Darum gehts
- SRF ersetzt Sascha Ruefer (54) durch Fabienne Gyr (38)
- Strategische Überlegungen führten laut SRF-Sprecher zu der Rochade
- Schwingfeste bis 2031 immer Ende August geplant
Wo ist Sascha Ruefer (54)? Diese Frage haben sich Anfang September zahlreiche TV-Zuschauer während der SRF-Übertragung des Kilchberg-Schwingets gestellt. Schliesslich hat sich die Stimme der Schweizer Fussball-Nati in den letzten Jahren auch als Moderator der Eidgenössischen Schwing-Anlässe einen Namen gemacht.
Beim letzten ESAF in Mollis GL ist er nicht als Schönredner aufgefallen, Ruefer hat zusammen mit den Berner Königen Christian Stucki (41) und Matthias Sempach (40) viele umstrittene Entscheidungen mit kritischer Distanz aufgearbeitet. Doch in Kilchberg moderierte anstelle des gebürtigen Grenchners plötzlich die Zentralschweizerin Fabienne Gyr (38).
Grosser Unterschied
Die ehemalige Miss-Schweiz-Kandidatin hat diese Aufgabe – im wahrsten Sinne des Wortes – brav erledigt. Im Gegensatz zum bissigen Ruefer wirkt Gyr, die beim SRF auch das «Sportpanorama» und den «Samschtig-Jass» moderiert, am Sägemehlrand wie eine PR-Managerin vom Eidgenössischen Schwingerverband.
Während auf der Zuschauertribüne und in den TV-Stuben kontrovers über die Leistung der Herren in der Einteilung diskutiert wurde, hat Gyr dieses Thema gemeinsam mit dem Experten Christian Schuler (38) ziemlich unkritisch abgearbeitet.
Auch das enttäuschende Abschneiden der Berner wurde nicht wirklich hinterfragt. Stattdessen wurde viel gelacht und immer wieder darauf hingewiesen, wie fair man im Schwingsport miteinander umgeht.
Die offizielle Erklärung
Aber warum hat Ruefer beim jüngsten eidgenössischen Kräftemessen nicht moderiert? Die Antwort: Der 54-Jährige wurde von seinen Chefs regelrecht «abgeschlunggt», also aus dem Weg geräumt. Ruefer wollte nach Mollis als Präsentator der grossen Schwingfeste im SRF weitermachen, doch dann haben sich seine Chefs für Gyr entschieden.
«Den Ausschlag für diesen Rochade-Entscheid gaben strategische Überlegungen der SRF-Führung hinsichtlich der personellen Disposition und der effizienten Auslastung ihrer Ressourcen», erklärt SRF-Mediensprecher Roger Muntwyler.
«Wegen seines vollgepackten Terminkalenders – allen voran wegen seines Hauptjobs bei der Nati – stand Ruefer zuletzt ohnehin nur sporadisch bei Sägemehl-Festen am Mikrofon. Ganz anders Gyr: Sie beweist im Format ‹Schwingklub – der Talk› das ganze Jahr über ihre Nähe zur Szene und gilt als bestens vernetzte Kennerin des Schwingsports», ergänzt Muntwyler.
Ruefers Reaktion
Fakt ist aber auch, dass die eidgenössischen Anlässe bis ins Jahr 2031 ausnahmslos in der letzten Augustwoche ausgetragen werden. Und in dieser Zeit werden garantiert keine Fussball-Länderspiele auf dem Programm stehen. «Man wollte auf dieser Position unbedingt eine Frau haben», sagt ein SRF-Insider zu Blick.
Sascha Ruefer verhält sich in dieser Angelegenheit auf jeden Fall wie ein Gentleman: «Mein Job ist kein Wunschkonzert. Das SRF hat Gründe für diese Entscheidung. Das habe ich zu akzeptieren. Fabienne erhält meine volle Unterstützung.»