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Nach nur zwölf Sekunden:Giger macht im Schlussgang gegen Vollenweider kurzen Prozess

Drei Feste, fünf Sieger
Giger souverän – Duo jubelt beim Nordwestschweizer

Drei Schwingfeste gehen am Sonntag über die Bühne. Am Ende gibts fünf Sieger. Denn beim Nordwestschweizer und beim Walliser jubeln zwei Schwinger gemeinsam. Einzig das Schaffhauser hat einen Solo-Triumphator.
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Samuel Giger triumphiert beim Schaffhauser Kantonalen.
Foto: Screenshot

Die Schlussgänge

Nordwestschweizer: Adrian Walther (21) gegen Patrick Räbmatter (31) – dieses Duell gibts schon im 1. Gang. Der Sieger? Walther. Im Schlussgang fühlt er sich dann irgendwie nicht mehr so wohl, kann keinen gefährlichen Angriff starten. Räbmatter hingegen wird vom Heimpublikum angefeuert und schafft den Coup. Er legt Walther aufs Kreuz und holt sich den Sieg. Diesen muss er mit einem anderen Berner teilen. Matthias Aeschbacher (31) kommt am Ende auf gleich viele Punkte.

Schaffhauser: Samuel Giger (25) überzeugt in Ramsen dermassen, dass er den Schlussgang mit dem Wissen bestreitet, dass ihm auch ein Gestellter für den Festsieg reicht. Daran verschwendet der Thurgauer aber keinen Gedanken. Auf los gehts los und so liegt Jeremy Vollenweider (25) schon nach wenigen Sekunden im Sägemehl. Für Giger ist es nach 2015, 2017 und 2021 der vierte Triumph beim Schaffhauser Kantonalen.

Walliser: Lario Kramer (25) gegen Romain Collaud (21) – so lautet die Affiche bereits im 4. Gang. Da endet das Duell ohne Sieger, ist aber so attraktiv, dass beide Schwinger die Note 9,00 bekommen. Einen weiteren Gestellten gibts bei der Neuauflage im Schlussgang nicht. Collaud setzt sich im Eidgenossen-Duell durch. Und teilt sich mit Steve Duplan (26), der im 6. Gang Thomas Stoll (25) platt ins Sägemehl legt, punktgleich den Festsieg. Weil Kramer am Ende Zweiter wird, klassieren sich alle drei angetretenen Eidgenossen ganz vorne in der Rangliste.

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Coup beim Nordwestschweizer:Räbmatter gelingt Schlussgang-Revanche gegen Walther

Das lange Warten

2015 triumphierte Patrick Räbmatter beim Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest. Seither ist ihm kein weiterer Festsieg gelungen. Bis er an diesem Sonntag im Schlussgang die Überraschung schafft und sich für die Niederlage im 1. Gang revanchiert. Er bodigt Adrian Walther und feiert den Heimsieg bei seinem Teilverbandsfest.

Das unerwartete Comeback

Am 23. Juli 2022 passierte es. Andreas Döbeli (25) riss sich auf dem Weissenstein das Kreuzband. Die Saison war gelaufen, das Eidgenössische fand ohne den Nordwestschweizer statt. Auch für dieses Jahr ging man davon aus, dass er nicht schwingen wird. Doch nun kehrt er bei seinem Heim-Teilverbandsfest überraschend ins Sägemehl zurück. Und das auf beeindruckende Manier. Ein Gestellter und zwei Siege lautet seine Morgen-Bilanz. Er sei vor dem 1. Gang extrem nervös gewesen, sagt er gegenüber SRF. «Seit ich mich für die Teilnahme entschieden habe, war ich nervös», so Döbeli. «Es ist ein spezielles Gefühl, aber ich bin hier und habe grosse Freude.»

Seit zwei Wochen schwinge er wieder frei, in den Trainings gehe es gut. Den Entscheid für die Teilnahme begründet er so: «Wenn ich nicht gehe, habe ich nichts gewonnen. Aber wenn ich gehe, dann kann ich etwas gewinnen. Das ist heute mein Motto.» Am Ende holt er als starker Fünfter den Kranz.

