Darum gehts
- Monique (22) und Nicolas Halter (20) holen WM-Gold im Mountainbiken
- Beide Geschwister siegen am selben Tag in der U23-Kategorie
- Jüngste Schwester Lou-Anne (18) erreicht im U18-Rennen Platz acht
Wer Kinder hat, erlebt einiges. Doch was die Familie Halter an diesem Donnerstag in Val di Sole (It) mit ihren Kindern an der Mountainbike-WM erlebt, ist einfach nur völlig verrückt. Innerhalb von nur einer Stunde werden zwei ihrer Kids Weltmeisterin respektive Weltmeister. Monique (22) und ihr Bruder Nicolas (20) holen beide jeweils in der U23-Klasse WM-Gold.
Gleich zwei Geschwister auf einen Schlag frisch eingekleidet in die legendären Regenbogen-Trikots, die begehrtesten Dresses der Velo-Welt. Was für ein Bild fürs Familienalbum.
Die Halters sind an diesem Tag die weltmeisterlichste Familie der Schweiz. Die Eltern Yvonne und Beat sind vor Ort dabei. Beim Anruf von Blick sitzen sie gemütlich vor ihrem Wohnmobil. Der Vater sagt: «Es ist noch ein wenig surreal. Natürlich haben wir gewusst, dass beide gute Chancen haben. Aber dass es gleich so aufgeht…»
Zeitweise fuhren alle vier Kinder Bike-Rennen
Dazu muss man wissen: Nicolas und Monique Halter gelten als die rosige Zukunft des Schweizer Mountainbike-Sports, sind riesige Talente und werden schon seit vielen Jahren im Nachwuchs vom Rennstall des Schweizer Veloherstellers Thömus gefördert. Dort ist auch der älteste Sohn, Jean-Luc (24), angestellt: Er hat vor einigen Jahren mit Bike-Spitzensport aufgehört und ist heute im Team Thömus maxon für den Bereich Social Media, Fotos und Videos zuständig.
Doch die Halters sind sogar zu sechst. Denn im Swiss-Cycling-Aufgebot ist mit Lou-Anne (18) auch die jüngste Schwester. Sie wird am selben Donnerstag in ihrem U18-Cross-Country-WM-Rennen Achte. «Schon da war die Freude riesig», sagt Mama Yvonne, «bei ihr kam der Top-Ten-Platz unerwartet.»
Nach dem Rennen ihrer Jüngsten drehten die Eltern rund um Val di Sole eine Bike-Runde, ehe sie am Vorabend aufs WM-Gelände zurückkehren – und zwei WM-Titel bejubeln. «Eigentlich war es schon unglaublich, dass die beiden dieses Jahr schon von der SM vier Goldmedaillen heimbrachten», sagt Papa Beat. Jetzt der Doppel-Coup auf Welt-Niveau. Aber die Eltern betonen auch: «Wir machen ihnen keinen Druck, irgendwelche Podestplätze holen zu müssen. Unsere Aufgabe ist, mitleiden und mitjubeln. Es wird auch wieder Enttäuschungen geben, das ist ganz normal.»
Früher zu sechst im Velo-Konvoi unterwegs
Die Eltern sind auch längst nicht an allen Rennen ihrer schnellen Kids dabei. «Ich arbeite an der Schule, da würde es sowieso nicht gehen», sagt die Mutter, die für den WM-Trip extra frei nehmen durfte. Der Vater ist selbstständiger Maschinenbauingenieur.
Die Halters sind zwar begeisterte Velo-Fahrer und waren früher bei Ausflügen mit Tandem, Anhänger und Kindersitz als sechsköpfiger Konvoi unterwegs. Aber dass zeitweise alle vier Kinder Bike-Rennen fuhren, liegt an der «Kreuzegg Classic» in Bütschwil SG. Bei diesem Multisport-Anlass war die Familie auf der Laufstrecke dabei – doch dann entdeckt der älteste Sohn, dass es auch eine Mountainbike-Kategorie gibt.
Danach zieht es auch allen anderen Geschwistern den Ärmel rein – der Rest ist weltmeisterliche Familiengeschichte.