Darum gehts
- Hirscher überrascht zahlreiche Insider
- Fuhr er in Sölden mit Atomic- statt Van-Deer-Schuh?
- Pressesprecher weist Bschiss-Gerücht zurück
Obwohl der Sieger des ersten Rennens in diesem Ski-Winter Alexander Steen-Olsen heisst, sind es zwei besondere Comebacker, welche nach dem Sölden-Rennen im Mittelpunkt des medialen Interesses stehen: Marcel Hirscher und Lucas Braathen. Der Neo-Holländer Hirscher fährt nach einer fünfjährigen Wettkampf-Pause auf den 23-Rang und sichert sich damit acht Weltcup-Punkte.
Für viele Insider kommt dieses Ergebnis einer Überraschung gleich. Weil der achtfache Gesamtweltcupsieger in der Vorbereitung Abstimmungsprobleme im Materialbereich hatte, gab es zahlreiche Experten, welche nicht daran glaubten, dass sich der Altmeister überhaupt für den zweiten Durchgang qualifizieren würde.
Deshalb machten nach diesem Rennen das Gerücht die Runde, dass Hirscher sein Material-Problem gelöst hätte, indem er nicht mit einem Schuh von seiner eigenen Marke Van Deer, sondern mit einem umlackierten Modell von seinem früheren Ausrüster Atomic gefahren sei. Doch gegen diese Mutmassung wehrt sich der Hirscher-Clan vehement. «Wir haben viel Geld in die Entwicklung der Schuhe investiert. Die Vorwürfe sind falsch, Marcel ist in Sölden mit einem Original Van Deer-Schuh gefahren», sagt Michael Holzer, Pressesprecher des Ski-Stars.
«Samba»-Braathen begeistert
Sicher ist, dass mit Lucas Pinheiro Braathen der zweite grosse Comebacker komplett auf Atomic abfährt. Und dies sehr erfolgreich: Im ersten Rennen nach dem Verbandswechsel von Norwegen nach Brasilien klassiert sich der 24-Jährige mit der Startnummer 41 auf dem vierten Rang. Zur Feier des Tages führt der Slalom-Gesamtweltcupsieger der Saison 2022/23 im Ziel einen astreinen Samba-Tanz auf.
Für Österreichs Ski-Experten Nummer 1 Hans Knauss (52, Riesenslalom-Vize-Weltmeister 2003) ist es keine Überraschung, dass Braathen nach seiner einjährigen Pause auf Anhieb wieder mit der Spitze mithalten kann. «Es ist ja nicht so, dass sich Lucas nach einer schweren Verletzung zurückkämpfen musste. Und seine geniale Ski-Technik hat er natürlich auch nicht verloren, zumal er das Training bereits im letzten November wieder aufgenommen hat. Für mich ist Braathen längerfristig der stärkste Herausforderer von Marco Odermatt.»
In Sölden sind aber drei ehemalige Verbandskollegen schneller als Braathen: Der 23-jährige Alexander Steen Olsen sorgt zusammen mit Henrik Kristoffersen (30) und Atle Lie McGrath (24) für einen dreifachen Norwegen-Triumph.