Foto: Sven Thomann

Der 15-Jährige

Am Walliser Kantonalen gewinnen nur zwei Schwinger die ersten beiden Gänge mit der Maximalnote. Eidgenosse Lario Kramer und Laurent Tornare. Der 15-Jährige zeigt einen starken Start ins Fest. Und bekommt dann seine Grenzen aufgezeigt. Denn im 3. Gang muss er gegen Kramer ran – und landet, wenn auch nicht platt, auf dem Rücken. Trotzdem darf er mit dem Resultat am Ende des Tages mehr als zufrieden sein. Denn als Fünfter gewinnt er seinen ersten Kranz.

Der Schwing-Rentner

Seit zwei Monaten ist Christian Stucki (38) Schwing-Rentner. Dem Sägemehl bleibt er trotzdem nicht fern. Im Gegenteil. Das Nordwestschweizer ist das dritte oder vierte Fest, das er seither besucht habe. Es kribble nicht mehr, selbst mitzumachen, sagt er gegenüber SRF. «Ich kann sehr gut nur zuschauen, bin aber selbst erstaunt, dass das nie ein Problem war.» Vor allem bei der Hitze sei er froh über seine neue Rolle. «Es ist gut so, wie es ist», fasst er zusammen. Ein Fest sei als Zuschauer viel gemütlicher, man müsse nicht so früh aufstehen und könne hie und da einen Schwatz abhalten.

Trotzdem ist er immer noch mit Herzblut dabei. «Manchmal denkt man, das könntest du jetzt so machen oder der Schwung wäre gut. Von aussen siehts aber immer einfacher aus.» Und wie siehts mit der nächsten Generation Stucki-Schwingern aus? «Beide Jungs spielen Fussball», sagt Stucki. «Aber der Kleinere wills nochmals mit Schwingen probieren. Wir gehen nach den Sommerferien mal hin und dann schauen wir.»

Das Comeback

Samir Leuppi (30) hat wegen einer hartnäckigen Verletzung seit Mitte Mai kein Schwingfest mehr bestritten. Nun kehrt der Polizist aus Winterthur ins Sägemehl zurück. Und holt sich gleich den Kranz. Am Morgen startet er mit einem Sieg gegen Schwing-Oldie Stefan Burkhalter (49), feiert in der Folge drei weitere Siege und stellt zweimal. Platz 4 und der Kranz sind der Lohn dafür.

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«Helfen, wo wir können»:Samir Leuppi: Auf dem Platz ein Böser, als Polizist nicht

Das zweite Sternchen

Nächster Meilenstein in der Karriere von Sinisha Lüscher (17). Er bodigt im 6. Gang Damian Kehr platt und gewinnt seinen ersten Kranz bei einem Teilverbandsfest. Und das trotz denkbar ungünstiger Vorbereitung. «Ich war krank und wusste nicht, ob ich starten kann», verrät er im Verlauf des Tages gegenüber SRF. Davon ist im Sägemehl nichts zu merken. Bei seinem Heimfest sichert er sich das zweite Sternchen hinter dem Namen. Gleichzeitig ist es sein fünfter Kranz in dieser Saison.

Von null auf zwei Sternchen

Nicht nur Lüscher überzeugt bei seinem eigenen Teilverbandsfest, auch einer seiner jungen Kollegen tut das. Dominic Strebel (17) hat vor dem Fest noch kein Sternchen hinter dem Namen, nun sinds auf einen Schlag gleich zwei. 20 Sekunden sind im 6. Gang noch auf der Uhr, als ihm der entscheidende Angriff gegen Janis Schick (20) gelingt und er den Sieg plus Kranzgewinn feiern kann.

Der Titelverteidiger

Als einziger Titelverteidiger bei den drei Festen steht Shane Dändliker (29) beim Schaffhauser Kantonalen im Einsatz. Den Morgen beendet er mit der maximalen Punktzahl, am Nachmittag läufts dann nicht mehr ganz so rund. Eine Niederlage, einen Gestellten und zumindest zum Abschluss einen Sieg reiht er aneinander. Unterm Strich reicht das trotzdem für Rang 3.

Werner Schlegel (20) ist nicht beim Nordwestschweizer dabei und Benjamin Gapany (28) musste seine Teilnahme am Walliser Kantonalen wegen einer Knieverletzung absagen. Er will im Hinblick auf den Unspunnen Schwinget (27. August) kein unnötiges Risiko eingehen, schreibt er auf Instagram.

So gehts weiter

Am nächsten Sonntag findet auf der Schwägalp das letzte Bergfest statt, ehe eine Woche später mit dem Unspunnen Schwinget der Saisonhöhepunkt über die Bühne geht. (bir)

Gang für Gang zum Nachlesen

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