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Zweiter Weissenstein-Titel:Armon Orlik bodigt Räbmatter nach nur 15 Sekunden

Entscheidung nach 15 Sekunden
Orlik kontert sich zum Weissenstein-Triumph

Auf dem Weissenstein streben die Nordwestschweizer den Heimsieg an. Und stellen einen Einheimischen im Schlussgang. Doch der muss untendurch. Am Ende jubelt Armon Orlik.
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Armon Orlik feiert seinen zweiten Weissenstein-Sieg.
Foto: keystone-sda.ch

Der Schlussgang

Patrick Räbmatter setzt gegen Armon Orlik alles auf eine Karte. Schon nach wenigen Sekunden probiert er sein Glück mit einem Schlungg – ein riskanter Angriff, der schiefgeht. Er wird eiskalt ausgekontert und landet selber auf dem Rücken. Nach 15 Sekunden ist der Schlussgang entschieden und Orlik lässt sich zum zweiten Mal nach 2016 als Weissenstein-Sieger feiern. Insgesamt ist es sein dritter Triumph bei einem Bergfest, 2016 gewann er auch auf der Schwägalp.

Die Siegerstimme

Armon Orlik gegenüber SRF: «Ich bin mega, mega glücklich. Von Anfang an ist es gut gelaufen. Ich konnte es heute abrufen. Zwar konnte ich im einen oder anderen Gang das Resultat nicht machen, aber ich hatte ein tolles Team um mich und habe den Sieg auch für sie geholt. Der Hunger nach einem weiteren Bergfest-Sieg war gross, man will immer mehr und besser werden. Im Winter habe ich hart trainiert und das Ganze so aufgebaut. Ich bin froh, hat es heute geklappt.»

Die Schlussrangliste

Foto: RMS

Das Warten auf den Heimsieg

Vor zehn Jahren hat letztmals ein Nordwestschweizer auf dem Weissenstein triumphiert. Christoph Bieri stellte damals im Schlussgang gegen Matthias Sempach, die beiden waren am Ende punktgleich mit Kilian Wenger. Seit diesem Dreifach-Triumph hat keiner der Gastgeber die Nachfolge von Bieri antreten können. Viermal gewann mit Christian Stucki (2015 und 2017), Matthias Aeschbacher (2022) und Fabian Staudenmann (2023) ein Berner, die restlichen Triumphe gingen dank Armon Orlik (2016), Samuel Giger (2018 und 2019) sowie Damian Ott (2021) an die Nordostschweizer. 2020 fand wegen Corona kein Fest statt. Und nun klappts wieder nicht, obwohl mit Patrick Räbmatter ein Einheimischer im Schlussgang steht. Schon nach wenigen Sekunden ist klar, der Sieg geht abermals in die Nordostschweiz.

Der verhinderte Fünffach-Sieg

Hätte es im Schlussgang einen Gestellten gegeben und Patrick Räbmatter wäre mit Note 9,00 belohnt worden, hätten sich gleich mehrere Schwinger gefreut. Denn dann hätte es eine ganz besondere Rangliste gegeben – mit fünf punktgleichen Schwingern an der Spitze. Räbmatter wäre dann auf 1a klassiert gewesen und hätte die Position mit Joel Wicki, Pirmin Reichmuth, Domenic Schneider und Lars Voggensperger teilen müssen. Dazu kommts wegen Orliks Blitzsieg nicht.

Die Innerschweizer Rehabilitation

Nur zwei Kränze haben die Innerschweizer vor Wochenfrist auf der Rigi geholt. Nun zeigen sie darauf eine Reaktion – auch, weil mit Joel Wicki, Pirmin Reichmuth und Marcel Bieri drei ihrer Athleten wieder dabei sind, die beim eigenen Bergfest fehlten. Vom Weissenstein nehmen sie 9 der 16 verteilten Kränze mit.

Plattwürfe im 1. Gang

Oftmals enden die Spitzenpaarungen zum Auftakt eines Festes gestellt. Dies, weil die Favoriten eher mit Vorsicht starten und nicht gleich im 1. Gang auf dem Rücken landen wollen. Nicht so auf dem Weissenstein. Dort kassieren gleich zwei der Innerschweizer Trümpfe beim Anschwingen eine Niederlage. Pirmin Reichmuth wird von Damian Ott und Marcel Bieri von Nick Alpiger platt aufs Kreuz gelegt.

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Schlechter Start für Bieri:Alpiger bodigt Innerschweizer nahe des Platzrandes

Die Blitzsiege

Der Auftakt ins Fest misslingt Pirmin Reichmuth. Er verliert gegen Damian Ott. Danach dreht der Zuger allerdings mächtig auf. Und steht am Morgen kaum noch im Sägemehl. Für die beiden Maximalnoten gegen Thomas Kuster und Lars Rotach steht er zusammen nur rund sechs Sekunden im Einsatz. Beeindruckend. Auch am Nachmittag ist er stark unterwegs und wird am Ende Zweiter.

Die Bergkranz-Sammlung

Vor der Reise auf den Weissenstein hat Mike Müllestein 19 Bergkränze zu Hause. Acht vom Stoos, fünf von der Rigi, drei vom Brünig, zwei von der Schwägalp und einen vom Schwarzsee. Einzig Eichenlaub vom Weissenstein fehlt ihm noch. Im 6. Gang schwingt er gegen Mario Schneider um eben dieses. Erst in der letzten Minute gelingt ihm der entscheidende Angriff, er legt ihn platt auf den Rücken. Ein emotionaler Moment für den 35-jährigen Innerschweizer. Nicht nur, weil es der 20. Bergkranz ist, sondern weil er damit nun von allen prestigeträchtigen Festen einen hat. Auch bei allen Teilverbandsfesten und dem Eidgenössischen hat er mindestens einen Kranz gewonnen.

Die Bedingungen

Hitzetag in der Schweiz. Das bekommen auch die Schwinger zu spüren. Die Sonne brennt auf die Sägemehlringe, der Schweiss fliesst und der Abstecher zum Brunnen ist hoch im Kurs. Aber nicht nur die hohen Temperaturen machen ihnen zu schaffen. Hinzu kommt, dass der Festplatz auf dem Weissenstein auf knapp 1400 Metern über Meer liegt. Nicht nur die Schwinger sind der Sonne ausgesetzt, auch die Zuschauer. Denn Tribünendächer gibts auf dem Weissenstein nicht.

So gehts weiter

Am Sonntag steigt das Walliser Kantonale, ehe es am kommenden Wochenende mit dem nächsten Bergfest weitergeht. Dann steigen die Bösen auf dem Brünig ins Sägemehl.

Das Fest zum Nachlesen im Ticker

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