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Schlungg-Versuch geht schief:Orlik zieht gegen Staudenmann im Schlussgang den Kürzeren

Mittelländisches und Schwyzer Kantonales
Zwei Feste – drei Sieger

Zwei Kranzfeste gehen am Sonntag über die Bühne. Am Ende jubelt ein Trio. Beim Mittelländischen wird der Sieg geteilt, beim Schwyzer Kantonalen setzt sich die Routine durch.
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Fabian Staudenmann (l.) und Adrian Walther lassen sich in Riggisberg feiern.
Foto: keystone-sda.ch

Die Schlussgänge

Mittelländisches: Im strömenden Regen mit gelegentlichem Donner greifen Fabian Staudenmann (24) und Curdin Orlik (31) zusammen. Zunächst ist es ein Abtasten, beide wollen nicht zu viel riskieren. Nach knapp vier Minuten probierts Orlik mit einem Schlungg. Der Angriff geht schief, Staudenmann kontert und bettet seinen Gegner auf den Rücken. Damit gibts zwei Festsieger, er jubelt gemeinsam mit Adrian Walther (22).

Schwyzer Kantonales: Das Duell Patrick Betschart (24) gegen Christian Schuler (36) ist ein Generationen-Duell. Beide suchen die Entscheidung. Am Ende setzt sich die Routine durch. Schuler kontert einen Angriff und holt sich den Sieg.

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Routinier setzt sich durch:Schuler schlägt 24-jährigen Betschart im Schlussgang

Die Siegerstimmen

Fabian Staudenmann im Platzinterview: «Es ist toll, den Sieg zu teilen. Wir sehen uns unter der Woche fast öfter als die Freundin. Darum ist es cool, mit Ädu zu feiern. »

Adrian Walther im Platzinterview: «Nach dem 1. Gang hab ich nicht daran geglaubt, dass es heute so laufen könnte. Wir sind teilweise zweimal am Tag zusammen im Training und darum sieht man auch, wie hart der andere arbeitet. Denjenigen, die hart arbeiten, gönnt man es umso mehr.»

Christian Schuler gegenüber Swiss 1: «Vor 20 Jahren in Pfäffikon habe ich den ersten Kranz gemacht. Ich habe mich gefreut, in meinem Alter hier noch mitmachen zu können. In jedem Gang habe ich versucht, mein Bestes zu geben. Ich habe mich gut und spritzig gefühlt. Ich habe in meiner Karriere schon viele Feste gewonnen, der letzte Sieg ist schon fast drei Jahre her. Es war mein Traum, dass es noch einmal aufgeht.»

Die Titelverteidigung

Fabian Staudenmann hat 2021 und 2023 das Mittelländische gewonnen. Nun feiert er den dritten Sieg bei diesem Fest. Zum zweiten Mal muss er ihn allerdings teilen. 2021 hiess sein Co-Sieger Matthias Aeschbacher (32) und auch in diesem Jahr ist es mit Adrian Walther ein Berner Verbandskollege. Für Staudenmann ist es der 10. Festsieg seiner Karriere. Walther jubelt zum vierten Mal über einen Festsieg.

Der Routinier

115 Kränze hat Christian Schuler schon zu Hause. Während andere mit 36 Jahren die Zwilchhosen längst an den Nagel gehängt haben, denkt der Rothenthurmer noch nicht an Rücktritt. Und beweist in Galgenen eindrücklich, wieso. Bei seinem Heimfest zeigt Schuler einen starken Morgen, liegt zur Halbzeit mit drei Siegen auf Platz 2. Nach der Mittagspause lässt er nicht nach und qualifiziert sich für den Schlussgang. Den entscheidet er für sich und triumphiert nach 2010, 2011 und 2021 zum vierten Mal beim Schwyzer Kantonalen.

Der Aufreger

Das Duell Matthias Aeschbacher gegen David Lüthi (22) sorgt für Aufregung. Nicht nur, weil der vierfache Kranzgewinner Lüthi dem Schlussgang-Teilnehmer des ESAF 2022 und Besitzer von 87 Kränzen alles abverlangt, sondern vor allem wegen einer Szene. Die letzten Sekunden des Duells sind angebrochen, als Aeschbacher mit einem Schlungg angreift. Und sich damit selber auf den Rücken legt! Die Zuschauer haben das gesehen, staunen schon ab der Sensation. Doch die findet nicht statt. Der Kampfrichter gibt das Resultat nicht – ein Fehlentscheid. Und als wäre das nicht genug, wird Lüthi quasi doppelt bestraft. Während Aeschbacher für den Gestellten mit Note 9,00 belohnt wird, bekommt Lüthi das übliche 8,75 für einen Gang ohne Sieger.

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Er kriegt das Resultat nicht:Hier legt Lüthi zur Überraschung aller Aeschbacher auf den Rücken

Der perfekte Morgen

An beiden Festen glänzen am Morgen zwei Schwinger besonders. Beim Mittelländischen bodigt Dario Bühler (20, ein Kranz) mit Philipp Roth und Severin Schwander gleich zwei Eidgenossen und hat zur Halbzeit das Punktemaximum auf dem Konto. Und beim Schwyzer Kantonalen gelingt das Patrick Betschart (24, elf Kränze), der sich allerdings keinem Eidgenossen gegenüber sieht. Während Bühler am Nachmittag nicht an diese Leistung anknüpfen kann, zieht Betschart durch und qualifiziert sich für den Schlussgang. Es ist sein erster bei einem Kranzfest.

Der Name Walther

Adrian Walther gehört beim Mittelländischen zu den Anwärtern auf den Sieg. Und tatsächlich taucht sein Nachname zur Halbzeit ganz vorne in der Rangliste auf. Allerdings ist es sein jüngerer Bruder Reto Walther (21), der nach drei Gängen auf dem 2. Platz liegt. Mit 29,75 Punkten hat er einen Punkt Vorsprung auf seinen Bruder und ist auf Kurs, seinen ersten Kranz zu gewinnen. Dieser wurde bisher auch dadurch verhindert, dass er immer wieder von Verletzungen ausgebremst wurde. Auch beim Mittelländischen klappts trotz starker erster Hälfte nicht.

Die Aufgabe

Eidgenosse Patrick Gobeli (26) muss das Fest aufgrund von Rückenbeschwerden abbrechen. Die Verletzung zog er sich am Montag im Training zu. Trotzdem hat er es in Riggisberg versucht. «Ich dachte, mit dem Adrenalin und der Wärme würde es funktionieren», sagt er zu Blick. Nach zwei Gestellten die bittere Wahrheit: Es geht nicht.

Die Bedingungen

Sonnenbrille und Sonnencreme gehören zur Pflichtausstattung. Bei schönstem Wetter und Sonnenschein gehen die beiden Feste über die Bühne – zumindest am Morgen. Während in Galgenen auch am Nachmittag die Sonne scheint, ziehen über Riggisberg Wolken auf. Kaum beginnt der 6. Gang, kommen doch noch die Regenpelerinen zum Einsatz. Aus dem leichten Regen wird just vor dem Schlussgang heftiger Regen. Hie und da donnert es auch.

So gehts weiter

Am kommenden Wochenende stehen die drei nächsten Kantonalen auf dem Programm. Am Samstag finden das Ob- und Nidwaldner sowie das Neuenburger Kantonale statt, zwei Tage später das Glarner-Bündner.

Die Feste zum Nachlesen im Ticker

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