Zwei Jahre nach Gründung
Ohne Geldspritze steht Schweizer Rad-Team vor dem Aus

Das Schweizer Frauen-Radteam Nexetis kämpft ums Überleben. Trotz Erfolgen des Berner Talents Jasmin Liechti (23) fehlen Sponsoren. Die UCI gibt der Nationalmannschaft den Vorzug – Nexetis bleibt von grossen Rennen ausgeschlossen.
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Ginia Caluori ist eine der Aufsteigerinnen bei Nexetis. Sie stellte ihr Talent auch 2026 mehrmals unter Beweis. Aber was passiert mit dem Team?
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss Cycling steht vor dem Aus für Frauen-Team Nexetis in Zürich
  • Trotz acht Siegen 2026 fehlen Hauptsponsor und Startplatz für Top-Rennen
  • Neun Schweizer Talente könnten sich 2027 neu orientieren oder wechseln
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Mathias GermannReporter Sport

Ein Szene-Lokal, eine coole Show, Häppchen für Journalisten: Im November 2024 präsentiert Swiss Cycling in Zürich sein neues Flaggschiff, das Frauen-Strassenteam Nexetis. Das Team fährt in der dritten Liga, ohne Namenssponsor und ohne Stars.

«Wir wollen in den Frauenradsport investieren und jungen Talenten den Sprung nach oben ermöglichen», sagte Verbands-Geschäftsführer Thomas Peter.

Das klang gut. Doch inzwischen hat sich der Wind gedreht. Anderthalb Jahre nach der Gründung steht das Team vor dem Aus. Zwar feierte Nexetis in diesem Jahr acht Siege. Fünf davon gehen auf das Konto des Berner Talents Jasmin Liechti (23). «Die sportlichen Erfolge liegen über unseren Erwartungen», sagt Patrick Müller, Chef Leistungssport bei Swiss Cycling.

Allerdings stammen die Siege aus Rennen der unteren Kategorien. Umso grösser war die Vorfreude auf die Tour de Suisse und die Bühne der World Tour. Daraus wird nichts. Der Radsport-Weltverband UCI setzt bei der Nachwuchsförderung wieder auf Nationalteams statt auf klassische Rennställe. Das bedeutet: Nexetis bleibt aussen vor. Die Schweizer Nationalmannschaft erhält den Startplatz – mit Liechti im Aufgebot.

Das allein bringt Nexetis nicht zu Fall. Das grössere Problem ist das Geld. «Alle freuen sich über den Boom des Frauenradsports, aber kaum jemand ist bereit, in ihn zu investieren», sagt Tour-de-Suisse-Direktor Olivier Senn. Er kennt das Problem nur zu gut. Frauenrennen schreiben fast überall rote Zahlen. Ohne die Querfinanzierung durch die Männerrennen wären viele längst verschwunden.

Was passiert mit den jungen Schweizerinnen?

Für 2027 plant Nexetis die Flucht nach vorn. Das Team will in die Pro-Kategorie aufsteigen, die zweithöchste Stufe unterhalb der World Tour. Dann wären Starts bei fast allen grossen Rennen möglich. Dafür braucht es jedoch einen starken Hauptsponsor. Ob sich einer findet, ist offen. Bisher verlief die Suche erfolglos.

Wahrscheinlicher ist die Auflösung des Teams. Die neun Schweizer Talente – es stehen auch drei Japanerinnen, eine Slowenin und eine 37-jährige Holländerin bei Nexetis unter Vertrag – würden wieder ins Nationalteam wechseln oder sich komplett neu orientieren.

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