siegerin Emma Aicher (22) und Alice Robinson (24) sind am Ende schneller als Suter.
Zwei Podestplätze innert 24 Stunden, das ist nichts Neues für die Schwyzerin. Schon viermal ist ihr das im Weltcup gelungen – dreimal wars am Ende sogar ein Hattrick. Dieser winkt ihr mit dem Super-G am Sonntag auch in Soldeu. Sie weiss, wo sie Verbesserungspotenzial hat, betont aber auch: «Das Rennen startet wieder bei null und alle wollen ganz nach vorne. Da muss man wieder gut Skifahren.»
Das wollen auch Suters Teamkolleginnen. Am Samstag schrammt Malorie Blanc (22) als Elfte an den Top 10 vorbei. Mit Stefanie Grob (21) als 26. fährt nur noch eine weitere Schweizerin in die Top 30. Für sie ist es ein Meilenstein. Denn Grob holt damit ihre ersten Weltcuppunkte. Daria Zurlinden (21) verpasst diese als 34. um rund sieben Zehntel, unmittelbar vor ihr klassiert sich Jasmin Mathis (22). Delia Durrer (23), Joana Hählen (34) und Jasmina Suter (30) scheiden aus, Janine Schmitt (25) und Priska Ming-Nufer (34) – sie hat am Freitag einen Schlag aufs Knie kassiert und ist abgereist – verzichten auf einen Start.
Österreicherin stürzt heftig
Für den Schockmoment des Rennens sorgt Ricarda Haaser (32). Die Österreicherin stürzt heftig und wird mit dem Rettungsschlitten abtransportiert. Wenig später erhält sie die bittere Diagnose: Fraktur des linken Schienbeinkopfes. Und das ein Jahr, nachdem sie sich bei der WM einen Kreuzbandriss zugezogen hat.
Ihre Unglücksstelle wird auch anderen Fahrerinnen zum Verhängnis – allen voran den Österreicherinnen. Zehn starten, fünf haben dort mit Problemen zu kämpfen und scheiden aus. Auch Nina Ortlieb (29) stürzt, steht aber schon kurz darauf wieder. Wie die anderen Österreicherinnen kommt sie im Gegensatz zu Haaser mit dem Schreck davon.