Darum gehts
- Federica Brignone (35) kämpft nach schwerem Sturz mit Schmerzen
- Trotz Verletzungen holt sie Olympia-Gold im Riesenslalom und Super-G
- Brignone entfacht Spekulationen um Karriereende
Ihre Saison 2024/25 hatte Federica Brignone (35) eigentlich bereits mit dem Sieg im Gesamtweltcup gekrönt. Trotzdem trat «la tigre», die Tigerin, nochmals bei den italienischen Meisterschaften am. Und dann passierte es. Am 3. April 2025 beim Riesenslalom in Val di Fassa stürzte Brignone im zweiten Lauf schwer.
Die brutale Diagnose folgt wenig später: Brignone zog sich einen mehrfachen Bruch des Waden- und Schienbeinkopfes sowie einen Kreuzbandriss zu.
Es folgen Monate des Leidens und der Qualen. Der Ausgang aber ist längst zum Märchen geworden. Brignone kämpft sich auf unwiderstehliche Art und Weise zurück, steht bei den Olympischen Winterspielen von Milano-Cortina in diesem Winter wieder am Start und rast im Super-G und im Riesenslalom sensationell zur Goldmedaille.
Nach dem Gold-Rausch kommen bei Brignone aber die Schmerzen zurück. Und sie zehren an der Italienerin, wie sie in einem emotionalen Interview mit der «Gazzetta dello Sport» erzählt. «Wenn ich morgens Ski fahre, hinke ich danach den ganzen Tag.»
Brignone: «Ich habe es satt»
Der Ski-Star wollte die Olympischen Winterspiele im eigenen Land auf keinen Fall verpassen und kämpfte sich dafür zurück in den Ski-Zirkus. Die Schinderei wurde zwar mit zweimal Edelmetall belohnt, hat aber ihren Preis. «Ich hatte gehofft, mich besser zu fühlen. Aufgeben ist noch nicht mein Ding, aber ich habe es satt, mich krank zu fühlen und nicht damit umgehen zu können.»
Dann lässt Brignone Worte folgen, die tief blicken lassen und die Spekulationen über ein baldiges Karriereende aufkommen lassen. «Die Schmerzen rauben mir jegliche Motivation», erklärt Brignone. «Wenn es eine Qual wird, weil es mir zu schlecht geht, werdet ihr mich nächstes Jahr wohl kaum sehen.»
Für das aktuelle Renn-Wochenende in Soldeu ist die Italienerin nach Andorra gereist und hat eine Trainingsfahrt absolviert. Bei der Abfahrt vom Freitag ging sie aber nicht an den Start.