Das Podest
1. Emma Aicher (De) 1:26,72
2. Alice Robinson (Neus) +0,88
3. Corinne Suter (Sz) +0,98
Das Rennen
Beflügelt von ihrem Sieg in der Abfahrt zeigt Corinne Suter eine starke Fahrt. Und landet als Dritte erneut auf dem Podest. Mit der Nummer 1 eröffnet sie das Rennen – und zaubert eine Zeit in den Schnee, an der sich die Konkurrenz lange die Zähne ausbeisst. Erst Alice Robinson mit der Nummer 8 kann die Schwyzerin von der Spitze verdrängen. Sie macht den Unterschied vor allem im dritten Sektor. Weil sie dort einen derart grossen Vorsprung herausfährt, schnappt sie Suter die Führung trotz schwachem Schlussabschnitt haarscharf weg. Zum Sieg reicht das der Neuseeländerin nicht. Denn kurz darauf ist die Reihe an Emma Aicher. An den Olympischen Spielen ist die Deutsche ausgeschieden, nun zeigt sie eine starke Reaktion. Und fährt überlegen zum Sieg.
Das gab zu reden
Für den Schreckmoment des Rennens sorgt Ricarda Haaser. Nach nicht einmal 20 Sekunden misslingt ihr die Landung nach einem Sprung. Es reisst ihr die Beine auseinander, sie knickt ein und kann den Sturz nicht mehr verhindern. Schreie von Haaser sind zu hören. Sofort eilen Helfer herbei, kümmern sich um die Österreicherin, die kurz darauf mit dem Rettungsschlitten abtransportiert wird. Das hat gar nicht gut ausgesehen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht allzu schlimm ist. Zumal Haaser sich erst vor einem Jahr schwer verletzt hat. Bei der Heim-WM zog sie sich bei einem Sturz im Super-G einen Kreuzbandriss zu. An gleicher Stelle erwischts kurz darauf auch Teamkollegin Nina Ortlieb. Am Freitag noch Zweite, rutscht sie nach der Landung weg. Sie kann abbremsen, bevor sie im Netz landet und steht kurz darauf schon wieder. Mit Julia Scheib und Emily Schöpf schaffen es danach zwei weitere Österreicherinnen nicht an dieser Stelle vorbei – sie können immerhin einen Sturz verhindern.
Die Schweizerinnen
11. Malorie Blanc +1,88
26. Stefanie Grob +3,32
31. Jasmin Mathis +4,54
32. Daria Zurlinden +4,80
DNF Jasmina Suter
DNF Joana Hählen
DNF Delia Durrer
DNS Janine Schmitt
DNS Priska Ming-Nufer
Den letzten Super-G im Weltcup hat Malorie Blanc gewonnen, dieses Mal kann sie nicht um die Spitzenplätze mitreden. Schon auf den ersten rund 25 Sekunden büsst sie über sechs Zehntel auf Emma Aicher ein. Auch danach wächst ihr Rückstand stetig an – obwohl kein grösserer Fehler in ihrer Fahrt auszumachen ist. Am Ende reicht das nicht für die Top 10.
Kurzer Auftritt von Jasmina Suter. Nach rund 20 Sekunden stimmt das Timing nicht. Sie verpasst ein Tor und scheidet aus.
Auch Joana Hählen schaffts nicht ins Ziel. Sie zeigt lange eine solide Fahrt und hat dann viel Glück! Sie schrammt an einem Einfädler vorbei, kann einen Sturz in extremis verhindern. Aber das Rennen ist für sie vorbei. Mit Delia Durrer scheidet eine weitere Schweizerin aus.
Stefanie Grob ist mit ungewohntem Material unterwegs. Bei ihrer Anreise vom Europacup ist nicht ihr komplettes Gepäck mitgekommen. Zwar hat sie Ski, Schuhe und Stöcke dabei, nicht aber ihren Helm. Sie fährt mit einem geliehenen – von Breezy Johnson. Sie zeigt eine solide Fahrt, auch wenn sie sich über drei Sekunden Rückstand einhandelt. Trotzdem wird sie sich über das Resultat freuen. Denn nachdem sie zweimal im Super-G 31. geworden ist, gibts erstmals Weltcuppunkte für Grob.
Janine Schmitt verzichtet auf einen Start. Gleiches gilt für Priska Ming-Nufer. Letztere ist gemäss SRF abgereist, da sie am Freitag einen Schlag aufs Knie kassiert hat und das in der Heimat genauer abklären lassen will.
Jasmin Mathis stammt wie Marco Odermatt aus Buochs. Da in Garmisch das Programm angepasst wurde, will es der Zufall, dass die beiden zeitgleich ins Rennen gehen. Ganz so schnell wie Odermatt ist Mathis nicht. Sie bestreitet ihr erstes Weltcup-Wochenende. Nachdem es am Freitag direkt die ersten Punkte gegeben hat, reichts dieses Mal knapp nicht.
Gleiches gilt für Daria Zurlinden. Sie bestreitet ihr drittes Weltcuprennen – nach zwei 45. Plätzen reichts ihr dieses mal deutlich knapper nicht für die Punkte-Premiere. Sie klassiert sich direkt hinter Mathis.
Die Stimmen gegenüber SRF
Corinne Suter nach 15 Fahrerinnen: «Ich hatte zweimal einen blöden Fehler drin, das wollte ich nicht so fahren. Aber der Grundspeed ist da, das stimmt mich zuversichtlich. Super-G mit der Nummer 1 war ein bisschen eine Challenge, aber sonst ist es sicher eine sehr grosse Steigerung im Vergleich zu den bisherigen Rennen.»
Malorie Blanc: «Es war noch nicht ganz optimal. Ich muss meiner Linie mehr vertrauen, ich habe bei den Sprüngen etwas Zweifel gehabt. Das ist schade, weil das Zeit kostet. Ich kann von heute viel lernen, morgen gibts noch eine Chance.»
Das gab zu reden II
«Die Wahrheit ist, dass ich nie ganz genesen werde», sagt Federica Brignone vor den Rennen in Soldeu. Die Olympiasiegerin hat nach ihrer schweren Verletzung immer noch mit Schmerzen zu kämpfen und deutet gar an, dass ihre Karriere mit diesem Winter zu Ende gehen könnte. Nachdem sie auf die Abfahrt verzichtet hat, steht die Italienerin im Super-G am Start. Der Grund: Vor ziemlich genau zehn Jahren, am 27. Februar 2016, hat sie in dieser Disziplin ihren ersten Weltcupsieg gefeiert – in Soldeu. Wiederholen kann sie das nicht, ein grober Fehler kostet viel Zeit. Sie wird 15.
Die Bedingungen
Wie schon am Freitag geht das Rennen in den Pyrenäen bei besten Bedingungen über die Bühne. Der Himmel ist zwar etwas von Wolken durchzogen, dennoch scheint die Sonne. Die Sicht ist gut, die Temperaturen liegen deutlich über null Grad. Erst gegen Ende des Rennens wird die Sicht für die Athletinnen schlechter.
So gehts weiter
Nach dem Super-G in Soldeu ist vor dem Super-G in Soldeu. Am Sonntag gibts an gleicher Stätte (10.15 Uhr) das nächste Rennen.



