So tönt die Musik der Formation «Churz-Lätz»
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Von Sägemehl in die Stubete:So tönt die Musik der Formation «Churz-Lätz»

Mehr Swissness gibts nicht
Vom Schwingen zurück zur Musik – hier spielen 211 Kränze

Vom Schwingen zurück zur Volksmusik. Mehr Swissness als bei Familie Laimbacher gibt es gar nicht. Die Kolumne von Felix Bingesser.
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«Churz-Lätz» heisst die Formation. Das ist an der Handorgel Adi Laimbacher. 104-facher Kranzschwinger und fünffacher Eidgenosse.
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Felix BingesserReporter Sport

«Montag Musik im Schützenhaus Altdorf mit der Formation Churz-Lätz». So heisst der Anlass im Urnerland, der rund 200 Volksmusikfreunde in den prall gefüllten Saal lockt.

Kurz vor dem Auftritt sitzen die vier Musikanten beim Nachtessen. Könnte man nicht die noch immer vorhandenen Muskelberge unter den schwarzen Hemden erahnen, würde niemand merken, was für ein «böses» Ensemble hier gleich aufspielt. 

«Churz-Lätz» heisst die Formation. Das ist an der Handorgel Adi Laimbacher. 104-facher Kranzschwinger und fünffacher Eidgenosse. Immer noch 118 Kilo schwer. Am Klavier sitzt sein Bruder Philipp, 96-facher Kranzschwinger, auch er fünffacher Eidgenosse, auch er immer noch mit Kampfgewicht. Die beiden Brüder standen sich in der Karriere in 16 Schlussgängen gegenüber.

Am Bass sitzt mit Martin Deck ebenfalls ein ehemaliger Schwinger und zehnfacher Kranzgewinner. Komplettiert wird das Trio von Fredy Reichmuth. Er hat keine Kränze aufzuweisen. Aber er ist jüngst mit dem goldenen Violinschlüssel ausgezeichnet worden. Der höchsten Ehrung für Volksmusik in der Schweiz.

«Es ist die stärkste Formation, die je hier gespielt hat», sagt der Vertreter des Veranstalters. Und ergänzt: «Hier spielen Könner für Kenner.» Adi Laimbacher sagt: «Wir sind nicht die Stubete Gäng. Wir sind keine Partyband für ein grölendes Festzelt. Wir machen konzertante Volksmusik.» Musikalisch hochstehend. Vor einem Publikum, das mucksmäuschenstill den Klängen lauscht. «Hätte Adi die Gegner im Sägemehl so sanft bearbeitet wie sein Akkordeon, er hätte keinen einzigen Kranz gewonnen», sagt Fredy Reichmuth. 

Adi, Phillip und der Ivo, der jüngste der Laimbacher-Brüder, kommen durch ihren Vater früh mit der Volksmusik in Kontakt. Schon im Kindesalter sind die «Laimbacher-Buebe» an Jahrmärkten und Chilbis in der Innerschweiz aufgetreten. Aber dann war das mit dem Schwingsport nicht mehr zu vereinbaren. Alle drei werden Spitzenschwinger, der Sport wird für viele Jahre zum Zentrum. Auch Ivo gewinnt 2010 den eidgenössischen Kranz. Zwischen den Gängen hören sie damals keine Volksmusik. Sondern AC/DC und Metallica. 

Vor drei Jahren kehrt Adi zu seiner alten Liebe, der Volksmusik, zurück. Bruder Phillip steigt vor einem Jahr wieder ein. Seither treten sie regelmässig auf. Gibt es Parallelen zum Schwingsport? Kann auch die Volksmusik vom Boom des Schwingsports und zur offensichtlichen Rückkehr zu Swissness und Volkskultur profitieren? «Nicht in diesem Ausmass wie der Schwingsport. Die konzertante klassische Volksmusik spricht schon eher ein älteres Publikum an», sagt Adi Laimbacher. 

Derweil die Väter der Musik frönen, treten ihre Kinder in die sportlichen Fussstapfen. Patrick Laimbacher, der Sohn von Adi, ist im Januar 16 Jahre alt geworden und gilt als grosses Versprechen. Er ist einer derjenigen, die die Lücke nach den Rücktritten von Joel Wicki und Pirmin Reichmuth dereinst schliessen könnten. 

Zusammen mit Heinz Suter und Joel Wicki organisiert Adi Laimbacher Zusammenzüge mit den talentiertesten 16- bis 20-jährigen Innerschweizer Schwingtalenten. «Es dauert noch ein Weilchen, aber es kommt einiges nach», sagt Adi Laimbacher. 

Der Name Laimbacher ist in der Volksmusikszene wieder präsent. Gut möglich, dass man auch im Schwingsport der Zukunft diesen Namen wieder regelmässig hört. 

Denn mehr Swissness als bei der Familie Laimbacher gibt es gar nicht.

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