Die Schlussgänge
Bündner-Glarner: Armon Orlik weiss, er braucht im Schlussgang das Resultat, um sich den Festsieg zu schnappen. Entsprechend offensiv geht er ins Duell mit Mario Schneider. Und legt ihn schon nach knapp einer Minute auf den Rücken. Damit gewinnt er das Bündner-Glarner zum sechsten Mal.
Jurassisches: Vor zwei Jahren hat Romain Collaud das Jurassische gewonnen. Nun wiederholt er diesen Triumph. Zu Beginn gerät er gegen Lario Kramer in eine heikle Situation, doch nach knapp sechs Minuten dreht er das Ganze zu seinen Gunsten. Mit einem Kurz holt er sich den Festsieg. Es ist nach dem Neuenburger Kantonalen sein zweiter in diesem Jahr.
Die Schlussranglisten
Die Siegerstimme
Armon Orlik: «Der Start war sehr gut. Im fünften Gang wars zäh, gerade auf dieser Höhe merkt mans dann ein bisschen. Es braucht etwas mehr Überwindung, um ans Limit zu gehen. Die Ausgangslage für den Schlussgang war speziell: Wenn wir stellen, gewinnt Dodo. Deswegen wusste ich, was ich zu tun habe. In dieser Kulisse zu gewinnen, ist schon cool. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und mit dem Resultat sowieso. Ein bisschen feiern dürfen wir, es ist ja Samstag.»
Die Titelverteidiger
Letztes Jahr hat Curdin Orlik das Bündner-Glarner gewonnen, in diesem Jahr tritt er nicht zur Titelverteidigung an. Stattdessen steht das Oberländische vom Sonntag in seiner Agenda. Dank seinem Bruder bleibt der Festsieg trotzdem in der Familie. Das letzte Jurassische hat vor zwei Jahren stattgefunden. Damals hat Romain Collaud gejubelt, der nun erneut an diesem Fest antritt. Und seinen Titel verteidigt.
Die Handschuhe
Am Morgen ist es auf über 2000 m ü. M. noch ziemlich kühl. Rund zehn Grad werden in Scuol GR gemessen. Temperaturen, die sich die Schwinger im Sommer nicht unbedingt gewohnt sind. Deswegen bietet sich auch ein Bild, das man eher im Winter erwartet. Denn vor seinem ersten Duell trägt König Armon Orlik Handschuhe.
Das «Bergfest»
Das erste Bergfest geht am Sonntag auf dem Stoos über die Bühne. Die Schwinger bestreiten aber bereits am Samstag ein «Pseudo-Bergfest». Denn das Bündner-Glarner Kantonale findet auf 2150 m ü. M. statt. In der Höhe ist die Luft dünner – das sieht man den Schwingern an, die schneller als sonst ordentlich ins Schnaufen kommen.
Der Königsschreck
Andy Signer ist ein hervorragender Verteidigungskünstler. Das beweist er einmal mehr. Nach dem Thurgauer Kantonalen trotzt er König Armon Orlik bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr einen Gestellten ab. Auch gegen Unspunnensieger Samuel Giger oder Sinisha Lüscher hat er 2026 schon gestellt. Mitunter dafür verantwortlich ist auch, dass er seit letztem Winter professionell im Rotor-Team in Liechtenstein trainiert. Das Gute aus Sicht von Giger und Orlik: An den grossen Festen ist Signer einer von ihnen – und sie können dabei zuschauen, wie sich die Konkurrenz aus den anderen Teilverbänden an ihm die Zähne ausbeisst.
Der Legenden-Sohn
Leon Pellet (18) sorgt weiter für Furore in der Westschweiz. Der Sohn des fünffachen Eidgenossen Hans-Peter Pellet (55) realisiert sein bestes Karriereresultat, wird starker Dritter. Viermal gewinnt er mit Plattwurf, zweimal stellt er. Damit sichert er sich seinen zweiten Kranz.
Der überraschende Leader
Nach drei Gängen führt am Bündner-Glarner nicht König Armon Orlik – obwohl er einer von zwei Schwingern mit drei Siegen auf dem Notenblatt ist. Einen Viertelpunkt vor ihm ist Fabio Eicher klassiert. Der 18-jährige Zürcher Oberländer, der als Nichtkranzer antritt, bodigt nacheinander Nichtkranzer Sämi Moser, Kantonalkranzer Thomas Wild und dann überraschend auch noch Teilverbandskranzer Roman Wittenwiler. Im 4. Gang findet er in Andy Signer seinen Meister, er landet auf dem Rücken und verliert die Führung. Aber gerät nicht aus dem Tritt. Er lässt einen Gestellten gegen Patrik Schiesser sowie einen Plattwurf gegen Marc Ursin Niederberger folgen – und fährt mit dem ersten Kranz seiner Karriere nach Hause. Er ist der einzige Neukranzer am diesjährigen Bündner-Glarner.
Die Vierfach-Führung
Nach drei Gängen grüssen gleich vier Schwinger beim Jurassischen punktgleich von der Ranglistenspitze: Marc Gottofrey, Lario Kramer, Mickaël Matthey und Laurent Tornare. Vorne behaupten kann sich am Ende nur Kramer, der in den Schlussgang einzieht.
Die Schellenurslis
Sie sind der Blickfang in Scuol: die Recheler. Denn sie treten im Schellenursli-Look auf, tragen alle ein blaues Sennenhemd und eine rote Zipfelmütze.
Festa da lutga
Wer das Bündner-Glarner im Livestream verfolgt, der bekommt gratis einen Sprachkurs. Denn kommentiert wird es zweisprachig: auf Deutsch und Rätoromanisch. So wird aus dem Schwingfest das Festa da lutga.
Das Déjà-vu
Lario Kramer zeigt bisher eine starke Saison. Bei seinem vierten Kranzfest zieht er zum vierten Mal in den Schlussgang ein. Zum zweiten Mal heisst sein Gegner Romain Collaud. Und er erlebt ein Déjà-vu. Denn wie schon am Neuenburger Kantonalen landet er auf dem Rücken und muss Collaud zum Sieg gratulieren.
Die Bedingungen
Morgens ist der Himmel über Scuol noch bewölkt und es sind kühle zehn Grad. Schon bald drückt aber die Sonne durch, viel wärmer wirds allerdings nicht auf über 2000 m. ü. M. Auch in Saignelégier scheint die Sonne, dort ist es aber deutlich wärmer.
So geht es weiter
Am Sonntag steigt mit dem Stoos-Schwinget das erste Bergfest der Saison. Zeitgleich findet das Oberländische statt.