Das Podest
1. Alexis Pinturault (FRA)
2. Filip Zubcic (CRO) +1.04
3. Marco Odermatt (SUI) +1.11
Das Rennen
Mit Nummer 1 eröffnet Alexis Pinturault um 10.15 Uhr die Berner Oberländer Ski-Wochen – und haut gleich einen raus. An die Fabelzeit des Franzosen kommt keiner ran, aber wirklich gar keiner. Marco Odermatt ergehts noch am besten, obwohl er eine kleine Bodenwelle übersieht, klassiert sich der Schweizer bei Halbzeit im zweiten Rang. Mit saftigen 96 Hundertsteln Rückstand. So heisst es nach dem Mittag: Alle gegen Pinturault! Erst greift die norwegische Armada um Kilde, Braathen, Kristoffersen und Nestvold-Haugen an. Dann stellt der Kroate Filip Zubcic diese in den Schatten, setzt sich mit mehr als einer Sekunde Vorsprung an die Spitze. Es folgt Marco Odermatt. Der Nidwaldner kämpft mit Zubcic auf Augenhöhe, am Ende fehlen 7 Hundertstel – aber das Podest und Rang 3 sind fix. Und das ist aus Schweizer Sicht historisch, eine 13-jährige Durststrecke geht zu Ende.
Ganz zum Schluss kommt Alexis Pinturault. Der Franzose knallt noch einmal Laufbestzeit hin und feiert einen haushohen Sieg. Chapeau, Alexis!
Die Stimme
Marco Odermatt zeigt sich ob Platz drei und dem Verteidigen der roten Startnummer im SRF-Interview überglücklich. «Es gibt nur noch etwas Besseres. Der Sieg. Aber der Sieg morgen wäre ein bisschen zu hoch gegriffen. Pinturault fährt in einer eigenen Liga.»
Die restlichen Schweizer
5. Justin Murisier +2.29
6. Loic Meillard +2.39
24. Daniele Sette +4.25
Drei Schweizer in den Adelboden-Top-6. Überragend!
Justin Murisier: Auch Geburtstagskind Justin Murisier glänzt in Adelboden. Der Romand fräst mit Rang 5 erneut mitten in die Riesenslalom-Weltspitze. Auffallend, wie stark Murisier den berühmt-berüchtigten Schlusshang am Chuenisbärgli meistert. Zweimal holt er da kräftig Zeit auf.
Loic Meillard: Nach der Enttäuschung in Alta Badia ist Meillard in Adelboden wieder auf der Höhe seines Schaffens. Am Morgen fährt er problemlos in die Top Ten, im zweiten Durchgang verpasst er die zwischenzeitliche Führung nur um einen Hauch. Am Ende ist es Rang 6.
Semyel Bissig: Odermatts Kumpel aus dem Halbkanton Nidwalden schwingt sich am Morgen mit Nummer 33 auf den sensationellen 14. Platz. Im zweiten Lauf aber der Ärger: Bissig stürzt, sein rechter Ski fliegt durch die Luft. Glücklicherweise kann Bissig schnell wieder aufstehen. «Mir tut nichts gross weh», so der kräftige Athlet im SRF-Interview. Weitere Weltcup-Punkte gibts aber keine.
Daniele Sette schrieb vor Jahresfrist mit Rang 19 ein Ski-Märchen. Heute punktet er wieder, als 24. aber nicht mehr ganz so fest.
Gino Caviezel (out nach wenigen Toren) und Cedric Noger (33.) können sich nicht für den 2. Lauf qualifizieren.
Das gab zu reden
Schock-Moment im 2. Lauf: Sölden-Sieger Lucas Braathen stürzt in den Adelboden-Zielraum. Wortwörtlich. Der Norweger verliert beim letzten Tor das Gleichgewicht, verdreht sich wohl das Knie und kommt erst kurz vor der Werbebande zum Stillstand. Betreuer eilen hinzu. Davon kriegt der unmittelbar nach Braathen startende Kilde nix mit. Der Norweger freut sich im Ziel über seine neue Bestzeit – ehe er realisiert, dass sein Landsmann verletzt im Schnee liegt und herbei eilt.
Die Bedingungen
Was hatten die Schweizer Slalom-Cracks am Mittwoch mit dem weichen Schnee in Zagreb zu hadern. Der Rennchef in Adelboden, Hans Pieren, versprach darauf umgehend «eine geile Piste» hinzuzaubern. Und Teufelskerl Pieren hat geliefert! Das Chuenisbärgli präsentiert sich in perfektem Zustand und auch die Sonne lacht vom Himmel. Nur die Fans fehlen.
So gehts weiter
Wenn Corona etwas Gutes mit sich bringt, dann dies: Da diesen Winter mehr Rennen an einem Ort gefahren werden sollen, finden diesen Januar gleich zwei Riesenslaloms in Adelboden statt. Morgen steigt die erste Chuenisbärgli-Revanche, am Sonntag der Slalom.
Weltcup-Stände
Riesenslalom
1. Odermatt 350
2. Pinturault 340
3. Zubcic 288
6. Meillard 185
8. Murisier 143
Gesamt-Weltcup
1. Pinturault 575
2. Kilde 515
3. Odermatt 451
6. M. Caviezel 307
9. Meillard 249