Darum gehts
- Franjo von Allmen scheitert bei Weltcuprennen in Garmisch und Courchevel
- Trainer Nydegger: Fehlendes Streckenwissen als Nachteil für den Olympiasieger
- Letztes Rennen in Kvitfjell am Sonntag: Minustemperaturen und 1000 Zuschauer erwartet
Die ersten Weltcuprennen seit seiner Olympia-Gala sind nicht nach Franjo von Allmens Wunsch verlaufen. Bei der Abfahrt in Garmisch (D) war der dreifache Olympiasieger auf Podestkurs, ehe er durch einen kapitalen Fehler auf den sechsten Rang zurückfiel. In Courchevel (F) schied der Berner Oberländer aus. Von Allmen betont immer wieder, dass er mit Frühlingsrennen seit je ein Problem hat. «Ich finde es nicht so anmächelig, wenn man im Zielraum mit einem T-Shirt herumlaufen kann. Es fällt mir bei solchen Bedingungen sehr schwer, die nötige Spannung aufzubauen.»
Dass der 24-jährige Shootingstar bei den letzten beiden Weltcupabfahrten den angestrebten Sprung auf das Podest nicht geschafft hat, ist für Abfahrtstrainer Reto Nydegger aber noch auf etwas anderes zurückzuführen: «Franjo ist im Gegensatz zu den meisten anderen Top-Athleten erstmals die Abfahrten in Garmisch und Courchevel gefahren. Das war im Vergleich mit den Routiniers sicher ein Nachteil.»
«Muss sich erst einmal an Trubel gewöhnen»
Der Emmentaler Speed-Altmeister weiss ganz genau, dass die jüngsten Ergebnisse seines Schützlings nicht auf ein Kraft- oder Ausdauerproblem zurückzuführen sind. Durch Kondi-Coach Gabriel Gwerder hat Nydegger erfahren, dass von Allmen im Sommer bei den jüngsten Leistungstests sehr gut mit Superstar Marco Odermatt mithalten konnte. «Aber es ist halt einfach so, dass sich Franjo erst einmal an den gigantischen Trubel, der seit Olympia um seine Person entstanden ist, gewöhnen muss. Speziell in Garmisch wurde Franjo von den Fans schier gefressen.»
Das dürfte bei der finalen Abfahrt am kommenden Sonntag in Kvitfjell ganz anders sein. Beim Weltcup-Klassiker in Norwegen wurden selbst in der Blütezeit der Super-Elche Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud und Aleksander Aamodt Kilde selten mehr als 1000 Zuschauer gezählt. «Wir alle wünschen uns, dass ganz viele Fans zu den Skirennen kommen. Aber für Franjo ist es in der jetzigen Situation wahrscheinlich ganz gut, wenn es beim Weltcup-Finale neben der Piste ein bisschen gemütlicher zugehen wird», meint Nydegger.
Und gemäss den Meteorologen wird von Allmen in seinen beiden letzten Rennen dieses Winters auch nicht von frühlingshaften Temperaturen geplagt werden – für das Wochenende werden in Kvitfjell Minustemperaturen erwartet. Dass die Olympia-Piste von 1994 dem gelernten Zimmermann aus Boltigen sehr gut behagt, hat er bereits im Vorjahr bewiesen. Damals gewann von Allmen die Kvitfjell-Abfahrt vor seinen Teamkollegen Odermatt und Stefan Rogentin. Diesmal erhält er einen zusätzlichen Antrieb von seinem wichtigsten Sponsor, der ihm ein besonderes Denkmal setzt: Auf den neuesten Red-Bull-Dosen ist von Allmen abgebildet.